Geldvermögen steigt Die Deutschen werden reicher - ein wenig

Die Deutschen haben einiges auf der hohen Kante – seit vergangenem Jahr noch etwas mehr. Wenn die Bürger für die Schulden des Staates aufkommen müssten, bliebe allerdings nicht mehr viel übrig.
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Am liebsten im Sparstrumpf: Die Deutschen scheuen das Risiko. Quelle: dpa

Am liebsten im Sparstrumpf: Die Deutschen scheuen das Risiko.

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DüsseldorfDie Deutschen haben ihr Vermögen vermehrt. Nach Schätzungen von Allianz Global Investors legte das Bruttogeldvermögen um rund ein Prozent auf 4,74 Billionen Euro zu, im Jahr 2010 waren es noch 4,69 Billionen Euro.

Dass es überhaupt zu einem Plus von 50 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr gereicht hat, ist ein wenig überraschend. Fast wäre es nämlich anders gekommen. Der Absturz an den Börsen im August und September kostete - zumindest auf dem Papier - einiges an Vermögen. Durch die Buchverluste schmolz der Zuwachs aus dem ersten Halbjahr fast komplett dahin.

„Nach einer anfänglich guten Entwicklung des Bruttogeldvermögens wurde der Vermögensaufbau im zweiten Halbjahr jäh gebremst“, sagt Renate Finke, Ökonomin von Allianz Global Investors.

Die Geldmanager der Allianz messen jedes Jahr das Vermögen. Danach haben die Deutschen im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren stetig mehr Vermögen angehäuft, wenn man die Inflation einmal außer Acht lässt. Im Jahr 2001 lag das Bruttogeldvermögen den Angaben zufolge noch bei 3,61 Billionen Euro. Rückgänge gab es lediglich in den Jahren 2002 und 2008 – jeweils nach schweren Crashs an den Börsen.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten schlagen sich auch im Anlageverhalten nieder: Die Deutschen mögen es seit jeher sicher, am liebsten lassen sie ihr auf dem Sparbuch oder Konto. Zurzeit sind etwa 40 Prozent der Geldanlagen – rund 1,9 Billionen Euro – bei Banken und Sparkassen als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe angelegt. Der Anteil, die in Versicherungen steckt, liegt bei rund 30 Prozent. Der Anteil in Aktien, Investmentfonds, Rentenpapieren und Beteiligungen ging leicht zurück auf 23,5 Prozent.

Was, wenn die Bürger für die Staatsschulden zahlen müssten?
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30 Kommentare zu "Geldvermögen steigt: Die Deutschen werden reicher - ein wenig"

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  • Zuerst einmal gibt es genug Bürger, die ihre Geld bereits in Form von Bundesanleihen, etc. geliehen haben. Und Zweites inflationiert der Staat zur Zeit kräftig die Sparvermögen (mit "bar" meinen Sie wohl auch Giralgeld?, um sich zu entschulden.

  • Vertrauen

    Das Handelsblatt sollte einen derartigen Unsinn nicht schreiben. Angedacht ist von Brüssel der Vergleich Sozialausgaaben im Haushalt zu Pro-Kopf-Einkommen und Kaufkraftparität. Siehe Wohlstandsindikatoren, Pro-Kopf-Einkommen,KaufkRAFFTPARITÄT:Deutschland steht international
    nicht aufgeführt unter den ersten zehn.

  • @ Roho

    Ja irgendwiesoähnlich - Geldvermögen zumindest - doch das würde wohl eine verfassungsänderung bedingen und eine 2/3 Mehrheit benötigen ... also Chancen gg Null

    Trotzdem bin ich der Auffassung, dass der Reichtum - wenigstens der bekannte - umverteilt werden muss. So friedlich und vorsichtig wie möglich und so entschieden wie nötig.

  • Eine Bitte an Alle!

    Bitte teilen Sie mir doch mit, wer meinen Anteil an dem Vermögen hat. Ich jedenfalls nicht.

  • Das Geldvermögen der Italiener soll, so Meldungen der Presse von vor ca. 2 Wochen (war auch in den ö-r TV-Nachrichten), HÖHER sein, als das der Deutschen. Deshalb kann das Werben der beiden Marios um Merkels Zusagen nur Kopfschütteln auslösen.

    Nett, gelle?!?

    Und die Griechen haben gigantische Summen im Ausland angehäuft! Die sind komplett unversteuert und drängen sich für einen Cut ganz besonders auf, Frau Merkel!

  • ...na, dann fangen Sie mal am besten gleich direkt selbst damit an (...positives Vermögen vorausgesetzt, versteht sich ja von selbst...). Und wenn Sie selbst nicht gerade über eine Mio Vermögen verfügen, so machen viele kleine Wenig auch eine ganze Menge... Oder sind Sie selbst gar nur ein wichtig-tuender Phrasendrescher?

  • Von all den Kommentaren hier, gefällt mir der Ihrige am besten.

    "Wenn also jeder Bundesbürger von heute auf morgen für die Schulden des Staates aufkommen müsste, dann bliebe pro Kopf nur noch ein Nettovermögen von rund 15.000 Euro"

    Mich würde ergänzend mal interessieren wie sich diese Zahl in den übrigen Eurostaaten darstellt. Die pure Aussage wie hoch ein Staat im Verhältnis zum BIP verschuldet ist, sagt ja reichlich wenig darüber aus wie reich oder arm ein Land ist.

  • Der im Artikel beschriebene Sachverhalt ist der Grund, weshalb unsere Regierung bezüglich der Verschuldung unseres Staates, noch relativ entspannt ist.
    Aus meiner Sicht müßte hier dringend einmal eingegriffen werden. Ich schlage vor von jedem Barvermögen >1 Mio. EUR 20% zu enteignen und damit die Schuldenlast des Staates zu verringern, da sich ansonsten durch den Zinseszinseffekt das Sparvermögen immer weiter konzentriert.

  • Der relativ hohe Wert von 57000€ kommt vermutlich dadurch zustande, dass das arithmetische Mittel berechnet wurde. Das arithmetische Mittel (AM) ist extrem empfindlich gegen Ausreißer. Da in Deutschland eine Minderheit sehr reich ist, zieht diese das AM in die Höhe.

    Eine sinnvollere Beschreibung wäre z.B. der Median gewesen. Das ist der Betrag, bei dem die Hälfte der Bevölkerung mehr und die Hälfte weniger hat.

    AM von 10€, 15€, 1000€, 20€, 30€, 25€ = 183.3
    Median davon 22.5€

  • Auch wenn die Statistik Blödsinn ist, würde mich jetzt diese Statistik genau berechnet für die PIIGS interessieren. Wie war denn da die Entwickjlung der letzten 10 Jahre?
    Handelsblatt, das wäre mal was, nicht imme nur darstellen, dass wir Deutsche immer reicher werden (sind ja nur die oberen 5%), sondern mal zeigen, was die anderen draus gemacht haben.
    Vielleicht sehen da sogar unsere Reichen dagegen "alt" aus.

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