Börse Frankfurt

Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre Quartalsbilanzen.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Schwacher Start in die Börsenwoche

Deutsche Anleger gehen verhalten in die neue Börsenwoche. Sie trauen dem Frieden im Handelsstreit noch nicht, zudem präsentierten sich US- und Asienbörsen schwach.
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  • Dax startet leicht im Minus
  • Deutsche Inflationszahlen im Fokus
  • Siemens Healthineers deutlich im Minus

Schwache Vorgaben aus den USA und Asien haben am Montag die Stimmung an der deutschen Börse belastet. Der Dax startete 0,3 Prozent schwächer mit 12.822 Punkten in den Handel. Investoren blieben nach Angaben von Händlern zurückhaltend, weil in dieser Woche zahlreiche Firmenbilanzen sowie wichtige Zentralbankentscheidungen in Japan und den USA anstehen.

Auch trauten einige Anleger der vergangene Woche getroffenen Handelsabsprache von US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker nicht über den Weg. Zwar hätten sich die beiden darauf verständigt, dass es Gespräche zum Abbau von Handelsschranken geben solle, sagte Volkswirt Christian Schmidt von der Landesbank Helaba. „Jedoch hat die Vergangenheit bereits gezeigt, dass verschiedene Absichtserklärungen seitens des US-Präsidenten nur kurze Halbwertzeiten aufwiesen.“

Am Freitag hatte er unterstützt von ermutigenden Firmenbilanzen 0,4 Prozent im Plus bei 12.860 Punkten geschlossen.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Für den Dax ging es zum Börsenstart 0,3 Prozent abwärts auf 12.822 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen startete 0,07 Prozent tiefer bei 26.958 Punkten und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,6 Prozent auf 2.935 Punkte. Der Euro-Zonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,3 Prozent auf 3.516 Punkte.

An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Europa ihre Verluste ausgeweitet. Der Dow Jones schloss den Handel 0,3 Prozent tiefer bei 25.451 Punkten, während der Nasdaq 1,5 Prozent verlor auf 7.737 Stellen. Der S&P500 fiel um 0,7 Prozent auf 2.818 Zähler. Am Freitag warfen Anleger nach enttäuschenden Quartalszahlen vor allem Technologieaktien aus den Depots.

In Tokio gab der Nikkei-Index am Montag um 0,7 Prozent auf 22.558 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,3 Prozent auf 2.865 Punkte.

Was heute wichtig ist

Neben den Quartalszahlen zahlreicher Unternehmen richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die deutschen Inflationszahlen. Von diesen erhoffen sie sich Hinweise auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Darüber hinaus steht das Barometer für die Stimmung in den europäischen Unternehmen auf dem Terminplan.

Einzelwerte im Fokus

Quartalssaison geht weiter: Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Am Montag veröffentlichen unter anderem das Medizintechnik-Unternehmen Siemens Healthineers, der Anlagenbauer Gea und das Immobilienunternehmen DIC Asset ihre Geschäftszahlen.

Siemens Healthineers leidet unter Währungseffekten: Bei der Medizintechniksparte von Siemens stagnierte der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (per Ende September) bei 3,3 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte wäre er um fünf Prozent gewachsen. Auch beim Ergebnis bekam Healthineers das zu spüren: Der Gewinn nach Steuern ging um zehn Prozent auf 293 Millionen Euro zurück. Investoren zeigten sich enttäuscht. Healthineers-Aktien verloren zu Handelsbeginn 3,7 Prozent.

Gea-Zahlen besser als erwartet: Der überwiegend für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer erwartet 2018 zwar ein Umsatzplus am oberen Rand der Bandbreite von fünf bis sechs Prozent. Bei der operativen Umsatzrendite (Ebitda-Marge) allerdings bleibt der Vorstand skeptisch und rechnet damit, lediglich den unteren Rand von zwölf bis 13 Prozent zu erreichen. Dennoch war er zum Start mit einem Kursplus von 5,3 Prozent einer der größten Gewinner. Analysten und Händler hatten schwächere Quartalszahlen des Unternehmens erwartet.

DIC Asset verdient mehr: Der Immobilieninvestor hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr um ein Fünftel auf 24 Millionen Euro gesteigert. Die für die Branche wichtige Kennzahl FFO (Funds from Operations) kletterte unter anderem wegen Dividendeneinnahmen aus der Beteiligung an TLG Immobilien um sieben Prozent auf 32 Millionen Euro. Das Unternehmen verwaltet Immobilien mit einem Marktwert von rund fünf Milliarden Euro.

Anlegern gefällt das, die Aktie legte am Vormittag bis zu zwei Prozent zu.

Deutsche Bank holt Clearing nach Frankfurt: Das größte deutsche Geldhaus hat einen „großen Teil“ ihres Clearings von auf Euro lautenden Wertpapiergeschäften von London nach Frankfurt geholt. Mit der Umstellung seien allerdings keine Jobverlagerungen von der Themse an den Main verbunden, sagte er. In welchem Umfang die Bank Geschäft verlagert hat, wollte er nicht konkret sagen. Die „Financial Times“ hatte berichtet, es sei fast die Hälfte. Der Aktienkurs profitiert und kann sich mit einem Plaus von etwa 1,4 Prozent zeitweise an die Spitze der Dax-Gewinner setzen.

Analystencheck: CFRA senkt Kursziel für BASF

Das Analysehaus CFRA hat das Kursziel für BASF nach Zahlen von 93 auf 89 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Hold“ belassen. Analystin Wan Nurhayati begründete das leicht reduzierte Kursziel in einer am Montag vorliegenden Studie mit der Aussicht auf ein sich verlangsamendes Wachstum. Mit dem Kursziel werde der Chemiekonzern mit dem 13,6-fachen des für 2018 erwarteten Gewinns bewertet. Das liege unter dem Schnitt der vergangenen drei Jahre und sei wegen des sich abflachenden Wachstums gerechtfertigt.

Weitere aktuelle Analystenmeinungen finden Sie im Handelsblatt Analystencheck.


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