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Handelsblatt testet Wo Sie die besten Konditionen für Ratenkredite bekommen

Online-Kredite locken mit Unkompliziertheit und guten Bedingungen. Das ist oft ein sehr gutes Geschäft – oft ist aber auch Beratung vor Ort sinnvoll.
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Handelsblatt testet: Das sind die besten Ratenkredite Quelle: Photographer's Choice RF/Getty Images
Ratenkredit

Jeder vierte Verbraucherkredit wurde im vergangenen Jahr online abgeschlossen.

(Foto: Photographer's Choice RF/Getty Images)

KölnWenn es ums Geld geht, mögen es die Deutschen konservativ. Darum ist die örtliche Sparkasse für viele Verbraucher noch immer die erste Anlaufstelle bei Bankgeschäften. Wer jedoch einen Ratenkredit benötigt, geht diesen Weg immer seltener, zeigt eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Demnach schlossen die Deutschen im vergangenen Jahr jeden vierten Verbraucherkredit online ab – Tendenz steigend.

Die Gründe liegen auf der Hand: Onlinekredite lassen sich bequem vom heimischen Schreibtisch aus miteinander vergleichen. Wer sich für ein Angebot entschieden hat, kann alle Informationen sofort auf der jeweiligen Internetseite eintippen und hochladen.

Selbst die eigene Identität lässt sich mittlerweile mithilfe von Webcam und Personalausweis problemlos von zu Hause aus bestätigen. Im Prinzip müssen Verbraucher nur ein einziges Mal ihre Wohnung verlassen – und zwar, wenn sie den unterschriebenen Kreditantrag zum Briefkasten bringen.

Hinzu kommt: Onlinekredite bieten vielfach sogar bessere Konditionen als Angebote aus der Filiale. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der FMH-Finanzberatung. Die Finanzexperten haben für das Handelsblatt die Konditionen von dauerhaft angebotenen bonitätsabhängigen Ratenkrediten miteinander verglichen und dabei Online- und Filialangebote gegenübergestellt.

Das Ergebnis: Der Gang zur Hausbank kostet Verbraucher nicht nur Zeit, sondern fast immer auch bares Geld. Bei der Postbank etwa zahlen Kunden für einen Ratenkredit über 10.000 Euro mit einer Laufzeit von 48 Monaten im Mittel 6,49 Prozent Zinsen pro Jahr, wenn sie den Kredit in der Filiale beantragen. Im Internet sind es bei gleichen Konditionen nur 3,15 Prozent.

Strenger Algorithmus

Die Spitzenpositionen im FMH-Ranking gehen ausnahmslos an Onlinekredite. Platz eins belegt 1822direkt, eine Vertriebstochter der Frankfurter Sparkasse für Direktbanking-Produkte. Bei Darlehen über 10 000 Euro zahlen Kunden dort bei einer Laufzeit von 48 Monaten im Mittel gerade einmal 2,72 Prozent Zinsen pro Jahr.

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Etwas teurer wird es beim Zweit- und Drittplatzierten, der Targobank und der Postbank. Dort zahlen Verbraucher bei gleicher Kredithöhe und Laufzeit im Mittel 2,95 beziehungsweise 3,15 Prozent Zinsen jährlich.

Damit kommen Kreditnehmer allerdings immer noch günstiger weg als beim besten Filialangebot. Bei der Degussa Bank zahlen Verbraucher für ein Darlehen in Höhe von 10 000 Euro und einer Laufzeit von 48 Monaten im Mittel rund 3,53 Prozent Zinsen pro Jahr.

Schon beim zweitgünstigsten Filialkredit wird es sogar noch deutlich teurer: Bei der Commerzbank zahlen Verbraucher bei gleichen Konditionen 4,25 Prozent Zinsen jährlich. Drittplatzierte bei den Filialkrediten ist die Hypo-Vereinsbank mit im Mittel 4,39 Prozent Zinsen pro Jahr.

Die niedrigen Zinsen der Onlinedarlehen kommen nicht von ungefähr, sagt FMH-Chef Max Herbst. Verbraucher erkaufen sie sich mit dem Verzicht auf persönliche Beratung. Außerdem haben sie keine Chance auf Kulanz, sollte ein Detail der Zusage mal im Wege stehen. „Bei Onlinekrediten gibt es nur Rot oder Grün: Entweder man erhält den Kredit oder eben nicht“, sagt Herbst. Bei Kunden, die keine hervorragende Bonität haben, kann es passieren, dass der Algorithmus sie ablehnt.

Nicht allzu stark auf das Internet setzen

In der Filiale kann der Bankberater dagegen auf die persönliche Lebenssituation eingehen. „Er bewilligt dann vielleicht nicht den Kredit zu Topkonditionen, aber er kann eine Alternative vorschlagen“, sagt Herbst. Dann müssen Kunden zwar etwas mehr zahlen, aber nicht komplett auf die neue Küche oder den Sportwagen verzichten.

Finanzexperten warnen davor, bei der Wahl eines Konsumentenkredits allzu stark auf das Internet zu vertrauen. „Es wird einem im Netz sehr einfach gemacht, einen Kredit abzuschließen. Genau darin liegt aber die Gefahr“, sagt Dirk Ulbricht, Direktor des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (iff). Denn Kreditvergleichsportale sind selten objektiv.

Der Marktführer Check24 etwa filtert die Suchergebnisse vor. Setzen Verbraucher den Haken nicht manuell auf „Alle Ergebnisse anzeigen“, bekommen sie lediglich die von der Plattform empfohlenen Kreditanbieter zu sehen. „So kann es passieren, dass einem die günstigsten Angebote gar nicht erst angezeigt werden“, sagt Ulbricht.

Manche Anbieter erkaufen sich einen guten Platz im Ranking über Lockangebote: Sie werben mit Zinsen knapp über null um die Gunst der Kreditsuchenden. Der Haken: Die in großen, blauen Lettern versprochene 1,25-Prozent-Finanzierung gibt es in der Regel nur für Kunden mit Topbonität.

Laut FMH stufen Institute jedoch gerade einmal drei Prozent aller Kunden in diese Kategorie ein. Klicken sich Verbraucher weiter durch das Angebot und geben ihre persönlichen Daten ein, können die anfänglich versprochenen Tiefstzinsen schnell auf das Zwei- oder sogar Dreifache steigen.

Verbraucher sollten sich nicht vom bestmöglichen Zins blenden lassen, rät FMH-Chef Herbst. In seinem Ranking vergleicht er die Anbieter daher anhand des Mittelwertes aus den Zinssätzen, die die Banken bei bester, guter und mittlerer Bonität vergeben. Eine andere Kenngröße ist der sogenannte Zweidrittel-Zins. Das ist der Zinssatz, den zwei von drei Bankkunden bekommen.

Bei allen Risiken kann die Kreditabfrage im Netz für Verbraucher aber auch von Vorteil sein: Sie können die Angebote von Onlineportalen für Verhandlungen mit ihrer Hausbank nutzen. „Einen gewissen Spielraum bei den Zinsen gibt es in der Regel immer“, sagt Herbst.

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