Illegale Geschäfte Machte Göker aus dem Ausland weiter?

Skandalvertreter Mehmet Göker macht wieder von sich reden. Hat er aus dem Exil weiter Policen nach Deutschland verkauft? Wer waren seine Helfer? Jetzt ließen Staatsanwälte Büros von Versicherungsvertrieben durchsuchen.
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Mehmet Göker: Machte er aus dem Exil in der Türkei weiter Geschäfte?

Mehmet Göker: Machte er aus dem Exil in der Türkei weiter Geschäfte?

DüsseldorfVergangenen Dienstag, kurz nach 16, Uhr erreichte die Redaktion von Handelsblatt Online ein geheimnisvoller Anruf. „Razzia“, erklärte der sichtlich aufgebrachte Informant aus der Vertriebsbranche, „die Staatsanwälte haben mein Büro durchsucht – und die Geschäftsstellen anderer namhafter Versicherer und Vertriebe“. Entsprechende Schreiben der Justiz hätte der gestresste Vertreter anzubieten, gegen ein üppiges Informationshonorar. Die Redaktion lehnte ab, das Handelsblatt zahlt grundsätzlich nicht für Tipps aus zweifelhafter Quelle.

Wer sich auf die Spur von Mehmet Göker begibt, muss mit solchen Anrufen rechnen. Göker beschäftigte einst rund 1.400 Mitarbeiter, machte mehr als 60 Millionen Euro Umsatz mit dem Vertrieb von Versicherungen. Vor allem private Krankenpolicen brachte der Mann mit ausgeprägten Sinn für Protz unters Volk. Ein Film über sein Leben – Göker erinnert in Gestus und Habitus eher an einen amerikanischen Gangster-Rapper als an einen sonoren Finanzberater – machten den Rolls-Royce-Fahrer zu einer Kultfigur, nicht nur unter Versicherern, jedoch zu einer zweifelhaften.

Die Staatsanwaltschaft Kassel jagt den Mann wegen Untreue und Insolvenzverschleppung. Göker war in die Türkei untergetaucht, nach Angaben ihm nahestehender Personen lebte er auch eine Zeit lang in den USA. Die Staatsanwaltschaft macht jetzt ernst, laut eines Berichts des „Spiegel“ durchsuchten 34 Beamte vergangene Woche die Büros von Versicherungsvermittlern und Maklergruppen in sechs Bundesländern.

Die Vertreter stehen unter Verdacht, mit Göker kooperiert und von ihm vermittelte private Krankenversicherungen eingereicht zu haben. Die Adressen sollen laut „Spiegel“ von Gökers insolventer MEG stammen, Göker hätte die Daten nach der Pleite nicht verwenden dürfen. Ein ehemaliger Partner sitze laut Staatsanwaltschaft Kassel bereits in Untersuchungshaft.

Göker hatte sich mit dem Verkauf von privaten Krankenversicherungen verhoben und mehr als 20 Millionen Euro Schulden angehäuft. Seinen Zufluchtsort Kusadasi in der Türkei soll er allerdings nicht nur als Ruhesitzgenutzt haben. Nach „Spiegel“-Informationen wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, illegal weiterhin in Deutschland Policen vertrieben zu haben. Gökers Anwalt erklärte, diesem Vorwurf bereits „entgegengetreten zu sein“. Die „Auswüchse dieses Ermittlungsverfahrens“ könne er nicht nachvollziehen.

Göker selbst zeigte sich bereits in einem früheren Interview ungnädig gegenüber den Anklagevertretern. „Meiner Meinung nach geht es dabei nur um die Karrieregeilheit von Staatsanwalt Eckhard Töppel. Er ermittelt seit 2006 gegen mich, kann immer noch keine Erfolge dabei vorweisen. Jetzt hat er sich Vincent geschnappt, um seine Karriere zu retten.“ Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel waren für eine Stellungnahme tagelang nicht erreichbar, Allianz und Arag bestreiten, dass es in ihren Außenstellen zu Durchsuchungen kam.

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9 Kommentare zu "Illegale Geschäfte: Skandalvertreter Göker wird wieder aktiv"

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  • Wenn Hr. Göcker doch nichts falsch gemacht habe in seinem Geschäft, wie hier einige Stimmen behaupten frage ich mich wieso entzieht er sich denn dann der dt. Justiz, lebt und arbeitet aufeinmal in der Türkei?? Neue Firma natürlich auf einen fremden Namen laufend (seiner Mutter) damit der wenn er wieder Geld verdient, seine angehäuften Schulden i. H. v 21 Mio Eur nicht begleichen müsste. Hr. GÖKER ist ein Blender. Betriebswirtschaftlich gesehen absolut inkompetent. Solche Menschen laufen bei mir täglich an. Ich kenne sie gut. 17 Jahre Berufserfahrung in der Personalführung als in einem großen deutschen Finanzinstitut in Frankfurt. Und ich hab schon alles gesehen.


  • Wenn die Menschen Herrn Göker als Betrüger darstellen und mit Maschmeyer vergleichen, dann frage ich mich:

    Welchen Versicherungskunden soll den Herr Göker betrogen haben ....? Ich wünsche mir eine qualifizierte Antwort!

    Unqualifizierte Kommentare werden von mir unbeantwortet bleiben!!!!

  • Es ist mitunter interessant, alle Meinungen und Aussagen zu verfolgen. Allerdings steckt auch bei einigen unüberlegter Neid in diesen Aussagen. Ich meine hat der Herr Göker Fehler gemacht? Ja! Hat der Herr Göker eine vielleicht nicht nachvollziehbare Art an sich? Ja! War/Ist die Vorgehensweise nicht unbedingt nach "Wunschleitfaden"? Ja, ist sie nicht! Ich kann mich nicht daran erinnern, das die Versicherer zu der Zeit sich beschwert hätten.. Gehören am Ende doch immer 2 dazu.

  • Der Mehmet ist unglaublich. Er will allen immer noch Glauben machen, ER sei Opfer, nicht aber Täter,.. unfassbar. Der Vogel hat fremdes Geld einfach verschleudert und schuld sind jetzt die Anderen. Liebe Staatsanwälte, dreht den Gökers dieser Welt endlich den Hahn ab, endgültig. Grüße Nils Fischer

  • Solange es Versicherungsgesellschaften gibt, deren Vertriebsvorstände nach kurzfristigen Erfolg ausgesucht und bezahlt werden, wird sich hier nichts ändern. Herr Göker ist zwar ein arrogantes "A...." , nutzt aber nur das System aus. Hier gilt es anzusetzen.

  • Bei einem wiederholtem Falschparker kan eine MPU angeordnet werden. Erst mit erfolgreicher Unrersuchung und Einschätzung kann ein verkehrsteilnehmer dann wieder am Strassenverkehr teilnehmen. In der Versicherungsbranche ist das anders. Nehmen wir diesen Fall Mehmet. Dem Mann ist lediglich aus menschlicher Sicht ein Vorwurf zu machen. Aus der geschäftlichen jedoch nicht. Das Geld das er bekommen hat und jetzt immer noch bekommen hat, wurde nicht durch gewltsame Handlunen den Versicherern entrissen. Nein, stellenweise gehen die Versicherer egal welche Vergangenheit die Personen ode Personen haben hin und biten Geld. All das ist bekannt. Wo bbleiben die Verhaftungen der AXA Vorstände und weiter namhafter Versicherer nachdem diese Versichertengeld aus der Kasse der Versichertengemeinschaft genommen und das Kollektiv geschädigt haben? Ich glaube, dass Herr Gölker ohne Geld niemals einen solchen Aufwind bekommen hätte. Man sieht ja nun wie die Märkte im Versicherungsmarkt förmlich zusammenbrechen, das Vertrauen der Versicherungsnehmer schwindet und der Beitrag für Versicherungslösungen in die Wirtschaft fehlt. Es ist aus meiner Sicht Endzeitstimmung.

  • Es ist schlimm, dass solchen Typen nicht das Handwerk gelegt wird. Na ja, das bestätigt halt immer mehr, dass die deutsche Justiz absolut INKOMPETENT ist. Habe selbst etwas in dieser Richtung erlebt! Da ging es aber "nur um knapp 1 Mio", aber die Staatsanwaltschaft lief den Typ laufen und der treibt jetzt weiterhin sein Unwesen, wieder mal undter einem falschen Namen, wie das so oft passierte. Aber auch das Füh ren eines falschen Namens + Titels ist hierzulande anscheinend von der Justiz anerkannt!!!!!!

  • Man könnte fast annehmen, das Handelsblatt und/oder die Journalisten Hagen/Schmidt haben eine besondere Beziehung zu Herrn Göker so oft wird in deser Zeitung über diesen Herrn und seine Vergangenheit bzw. Gegenwart redundant berichtet. Entweder haben einige Personen beim Handelsblatt, oder/und die Journalisten Geld durch Herrn Göker verloren oder den - sich immer wiederholenden - Journalisten geht immer einer ab wenn sie über Göker schreiben dürfen. Bitte geben Sie doch mal neue Informationen, die nicht schon in vorherigen Artikeln über Herrn Göker ausführlich dargestellt haben. Diese Räuberpistole ist abgelutscht. Finden Sie mal heraus, welche Versicherung noch Geschäfte "inndirekt" mit der "neuen Göker Group" macht. Das ist m.E. informativer Journalismus und nicht die Redundanzen der letzten Artikel.

  • Typen, wie Göker arbeiten systemrelevant auf Strukturbasis mit unverschämt hohen Provisionen. Solange ein solches System politisch von der FDP geschützt und von der CDU mit schlechtem Gewissen akzeptiert wird,können solche Leute von überall tätig werden. Sie sind der Fluch des ehrlichen Maklers und der fleissigen Agenturen vor Ort. Solange diese Marschmeierei von allen Versicherungsgesellschaften zur permanenten Umdeckung von Lebens- und Krankenversicherungen außerordentlich belohnt wird, ist gegen Göker und seine Entourage nichts zu machen.
    WKElsdorf

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