Digitalisierung Der lange Weg zur digitalen Patientenakte

Seit Dienstag gibt es einen weiteren Spieler am digitalen Gesundheitsmarkt. Das Start-up Vivy hat einen elektronischen Gesundheitsassistenten entwickelt.
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Viele Kassen versuchen sich an der elektronischen Gesundheitsakte. Quelle: dpa
Krankenkassen

Viele Kassen versuchen sich an der elektronischen Gesundheitsakte.

(Foto: dpa)

BerlinDie Techniker Krankenkasse (TK) machte den Anfang: Sie war die erste Kasse, die für ihre zehn Millionen Versicherten eine elektronische Gesundheitsakte entwickelte. Die AOK wiederum arbeitet an einer dezentralen Gesundheits-App, mit dem Ziel, 26 Millionen Versicherte, Ärzte und Kliniken digital zu vernetzen. Seit Dienstag gibt es einen weiteren, neuen Player am digitalen Gesundheitsmarkt: Vivy GmbH heißt das Berliner Start-up, gegründet von Christian Rebernik, dem Erfinder der Banking-App vom Fintech N 26.

Die von dem Unternehmen entwickelte „elektronische Gesundheitsassistentin“ gleichen Namens erhielt den Zuschlag in einer EU-weiten Ausschreibung. Angeboten wird sie ab Juli schrittweise von 90 gesetzlichen und vier privaten Kassen, darunter die Allianz, die 70 Prozent der Anschubfinanzierung trägt, die DAK und die IKK Classic.

Sie ist damit die erste gemeinsame elektronische Plattform für gesetzlich und privat Versicherte. Am Ende hofft man fünf Millionen Privatpatienten und 20 Millionen gesetzlich Versicherte für Ivy zu gewinnen. Insgesamt hätten dann 60 Millionen Versicherte Zugang zu einer elektronischen Patientenakte.

Ähnlich wie bei TK und AOK können Versicherte über Vivy sicher Gesundheitsdaten wie Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, Notfalldaten und Impfinformationen speichern und mit Ärzten und Krankenhäusern austauschen. Dabei muss der Versicherte die Initiative ergreifen. Ohne seine Einwilligung läuft nichts.

Die Datensicherheit wurde vom Tüv Süd geprüft. Versicherte können über die App auch Termine verwalten sowie bei ihrer Kasse AU-Bescheinigungen oder Rechnungen einreichen. Sie können Daten von Fitnesstrackern aufspielen und sich auf eine gesundheitsbewusste Lebensführung „überwachen“ lassen.

Für niemanden ist Vivy ein Muss. Auch Kliniken und Ärzte müssen Ivy nicht nutzen. Die Vertreter von Allianz und Co. zeigten sich aber bei der Präsentation sicher, dass Vivy sich in Kürze zur wichtigsten Gesundheitsplattform entwickeln wird. Alle Akteure hätten Vorteile – am meisten der Versicherte. Nur er hat den Schlüssel zu den Daten. Verliert er den Zugangscode, sind sie für immer verloren.

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