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Fahrradversicherung E-Bikes boomen – Wie sich Radfahrer richtig versichern

Viele Menschen schätzen gerade in der Pandemie das E-Bike als gute Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Beim Versicherungsschutz kommt es auf jedes Detail an.
02.06.2021 - 04:00 Uhr 2 Kommentare
Metallbügelschlösser gelten als relativ aufbruchsicher. Quelle: dpa
Versuchter Fahrraddiebstahl

Metallbügelschlösser gelten als relativ aufbruchsicher.

(Foto: dpa)

Frankfurt Während der Corona-Pandemie ist Fahrradfahren in Deutschland noch einmal deutlich beliebter geworden. Viele Menschen schätzen das Rad als gute Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und als eine attraktive Möglichkeit, sich im Freien zu bewegen. Vor allem Elektrofahrräder sind seit einigen Jahren stark im Kommen. Für den Versicherungsschutz ausschlaggebend ist die Klassifizierung des Rads.

So gelten E-Bikes, die eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Kilometer pro Stunde ohne Treten erreichen, sowie die schnellen S-Pedelecs, die mit Pedalunterstützung bis zu 45 Kilometer pro Stunde ermöglichen, als Kraftfahrzeuge. Für sie benötigen Fahrer ein Versicherungskennzeichen und eine Fahrerlaubnis.

Wird umgangssprachlich von E-Bikes gesprochen, sind hingegen meistens Pedelecs gemeint, die eine Pedalunterstützung bis 25 Kilometer pro Stunde bieten. Sie machen die große Mehrheit der verkauften E-Bikes aus und werden rechtlich wie Fahrräder behandelt. Das gilt auch für die Versicherung.

Wer mit höheren Geschwindigkeiten auf Radwegen unterwegs ist, ist auch schneller in einen Unfall verwickelt. Radler, die mit ihrem Pedelec einem Dritten einen Schaden zufügen, sind über die private Haftpflichtversicherung abgesichert. Je teurer das Rad, desto eher ist zudem ein Diebstahlschutz wichtig.

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    Hausratversicherung bietet Diebstahlschutz

    Grundsätzlich sind Fahrräder über die Hausratversicherung abgesichert. Allerdings gilt der Versicherungsschutz in erster Linie bei Einbruchdiebstahl aus dem Keller oder der Wohnung. Soll das Pedelec auch im Freien abgesichert sein, muss dies über eine gesonderte Fahrradklausel vereinbart werden.

    „Allerdings beschränken viele Versicherer den Diebstahlschutz auf die Zeit zwischen sechs und 22 Uhr“, erklärt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW. Nachts sei das Fahrrad dann gegen einfachen Diebstahl nur abgesichert, wenn es in Gebrauch ist – und etwa während eines Kino- oder Theaterbesuchs gestohlen wird.

    Während der Corona-Pandemie ging zwar die Zahl der Fahrraddiebstähle laut polizeilicher Kriminalstatistik 2020 um sechs Prozent auf 260.000 zurück. Zugleich wurden aber mehr teurere Fahrräder gestohlen – ein Trend, der sich schon seit einiger Zeit abzeichnet.

    So zahlten die Versicherer im vergangenen Jahr durchschnittlich 730 Euro pro gestohlenem Fahrrad an ihre Kunden aus. Vor zehn Jahren lag der Wert noch bei durchschnittlich 400 Euro, heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Der Erfolg der E-Bikes dürfte die Schadenssumme in Zukunft weiter ansteigen lassen“, prognostiziert GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) zufolge lag denn auch der Durchschnittspreis der verkauften Fahrräder im Jahr 2020 bei 1279 Euro, nach 929 Euro im Vorjahr.  

    Von den gut 26 Millionen Hausratversicherungspolicen haben laut GDV 47 Prozent die Fahrradklausel eingeschlossen. Erstattet wird der sogenannte Wiederbeschaffungswert. Dieser Betrag bemisst, wie viel ein neues gleichwertiges Rad kostet. In vielen Fällen sei aber die abschließbare Höhe begrenzt, heißt es beim Bund der Versicherten (BdV).

    Haben Verbraucher beispielsweise eine Versicherungssumme von 100.000 Euro versichert und der Betrag für Fahrraddiebstahl ist auf zehn Prozent der Versicherungssumme gedeckelt, erstattet der Versicherer für einen Verlust maximal 10.000 Euro. Besitzen Verbraucher nicht mehrere teure Fahrräder, dürften solche Summen aber oft ausreichen.

    Separate Fahrradpolice kann günstiger sein

    Ebenfalls möglich ist der Abschluss einer Spezialpolice. „Eine separate Fahrradversicherung ist für diejenigen sinnvoll, die keine Hausratversicherung oder ein besonders teures Rad haben“, sagt Weidenbach. Während die Prämie für eine Hausratspolice bei einem erhöhten Diebstahlrisiko im Wohnort bei einigen Versicherern stark ansteigt, könne man mit einer separaten Police teilweise günstiger davonkommen, so der BdV.

    Manche Tarife bieten schwerpunktmäßig den Diebstahlschutz. Oftmals bieten die Policen aber auch Schutz gegen Vandalismus oder Schäden nach einem Sturz oder Unfall. Bei E-Bikes ist in der Regel auch der Akku versichert. Mit einem Schutzbrief erhalten Verbraucher zudem Hilfe bei einer Panne. „Wichtig ist, dass bei einer separaten Fahrradversicherung jedes Fahrrad einzeln versichert werden muss. Die Prämie richtet sich dann nach dem Wert des Rads“, betont Weidenbach.

    Das Verbrauchermagazin „Finanztest“ hat vor Kurzem Fahrradversicherungen unter die Lupe genommen. An einem Ort mit hohem Diebstahlrisiko ist demnach für ein 2500 Euro teures E-Bike der „Klassik-Tarif“ der Medien-Versicherung besonders günstig. Er biete Schutz bei Diebstahl und weiteren Gefahren.

    An Orten mit geringem Risiko biete sich die „Neo-mobil-S-Diebstahl-Reparatur“ von Neodigital an. Häufig werden Fahrradversicherungen direkt beim Händler angeboten, ein Abschluss ist aber auch über das Internet möglich.

    „Aufpassen sollten Verbraucher, ob der Versicherer zum Beispiel die Nutzung von bestimmten Fahrradschlössern fordert, damit der Versicherungsschutz greift“, gibt Weidenbach zu bedenken. Manchmal muss das Fahrrad an einem „ortsfesten Gegenstand“ wie etwa einer Straßenlaterne angebunden sein.

    Ein GPS-Tracker erleichtert die Ortung des Fahrrads im Fall eines Diebstahls. Manche Versicherer geben dann einen Rabatt auf den Versicherungsschutz.

    Am besten speichern Radler Daten wie Rahmen- und Codiernummer, Radtyp, Hersteller und Modell in einem Fahrradpass. Diesen gibt es mittlerweile auch als Smartphone-App. „Außerdem sollte man die Kaufbelege für den Fall eines Diebstahls gut aufbewahren“, sagt BdV-Sprecherin Bianca Boss.

    Mehr: Aktien von E-Bike-Zulieferer hGears sind beim Börsendebüt gefragt.

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    2 Kommentare zu "Fahrradversicherung: E-Bikes boomen – Wie sich Radfahrer richtig versichern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo Herr Rückert,
      danke für den Hinweis. Das stimmt natürlich :-)
      Ich habe daher auch die Bildunterschrift angepasst.
      Viele Grüße
      Susanne Schier

    • Mit der Astschere wie auf dem Bild dargestellt geht es zum Glück bei dem Bügelschloss nicht :-)

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