EU-Richtlinie Bankberater-Provisionen für Kunden

Durch Provisionen können Finanzunternehmen den Verkauf ihrer Produkte in Banken ankurbeln. Europa-Abgeordnete wünschen sich ein Ende dieser Art von Beratung. Das sei eine Manipulation des Kunden.
20 Kommentare

Social Media ersetzt den Bankberater nicht

BerlinDie EU will einem Zeitungsbericht zufolge die Banken zur Weitergabe von Provisionen für Finanzprodukte an ihre Kunden zwingen. In einem Bericht des "Tagesspiegel" heißt es, dies sei der aktuelle Stand der Diskussion über die europäische Finanzmarktrichtlinie Mifid II.

"Das wäre das Ende der durch Provisionen manipulierten Beratung", sagte der grüne Europaabgeordnete Sven Giegold der Zeitung. "Wenn die Banken ihre Provisionen durchreichen müssen, führt das zu Produkten, die den Anlegern einen Mehrwert bieten", sagte der zuständige Berichterstatter im Europaparlament, Markus Ferber (CSU).

Am Mittwoch berät der Wirtschaftsausschuss des Europaparlaments über den Vorschlag, wie es in der Zeitung weiter heißt. Im Oktober solle es eine Einigung im Ministerrat geben, 2013 soll die Richtlinie verabschiedet werden.

Die Banken und Sparkassen äußerten sich gegenüber der Zeitung kritisch zu den EU-Plänen. "Die Deutsche Kreditwirtschaft setzt sich nachdrücklich dafür ein, die provisionsbasierte Beratung und Honorarberatung gleichberechtigt bestehen zu lassen", sagte Steffen Steudel, Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

  • rtr
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20 Kommentare zu "EU-Richtlinie: Banken sollen Provisionen den Kunden geben"

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  • Ich frage mich, warum mein Autohändler keine Liste offen legen muß. Berät er seine Kunden immer zielgerichtet, oder ist ihm ein Neuwagenverkauf lieber als den Gebrauchtwagen mit weniger Marge anzubieten.
    Hätte dem Kunden nicht auch ein weniger ausgestattetes Modell ausgereicht oder benötigt dieser wirklich 12 Airbags und 150 PS um seine im Schnitt weniger als 20 KM pro Tag zu fahren?

    Und was verdient der Autohändler eigentlich an mir, er soll bitte für offenlegen, welchen Gewinn er macht,wenn ich ein Auto kaufe - gleichfalls möchte ich den Gewinn kennen, den er sich bei der Inzahlungnahme meines Gebrauchten ausrechnet.....
    und nach 8 Jahren ist die Karre nix mehr Wert....und keiner stört sich drann, denn das Auto sieht der Nachbar, das Depot oder die LV sieht i.d.R. keiner außer mir....

  • Ich finde es verrückt, dass sämtliche Banken an die Wand gestellt werden und mit immer mehr Bürokratie (Beratungsprotokolle) usw. das Leben und arbeiten fast unmöglich gemacht wird.
    Ich finde es ja ok, dass der Kunde wissen soll was die Produkte kosten.
    Aber wie sieht es denn bei den freien Vermittlern aus, ich glaube da liegt ganz viel im Argen und die sind von den Regulierungen nicht dermaßen betroffen.
    Ich denke hier sollte die Politik mal den Hebel ansetzen, wenn hier jeder hochkomplexe Produkte ohne richtige Ausbildung verkaufen kann.

  • Die Liste "Provision der Banker im Überblick" ist irreführend.

    Es werden Produkte (s.u.*) mit unterschiedlichem Beratungs- und Haftungsaufwand und unterschiedlichen Gebührenstrukturen sowie mehrere Vertriebswege mit unterschiedlichen Beratungsfähigkeiten (s.u.**) einfach nebeneinander gestellt.

    Außerdem wird bei manchen Produkten die Abschluss- und die Folgeprovision, bei anderen aber nur die Abschlussprovision genannt. Es wird auch nicht unterschieden, ob es hauseigene, Tochtergesellschafts- oder Fremdprodukte sind. Bei einer Bank (DeBa) wird nicht mal gesagt, um was für ein Produkt es überhaupt geht, nur der Anbieter (und natürlich ein extrem hoher Provisionssatz) werden genannt.

    Das ist nicht nur das "Vergleichen von Äpfeln mit Birnen", hier werden „viele Obstsorten" genommen. Die Liste ist darum ohne Aussagekraft. Und grenzt wegen der fehlenden Objektivität an üble Nachrede.

    Die ermittelnde Kanzlei Nittel oder der Verfasser scheinen nicht wirklich zu wissen, was sie da veröffentlichen. Es scheint wegen der fehlenden Objektivität und Vollständigkeit aber darum zu gehen, die Mitglieder einer ganzen Branche reißerisch zu diskreditieren. Solche einseitigen Veröffentlichungen sollten besser unterbleiben.

    Es gibt genügend Quellen, die objektive Daten bieten könnten (z.B. freie Makler, die den Markt, die Konkurrenz und die durchschnittlichen Provisionen gut kennen).

    Christian Sensmeier




    *Es werden geschlossene Schiffs-, Immobilien-, Lebensversicherungs- und Medienfonds neben Zertifikaten, Anleihen oder sogar neben offene Fonds (und dort verschiedene Assetklassen) gestellt. Manche mit festen Laufzeiten, manche ohne.

    ** Geschäftsbanken (CoBa, DeBa), Regionalbanken (Spakas, VoBas), Spartenbanken (Apo), Depotbanken ohne Beratung (FoDepBk) und sogar freie Finanzberater (aber welche: Makler ? Mehrfachagenturen ? Strukturvertriebe ?). Alle haben völlig unterschiedliche Absatzzahlen, Beratungsqualitäten, Zwischenhändler und Provisionssätze.

  • Es ist in den Zeiten der Finazkrise natürlich viel schiefgelaufen, ohne jede Frage. Darauf muß man als Staat regulierend reagieren. Ist ok! Aber dann soll sich die Bürokratie die schwarzen Schafe rauspicken und verbindliche Regeln aufstellen, statt diesen Wirtschaftszweig komplett abzuwürgen. Ein genossenschaftlicher Wertpapierberater kann nichts dafür, wenn Lehmann über Nacht pleite geht!
    Ständig wird überreagiert, sowohl hier in den comments als auch auf EU-Bürokratieebene.

    By the way: Wir haben als Genossen fleißig, wie vom Staat "gefordert," die Riesterrente verkauft. Solln wir das jetzt gegen Honorar tun?

  • @Norbert

    Guck dir mal ein sog. Produktinformationsblatt der genossenschaftlichen Finanzgruppe an, da ist alles drauf. Ist Vorschrift geworden, ist umgesetzt worden. Was willste mehr?
    Ins Risiko gehen mit Prozent x? Wie das denn? Wenn der Kunde ein riskantes Produkt möchte, weil dort auch im Regelfall größere Chancen zu finden sind und er exakt und umfangreich aufgeklärt wurde, warum soll der Dienstleister das Risiko mittragen? Dein Vorschlag ist, wie so viele andere auch, nicht zu Ende gedacht. Die Bank ist in Sachen Wertpapierberatung ein Dienstleister, der an dieser Dienstleistung verdienen MUß, sonst stellt sie dies Geschäft ein. Dann stehen eine ganze Menge Kunden OHNE jeden Sachverstand da und müssen ihre Anlageentscheidungen selbst vornehmen. Viel Vergnügen dabei wünscht ein Praktiker!

    Norbert, laß dir gesagt sein: Das kann der Otto Normalverbraucher nicht. Nicht, weil er nicht klug genug ist, nein, schlichtweg weil er keine Zeit dazu hat, sich ständig um seine Finanzen zu kümmern. Er muß nämlich arbeiten oder er möchte sich anderen schönen Dingen widmen. Und genau deshalb nimmt er die Hilfe eines Beraters an. Und der soll das Ganze ohne jeden Verdienst machen? Wird nicht passieren!

    Übrigens: Honorarberatung ist nur was für Reiche, die sichs leisten können. Dagegen sind die Provisionen in der Tat peanuts. Gruß an die Verbraucherschutzministerin!

  • @dienstleister
    Es geht um die Fakten, die die Grundlage für die Entscheidung des Kunden sind. Diese Fakten sind in der Vergangenheit - aufgrund des Eigeninteresses des Beraters oder Produktherausgebers - nicht ALLE auf den Tisch gekommen. Das Eigeninteresse des Verkäufers steht dem Kundeninteresse entgegen !

  • Relativ gesehen ist das auch so. Absolute Zahlen machen bei einem solchen Vergleich auch keinen Sinn. Und nun einen ETF mit einem gemanagtem Fonds oder einer LV zu vergleichen macht ebenso wenig Sinn, oder? Es geht darum, ob Provisionen an sich Sinn machen. Sie ganz weg zu lassen m.E. eben nicht.

    Wie wollen Sie denn einen Finanzvermittler vergüten? Was wäre Ihr Ansatz?

  • Es wäre sinnvoll, daß die Banken für ihr Produkt genauso ins Risiko gehen müßten, wie die Kunden. Macht ein Produkt Verlust, hat sich die Bank mit x Prozent daran zu beteiligen. Dann wäre an der Verlustbeteiligung die Risikoeinschätzung und -bereitschaft der Bank sehr schnell ablesbar.

    Provisionen müssen ALLE ausgewiesen werden, damit das Interesse der Bank dokumentiert wird und wertbar ist.

  • Am Anlageerfolg?!? Aha...und Anwälte oder Steuerberater bezahlt man dann zukünftig auch nach Qualität des Gerichtsurteils/der Steuerrückerstattung?!?

  • Ihre Argumentation klingt nach kleinen Beträgen, aber in Wahrheit summieren sich diese Beträge zu Summen die schwindlich machen. Wie hoch die Gebühren und Provisionen schon bei normalen Fonds der Sparkasse sind zeigt ein Vergleichsrechner: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99 Hätten alle Verbraucher diese Informationen, dann würden selbst die Beratungen von Volksbanken und Sparkassen nur noch mit der Pinzette angefasst werden.

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