Berufsunfähigkeitsversicherung Guter Rat ist teuer

Berufstätige sollten sich gegen den Verlust der Arbeitskraft schützen. Doch das ist schwierig. Die Versicherer haben einen Bedingungs-Dschungel geschaffen. Ohne Berater tappen Versicherte schnell in Fallen. Wer hilft.
Update: 11.03.2014 - 06:16 Uhr 7 Kommentare
Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit brauchen viele. Doch ohne kundigen Berater ist es schwer, die richtige Police zu finden. Quelle: dpa

Eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit brauchen viele. Doch ohne kundigen Berater ist es schwer, die richtige Police zu finden.

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Düsseldorf„Erst krank, dann arm.“ Auf diese einprägsame Formel bringt die Zeitschrift „Öko-Test“ eine Gefahr, die immer mehr Arbeitern und Angestellten droht: Berufsunfähigkeit. Hunderttausende sind betroffen und scheiden aus dem Arbeitsleben aus. Die meisten sind ausgebrannt und halten den Druck im Berufsleben nicht mehr aus.

Oft geht es dann jedoch nicht nur gesundheitlich bergab, sondern auch finanziell. Glück hat immerhin, wer vor 1962 geboren wurde, also älter als 52 Jahre ist. Hier greifen noch alte gesetzliche Regeln für die Erwerbsunfähigkeitsrente. Gekniffen sind jedoch alle jene, die später zur Welt kamen. Sie müssen sich privat absichern, durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel.

Lesen Sie diesen und weitere Artikel zum Thema Berufsunfähigkeit in unserem 29-seitigen Dossier, erhältlich als PDF im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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7 Kommentare zu "Berufsunfähigkeitsversicherung: Guter Rat ist teuer"

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  • wenn es noch solange ruhig bleibt!

    Die Attacke auf die Lebensversicherungen sehe ich als den ersten Schritt zur Enteignung der Sparer nach den Vorstellungen des IWF, der EU und der Bundesregierung an.

  • Dieser Bericht zeigt doch, dass viele Versicherer den Leistungsfall nicht als akzeptable Option eines Berufsunfähigkeitsversicherungsvertrags ansehen und diese versuchen mit allen möglichen Mitteln zu vermeiden. Beginnen tun sies schon damit, dass Verträge und Versicherungsbedingungen derart undurchsichtig sind, dass man ohne Experten nicht mehr durchblickt.

    Wehe dem, der ohne entsprechende Beratung dann in eine solche Falle tappt und im Leistungsfall aufgrund haarsträubender Begründungen oder vertraglicher Fallstricke in die Röhre schaut.

    Ich glaube nicht, dass dies nur Einzelfälle sind. Man hört immer wieder von diesen Fällen, und immer geht's um die BU-Versicherung. - Das hat mich seither davon abgehalten eine solche abzuschließen.

    Der Staat hat sichs leicht gemacht. Er hat sich aus der Versorgung der berufsunfähigen verabschiedet und sie den Machenschaften der freien Versicherungswirtschaft ohne merkbare Regulierung überlassen. Entstanden ist dabei der "Wilde Westen" der Versicherungswirtschaft.

  • Wer einen existenzbedrohenden Schaden hatte, darf aber nicht davon ausgehen, dass staatliche Versicherungen eine Unfallmeldung überhaupt bearbeiten.

    Nach meinem Wissen nimmt beispielsweise bei einem Wegeunfall die Unfallmeldung des Arbeitgebers die Berufsgenossenschaft entgegen und heftet diese ab. Das war's!

    Verstehen Sie das als staatlichen Versicherungsschutz?

    Möchten Sie die Vorgangsnummer?

    Es ist mir seit 2005 bekannt, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. Schaltet man die zuständige Dienstaufsicht, das Bundesversicherungsamt ein, erhalten Sie von dort eine Antwort, die die Berufsgenossenschaft vorformuliert hat. Ob die Antwort inhaltlich stimmt, wird nicht geprüft.

    Mittlerweile ist auch bekannt, dass in einem anderen Fall auch das Bundesversicherungsamt selbst Versicherungen zu bestimmten Antwortformulierungen drängt.

    Ohne private Versicherungen wäre der Fall tatsächlich existenzbedrohend. Aber alle die sich freuen, privat vorzusorgen, denen kann ich mitteilen, dass eine Versicherung sogar auf den Gedanken kam, zu erklären, den Vertrag abzuschließen, wäre ein Irrtum gewesen. Nicht dass dies damit genug wäre. Das Landgericht in Hannover nahm eine Erklärung des Anwalts entgegen, dass genau an der dafür vorgesehenen Stelle, ein entsprechender Vermerk sei.

    In der gerichtlichen Vernehmung erklärte die Sachbearbeiterin, sie habe es einfach vergessen hinzuschreiben. Daraufhin erklärten die Richter des Landgerichts Hannover den Vorgang zu einem Tippfehler.

    Das muss man erst einmal aushalten.

    Die Strafanzeige wegen Prozessbetrug gegen den Anwalt schlummert übrigens seit 2 Jahren bei der Staatsanwaltschaft Hannover, ausgerechnet Hannover!

    Das wundert Sie jetzt auch nicht mehr. Oder?

  • Das stimmt und daher muss es m.E. Schnellverfahren geben, um immer innerhalb eines Jahres einen endgültigen Rechtsspruch zu bekommen. Der Gang durch die Instanzen ist m.E. hier eindeutig darauf angelegt die Kunden einzuschüchtern. Da könnte der Staat mehr tun, aber stattdessen nimmt er uns noch Teile der Lebensversicherung. Ich kann es wirklich nicht fassen, dass so viele Landsleute die inompetenten großen Parteien gewählt haben. Das wird uns noch in dieser Legislaturperiode finanziell in den Ruin treiben...

  • das übliche bla bla, wenn man aufgrund eines Einzelfalls nun auf grundsätzliche Leistungsverzögerung schließt. Als ob jeder Leisungsantag im Prozess mündet? Schwachsinn! Die Prozessquoten liegen im unteren einstelligen Bereich.

  • Berufsunfähigkeit / Krankheit / Rente / Arbeitslosigkeit - all dies sind Risiken, die m.E. über staatlich getragene Versicherungen abzudecken sind.

    Wer das anders sieht hatte noch nie einen existenzbedrohenden Schaden geltend machen müssen.

  • Gewinnmaximierung und Schadensregulierung widerstreben sich. Die Quote der zunächst abgelehnten Anträge bei Arbeitsunfähigkeit liegt wohl bei etwa 60 % bis 80 %. In einem selbst miterlebten Fall argumentierte der Schadensregulierer der Versicherung der Bruch der Wirbelsäule mit inkompletter Lähmung sei eben auch nichts anderes als ein Knochenbruch. Der folgenden Prozesse liefen über die Dauer von 12 Jahren. Die gesetzliche Unfallversicherung, eine Berufsgenossenschaft, zahlte sehr schnell. Nur so konnte überhaupt prozessiert werden. Dieser Schutz sollte in staatliche Hände gelegt werden. Versicherungen spekulieren gerade hier mit langen Prozessen auf eine natürliche Lösung durch das zwischenzeitliche Ableben des Versicherten.

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