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Gebäude- und Hausratpolicen Hab und Gut richtig schützen

Die Stürme werden heftiger. Vor allem im Sommer drohen in ganz Deutschland Unwetter mit Millionenschäden. Ursache ist der Klimawandel. Wie Versicherte auf die neue Situation reagieren und ihren Gebäude- und Hausratpolicen optimal anpassen. Ein exklusiver Tarifvergleich nennt günstige Anbieter.
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Solider Versicherungsschutz tut Not, zumal im Eigenheim ein Großteil des eigenen Vermögens steckt. Quelle: Martina Held

Solider Versicherungsschutz tut Not, zumal im Eigenheim ein Großteil des eigenen Vermögens steckt.

(Foto: Martina Held)

HB DÜSSELDORF. Wer kennt noch "Emma" oder "Kirsten"? Beide Namen stehen für Stürme, die im vergangenen Jahr durch Deutschland fegten. Die Hausbesitzer, die danach ihre Dächer reparieren mussten, haben sich die Namen gemerkt. "Kirsten" verursachte an privaten Gebäuden Schäden von rund 90 Mio. Euro, "Emma" von rund 20 Mio. Euro.

Unter Versicherern gelten beide Stürme allerdings als laues Lüftchen. Nicht so "Kyrill". Dieser Orkan verursachte in der privaten Gebäudeversicherung einen Schaden von rund 1,7 Mrd. Euro. "Die Winterstürme nehmen in Zukunft zwar nicht in der Zahl, aber in der Stärke zu", sagt Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung der Münchener Rück. Grund sei der Klimawandel.

Solider Versicherungsschutz tut also Not, zumal im Eigenheim ein Großteil des eigenen Vermögens steckt. Trotz immer stärkerer Stürme verzichten fast 15 Prozent der Deutschen auf eine Versicherung gegen Sturmschäden. Eine entsprechende Wohngebäudepolice deckt alle Schäden an Haus und Fenstern bei Stürmen ab Windstärke acht - auch Folgeschäden, etwa durch umstürzende Bäume.

Gravierende Deckungslücken

Noch ärger sieht die Bilanz bei Elementarschäden aus. Nur jeder zehnte Deutsche hat seinen Schutz um diesen Zusatz erweitert, der unter anderem Schäden durch Überschwemmungen nach starken Regenfällen oder Schneelast auf dem Dach deckt. "Die Zahl der Sturzfluten, Hagelstürme und Überschwemmungen hat sich in den Sommermonaten seit dem Jahr 1970 verdreifacht", sagt Rauch. Die Sommergewitter werden immer heftiger. "Keine Region in Deutschland ist vor diesen Unwettern gefeit", sagt Rauch. Der Einschluss von Elementarschäden bei der Gebäudeversicherung sollte für jeden Versicherten Standard sein.

Neben Klassikern wie der Absicherung gegen Sturm- und Elementarschäden bieten gute Policen kundenfreundliche Einschlüsse. Zum Beispiel den "Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit". Mit dieser Erweiterung sind auch Schäden gedeckt, die entstehen wenn der Versicherte besonders leichtfertig handelt. Etwa falls er vergisst den Wasserhahn in der Badewanne abzustellen und dadurch eine Überschwemmung verursacht. Oder die Küche verlässt und eine überhitzte Herdplatte zu einem Brand führt. "Rund zehn Versicherer bieten Tarife an, die grob fahrlässig verursachte Schäden bis zur Höhe der Versicherungssumme decken", sagt Thomas Stoiber, Tarifexperte des Vergleichssoftwareherstellers Innosystems.

Wer diesen Zusatz nicht abgeschlossen hat, muss bei mangelnder Sorgfalt auf einen Teil der Erstattung verzichten. Dann wird das Versäumnis des Versicherten taxiert. "Die Höhe der Erstattung richtet sich nach dem Grad des Verschuldens", sagt Stoiber. Belastbare Durchschnittswerte gibt es keine, Experten erwarten deshalb zahlreiche Prozesse.

Gute Policen berücksichtigen nicht nur Unzulänglichkeiten der Versicherten. Sie decken auch Überspannungsschäden nach einem Blitzschlag ins Stromnetz oder sämtliche Kosten für den Abriss des Hauses. Ebenfalls hilfreich kann die Übernahme von Dekontaminationskosten sein. "Der Versicherer kommt dann auch für die Entsorgung für durch Brandrückstände verseuchtes Erdreich auf", sagt Stoiber. Versicherte sollten auf solche Leistungen nicht verzichten: Leistungsstarke Tarife sind nur 20 bis 30 Prozent teurer.

Hausrat-Schutz vor Blitzeinschlag

Auch der Hausrat sollte gut abgesichert sein. "Der Trend geht zu mehr Leistungseinschlüssen und differenzierteren Produkten", sagt Martin Zsohar, Leiter Produktentwicklung beim unabhängigen Analysehaus Morgen & Morgen. Wie bei der Wohngebäude-Police ist der Hausrat im Handelsblatt-Vergleich auch bei grober Fahrlässigkeit und Überspannungsschäden versichert. Der Wert des Hausrates bestimmt maßgeblich die Höhe der Beiträge und sollte individuell ermittelt und mindestens jährlich angepasst werden. Im Vergleich reichen 650 Euro pro Quadratmeter. Bei wertvollerer Einrichtung sollte dieser Wert erhöht werden.

Generell wichtig ist ein "Unterversicherungsverzicht". Wenn der Wert des Inventars höher ist als die Versicherungssumme, drohen ansonsten Abzüge. Beispiel: Falls die Versicherungssumme 100 000 Euro beträgt, das Inventar aber einen Wert von 200 000 Euro hat, erhält der Kunde bei 80 000 Euro Schaden nur 40 000 Euro ersetzt.

Neben solchen wichtigen Einschlüssen locken Versicherer auch mit exotischen Leistungen. Feinschmecker können den Inhalt der Tiefkühltruhe gegen einen Stromausfall versichern. Computer-Fans wählen Tarife, die Kosten für die Wiederherstellung von Daten erstatten, wenn die Festplatte nach einem Feuer- oder Leitungswasserschaden den Geist aufgibt.

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