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Handelsblatt testet Für die Gesundheit vorsorgen und sparen: Das sind die besten Krankenversicherungen

Die Pandemie erhöht die Kosten im Gesundheitswesen- höhere Versicherungsbeiträge sind die Folge. Der Test zeigt, bei welchen Anbietern die Leistung stimmt.
12.11.2020 - 12:47 Uhr Kommentieren
Der Vergleich der Krankenkassen ist für die gesetzlich Versicherten in diesem Jahr angesichts steigender Beiträge oder alternativ geringerer Leistungen besonders wertvoll. Quelle: dpa
Pillen und Tabletten

Der Vergleich der Krankenkassen ist für die gesetzlich Versicherten in diesem Jahr angesichts steigender Beiträge oder alternativ geringerer Leistungen besonders wertvoll.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Testlabore an der Kapazitätsgrenze, verschobene OPs, überlastete Hausarztpraxen – und über allem schwebt die Frage, ob die Zahl der Intensivbetten reicht, um die zweite Infektionswelle aufzufangen. Derzeit bringt das Coronavirus das deutsche Gesundheitssystem ans Limit.

Was diese Kraftanstrengung am Ende in Summe kostet, ist noch nicht absehbar. Aber schon jetzt ist klar: Die Corona-Pandemie reißt ein milliardenschweres Loch in die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat daher vor wenigen Wochen beschlossen, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zum Jahreswechsel wie bereits in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf dann 1,3 Prozent steigen wird.

Der Gesetzentwurf dazu von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht auf Zahlen des Schätzerkreises der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) zurück. Die Experten rechnen demnach für das kommende Jahr mit einer Finanzierungslücke in Höhe von mehr als 16 Milliarden Euro.

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    Um das Etatloch zu stopfen, wird der Bund fünf Milliarden Euro zuschießen, zusätzlich fließen acht Milliarden Euro aus den Reserven der Krankenkassen in den Gesundheitsfonds. Die gesetzlich Krankenversicherten und ihre Arbeitgeber werden mit zunächst drei Milliarden Euro an der Finanzierung beteiligt.

    „Fraglich ist allerdings, ob das reichen wird“, sagt Thomas Lemke. Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten und steigender Arbeitslosenzahlen steht die Schätzung der Beitragseinnahmen auf wackeligen Beinen. Lemke ist ausgewiesener Kenner des deutschen Krankenversicherungsmarktes. Exklusiv für das Handelsblatt haben der Geschäftsführer des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln und sein Team Preise und Angebote der gesetzlichen Krankenversicherungen miteinander verglichen und bewertet.

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    Dabei kommt heraus: Die Beitrags- und Leistungsunterschiede zwischen den Krankenkassen sind hoch. Die Beitragsdifferenz unter allen 71 untersuchten Krankenkassen beträgt in der Spitze 2,2 Prozentpunkte.

    Die Beitragserhöhung umgehen

    Mit einem Wechsel der Krankenkasse können gesetzlich versicherte Arbeitnehmer somit bares Geld sparen. Eine Kündigung ist jederzeit möglich. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Durch einen sorgfältig geplanten Umstieg lässt sich im Idealfall sogar die drohende Beitragserhöhung umgehen.

    Denn jede Kasse hat es letztlich selbst in der Hand, wie hoch der Zusatzbeitrag für ihre Versicherten ausfällt. Ob sie ihren Satz im Einzelfall überhaupt erhöhen wird oder sogar darf, ist nicht einmal sicher.

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    Das hängt davon ab, wie hoch ihre Rücklagen im laufenden Jahr immer noch sind. Eine Reihe von Krankenkassen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Vergangenheit dazu gezwungen, diese abzubauen. Insgesamt aber hatten die Kassen Ende 2019 immer noch mehr als 21 Milliarden auf der hohen Kante. Dieses Finanzpolster müssen sie jetzt anzapfen, um das Defizit im Gesundheitsfonds auszugleichen. „Aus Sicht der Versicherten wird die Frage, wie stabil sich die Beiträge zukünftig entwickeln, zu einer Rechnung mit Unbekannten.

    Gerade solide wirtschaftende Kassen, die Rücklagen abbauen mussten, können jetzt damit drohende Defizite nicht mehr ausgleichen, um so Kostensteigerungen abzufangen“, kritisiert Kassenexperte Lemke.

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    Die Versicherungsexperten des DFSI haben daher nicht nur die Beitragssätze von 71 allgemein geöffneten gesetzlichen Krankenkassen zusammengetragen, sondern auch detaillierte Informationen zu deren Finanzkraft, dem Kundenservice und dem Leistungsangebot analysiert und systematisch ausgewertet. Auf dieser Basis haben sie am Ende Ratingnoten vergeben.

    Der Vergleich ist für die gesetzlich Versicherten in diesem Jahr angesichts steigender Beiträge oder alternativ geringerer Leistungen besonders wertvoll. Die Untersuchung gewährt ihnen einen umfassenden Überblick, welche Anbieter besonders finanzstark sind, wer den besten Service bietet und wie groß im Einzelfall das Spektrum an freiwilligen Zusatzleistungen ist.

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    Das Siegertreppchen ist im Vergleich zum Vorjahr gleich besetzt. Erneut schafft es die Techniker (TK) auf Platz eins im Gesamtergebnis. Die Experten vergeben für die TK als einzigen Anbieter die Gesamtnote „Exzellent“.

    Die Handelskrankenkasse (HKK) bleibt weiterhin der Tipp für Sparfüchse: Als günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse berechnen die Bremer einen unverändert niedrigen Beitragssatz von 14,99 Prozent bei immer noch sehr gutem Leistungsangebot. In der Endabrechnung landen sie damit aber nur noch auf Platz drei und tauschen ihren ursprünglich zweiten Platz mit der Hanseatischen Krankenkasse (HEK).“

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