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Berufsunfähigkeitsversicherung Drei von vier Deutschen riskieren die Existenz

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Die Zahlen des Branchenverbands GDV belegen, dass das Geschäft mit BU-Policen kaum auf Touren kommt und die Absicherung im Schnitt nicht all zu üppig ist. So beträgt die durchschnittliche BU-Rente 558 Euro im Monat.

Allerdings lässt sich auch beim GDV ein Quentchen Selbstkritik vernehmen. Präsident Rolf-Peter Hoenen sagt: "Es ist die große Herausforderung der Versicherungswirtschaft, nicht noch eine Police zu verkaufen, sondern das Budget des Kunden daraufhin zu überprüfen, ob essenzielle Risiken abgesichert sind." Auch der Staat, der die gesetzliche Absicherung 2001 massiv zurückgefahren hat, solle die Verbreitung der privaten BU-Versicherungen durch Steueranreize unterstützen. Allerdings sieht Hoenen durchaus Nachholbedarf der Branche: "Es ist eine unserer Aufgaben, auch der Vertriebe, Berufsunfähigkeitsversicherungen stärker zu fördern. Je breiter die Marktdurchdringung ist, je größer das Kollektiv ist, desto risikobereiter können die Versicherer sein."

Mit der Risikobereitschaft ist es, zumindest für die handwerklichen Berufe oder Menschen mit Vorerkrankungen noch nicht so weit her. Denn die Branche hatte ihre Mathematiker rechnen lassen, wie sich eine Massendeckung rechnen könnte. Und kam zu dem Ergebnis, die Pläne in der Schublade verschwinden zu lassen. Kein Wunder, dass schon Rufe laut werden, den Anbietern einen Annahmezwang für BU-Policen vorzuschreiben.

BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG

Risiko Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist nach einhelliger Meinung eine der wichtigsten Policen überhaupt. Wer gesundheitsbedingt nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann, dem zahlt der Versicherer eine monatliche Rente. Die gesetzlichen Leistungen sind für die Jahrgänge ab 1961 stark eingeschränkt worden

Auswahl Es gibt sie als eigene, selbstständige Police (SBU) oder als Zusatzversicherung (BUZ), etwa zu einer Lebensversicherung. Während der BUZ-Markt, gemessen am Bestand, seit Jahren stagniert, zeigt der Absatz von SBU-Policen einen leichten Aufwärtstrend auf niedrigem Niveau.

Rente BU-Policen sind weder weit verbreitet, noch haben jene, die über eine Versicherung verfügen, im Schnitt eine auskömmliche BU-Rente vereinbart. Für die zahlenmäßig dominierenden BUZ-Policen beträgt die durchschnittliche Monatsrente 500 Euro, für die SBU-Verträge immerhin gut 900 Euro.

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17 Kommentare zu "Berufsunfähigkeitsversicherung: Drei von vier Deutschen riskieren die Existenz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hier auch was zum lesen:
    http://www.biallo.de/finanzen/Versicherungen/berufsunfaehigkeit-oft-unterschaetztes-risiko.php

    Fazit: bU-Versicherung ist fast schon PFLiCHT!

  • Es ist nun schon allgemein bekannt, dass die Versicherungen mit dem Rücken zur Wand stehen.
    Dass man nun aber unter Aufgabe sämtlichen berufsethos (wenn es sowas unter den Versicherern überhaubt gab)und Stolzes öffentlich nach dem Staat schreit, damit der Steurzahler für die Versicherungsbeiträge der Versicherten aufkommen ist dies an Pervesion kaum noch zu überbieten.
    Die gleichen Versicherungen, welche sich bei der Abschaffung des gesetzlichen Schutzes ihren befreundeten Politikern auf den Rücken geklopft haben, schreien nun wieder nach dem Staat. Und dies obwohl die beiträge im Durchschnett eine Höhe erreicht haben mit dem man ohne weiteres seine Monatsmiete bezahlen kann.
    Und dies nur damit man im Schadensfall hoffentlich rechtschutzversichert ist, denn sonst zahlt die Versicherung in keinem Fall etwas.
    Den Maklern kann es egal sein, von denen ist im Durchschnitt keiner länger als 10 Jahre am Markt, das peinliche Gezerre ihrer "bemühungen" erleben diese also selten.

  • @Aufklärung08

    so kann man eigentlich nur reden, wenn man keine Ahnung hat. Wann hat der Staat schon jemals etwas gut hinbekommen? Wann hat der Staat schon jemals etwas effektiv und zugleich in einem angemessenen Kostenrahmen auf die beine gestellt?

    Der Staat hat auch keine Kompetenz im Versicherungsbereich. Und das die Umverteilungssysteme nicht funktionieren, dürfte mittlerweile auch der letzte treue Sozialist(Kommunist) erkannt haben. Wobei letztere ja gerne die Augen vor der Realität verschliessen...

    Auch ist es ziemlich naiv davon zu reden, dass Kernproblem wäre, dass die Versicherer Geldverdienen wollten. Würden Sie das nicht, wären sie bald pleite und könnten ihren Verpflichtungen nicht nachkommen ;-))

    Leben Sie etwa von Transferleistungen? irgendwer muss ja das Geld erwirtschaften, dass Sie bekommen.

    Es gibt allerdings auch viele Menschen, die sich diesen Schutz schlicht nicht leisten können. Der Staat muss sich schon die Frage stellen, ob er diese Menschen durch den Rost fallen lassen will, sprich bei Harz iV aufschlagen lässt.

    Auch wenn der Staat ja kein Geld hat, so könnte man sich doch mal überlegen, ob die Absicherung der Arbeitskraft nicht auch ein Grundrecht ist und somit steuerfrei sein müsste...

    Noch was wichtiges: Wer von diesen Menschen eine Riester-Rente bespart, wird diese im Falle einer berufsunfähigkeit sicher nicht fortführen können. ich rate daher zuerst zur Absicherung, bevor die Altersvorsorge angegangen wird.

    @Ralf Conrath

    bin auch Makler und kann ihnen nur zustimmen. Leider gibt es unter den Versicherungsvermittler viele schwarze Schafe, bzw. schlicht schlecht ausgebildete , vor allem die bei den Strukturvertrieben wie Deutsche Vermögensberatung usw.

    Leider kennt der durchschnittliche Deutsche nicht den Unterscheid zwischen einem unabhängigen Versicherungsmakler und einem Vermittler..

    Leider kennt man den auch in der bundesregierung und im bMF nicht. Leider wird eher der Strukturvertrieb gefördert und dem Makler die Arbeit erschwert.

  • Rechnung: nun als alleinerziehende Frau zahle ich mindestens 550 Euro miete im Monat in Deutschland. Dann kommt noch der Kindergarten und 750 Euro sind weg.
    Dann kommt noch Essen, und die Riesterversicherung und Fahrgeld dazu.
    Dann kommt diese Versicherung oder jene und behauptet: ja da hättet ihr im Vorfeld darüber nachdenken sollen. Selber schuld wenn ihr nicht vorsorgt!
    Welche Frau verdient bitteschön mehr als 1000 Euro netto im Monat hier?

    Stimmt die im öffentlichen Dienst. Doch um die geht es nicht. Es geht um die anderen, die das nicht haben.

  • ich bin als Versicherungsmakler spezialisiert auf berufsunfähigkeitsversicherungen. Das Thema steht also täglich an. Der Kollege Wolnitza hat es bereits auf den Punkt gebracht. Den sonstigen Unsinn den ich hier lese, finde ich sehr traurig. bU-Versicherungen bei der Agentur sind ein Glücksspiel. Vielleicht hat der Kunde Glück, dass er gerade eine "Gute" erwischt. Vielleicht aber auch nicht. Mit sehr viel Mühe finde ich für fast Jeden einen passenden Schutz. Und da ich kein Heiliger bin, nehme ich auch Geld dafür. Darüber haben sich meine Mandanten noch nicht beschwert. ich suche keinen Kunden für eine Versicherung. Der Kunde sucht mich für eine beratung. Man sollte aber auch noch ein anderes Thema ansprechen. Sorry, aber leider haben viele Versicherungsvermittler von diesem Thema wenig Ahnung. Und zur Aufmunterung für die Traurigen hier ein paar Zahlen: Vertragsabschluß nach der beratung 100%, Ablehnungsquote ca. 3%, Ausschlüsse oder beitragszuschlag ca. 15%, Rentenhöhe durchschnittlich 1250 €. Und zwar im ländlichen Osten! Empfehlung: Makler werden, viel Geld und Zeit in Weiterbildung investieren und dann klappts auch mit dem Kunden.

  • Das Kernproblem: Private Versicherer wollen nicht schützen, sondern Geld verdienen. Folge: Die guten
    "Risiken sollen privatisiert werden, die schlechten sozialisiert. Ein irrweg. Fazit: Die Absicherung biometrischer Risiken gehört nicht in private Hand, es ist eine allgemeine, eine staatliche Aufgabe"

    Auf den Punkt gebracht.

  • Arbeite als spezialisierter Makler seit etlichen Jahren im bU bereich. Versicherungen zahlen dann, wenn Sie aufgrund ihrer Vertragsbedingungen zahlen MÜSSEN und Sie verweigern dann die Leistung, wenn Sie das aufgrund ihrer bedingungen machen KÖNNEN. im Prinzip ganz einfach und klar. Dumm nur, dass sich kaum einer vorher durchliest, was er da unterschreibt. Gut, viele werdens nicht verstehen oder sich diese Mühe machen wollen, dafür gibts dann Spezialisten - die dann auch dafür die Haftung übernehmen, was sie da verkauft haben! Aber halt: Diese bösen, unseriösen Gangster verdienen ja Geld daran, dass sie jahrelanges KNOW-HOW in beratung und Abwicklung angesammelt haben - dann doch lieber schnell bei einem billigen Direktversicherer abgeschlossen, Gesundheitsangaben? alles halb so wild, wird schon gut gehen. Tuts eben meistens nicht- und dann?
    Übrigens: selbst der 40 Jährige, der schon mal Rückenprobleme hatte, ist in der regel versicherbar - macht halt ein bischen Mühe mehr, das ganze vernünftig aufzubereieten, aber es geht.
    und @aruba : Verzeihung, aber selten hab ich so einen Unsinn gelesen, wie ihr Statement!

  • Das Problem wird im Text schon richtig angesprochen - die Gesellschaften lehnen zu oft den Versicherungsschutz ab. bei mir ist es so, dass ca. 8 von 10 Anträgen mit Ablehnungen oder harten Einschränkungen zurückkommen. Natürlich müssen die Gesellschaften auskömmlich rechnen, aber den Schutz auch gegen Mehrbeitrag nicht absichern zu können ist für alle Seiten die denkbar schlechteste Lösung.

  • Es ist schon eine unverschämtheit, dass immer alle Vermittler in einen Sack geworfen werden.

    Zitat:
    "Denn sie bekommen ihr Geld "erfolgsabhängig", das heißt nur, wenn ein Vertrag zustande kommt. Daher wird der wichtige Schutz "nicht aktiv verkauft", wie es in der branche heißt - und das Risiko vom Kunden unterschätzt und verdrängt."

    bei uns wird die bU sehr wohl aktiv angeboten und darauf hingewiesen wie wichtig dieser Schutz ist. Das Problem ist nicht, dass die bU nicht aktiv angeboten wird sondern dass viele Kunden sich den Schutz nicht mehr leisten können. Das andere Problem machen die Gesellschaften durch Ablehnungen oder Risikobeiträge. Jeder Vermittler, ob Makler, Mehrfachagenten oder Ausschließlichkeit, der seriös arbeitet bieten diesen wichtigen Schutz immer im Gespräch mit an.

  • Wer diesen bericht geschrieben hat, hat einfach keine Ahnung.
    Wenn der Fachmann dürfte und der Kunde könnte, würde jeder Versicherungsfachmann eine ordentliche Absicherung beim Kunden machen!!!
    Der KUNDE hat schlicht und einfach kein GELD MEHR!!!!!
    begreift das mal!!!
    Das Leben ist für den Normalo zu teuer!!!
    ich bin Agenturinhaber und weiß wovon ich rede!!

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