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Krankenversicherung Zoll jagt säumige Zahler der Krankenkassen

Millionenfach zahlen gesetzlich Versicherte ihre Beiträge nicht. Immer öfter sitzt ihnen daher ein Zollbeamter im Nacken. Nichtzahler der privaten Versicherer müssen sich nur mit dem Gerichtsvollzieher auseinandersetzen.
11 Kommentare
Spezialkräfte des Zollkriminalamtes bei einer Übung. Quelle: dpa

Spezialkräfte des Zollkriminalamtes bei einer Übung.

(Foto: dpa)

Berlin Beamte des Zolls treiben immer öfter Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen ein. Die Zahl entsprechender Fälle hat sich binnen eines Jahres um 300.000 deutlich erhöht. Rund 1,6 Millionen Fälle gingen im vergangenen Jahr insgesamt an die Hauptzollämter, teilte das Bundesfinanzministerium der Nachrichtenagentur dpa mit. Im Jahr 2010 waren es noch 1,3 Millionen Fälle. 

Bei der größten Krankenkasse, Barmer GEK, ging es dabei um rund 52.000 Mitglieder, die Rückstände von 227 Millionen Euro verursachten, erklärte ein Sprecher. Vor allem Selbstständige sind von dem Inkasso durch den Zoll betroffen. Denn deren Beiträge werden nicht automatisch vom Arbeitgeber eingezogen und an die Kassen weiter geleitet. 

Oft haben sich Restbeträge über Jahre hinweg aufgebaut. Doch auch bei der zweitgrößten Krankenkasse, der Techniker, geht es aktuell nur um 18.000 säumige Zahler, die der Kasse 30 Millionen Euro schulden und daher im Vollstreckungsverfahren stecken. Zusammen haben die beiden größten Krankenkassen rund 16 Millionen Versicherte.

Manch andere der rund 150 Krankenkassen ist stärker betroffen. Das hat unterschiedliche Gründe. Eine Rolle spielt noch der ungeliebte Zusatzbeitrag, der nur von einer Handvoll Instituten bei den Versicherten persönlich erhoben worden war. In diesem Jahr laufen zwar wegen höherer Einnahmen im System die meisten Zusatzbeiträge aus, doch in der Vergangenheit zahlten viele Betroffene diesen Beitrag von meist acht Euro im Monat nicht, wie die Kassen immer wieder klagten. 

Rückstände entstehen zudem, wenn ein Unternehmen insolvent wird und die Beiträge nicht mehr zahlen oder abführen kann. Dadurch kann eine Krankenkasse stärker als andere von Beitragsrückständen betroffen sein.

Um an ihr Geld zu kommen, helfen den Krankenkassen andere öffentliche Stellen. Der dem Finanzressort unterstehende Zoll ist als Inkassostelle des Bundes und anderer öffentlich-rechtlicher Einrichtungen dafür zuständig. „Die Zahlen lassen zumindest tendenziell den Schluss zu, dass die bundesunmittelbaren Krankenkassen vermehrt rückständige Beiträge zur Vollstreckung an die Hauptzollämter abgeben“, teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Die gesetzliche Krankenversicherung mit rund 70 Millionen Versicherten hat Beitragsrückstände von 1,53 Milliarden Euro. Das sind jedoch nur 0,89 Prozent der Beiträge. Für den Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, ist dies ein „sensationell guter Wert, um den uns vermutlich jeder Mittelständler beneidet“. Von den rund neun Millionen Versicherten der privaten Krankenversicherung zahlen 144.000 Versicherte ihre Beiträge nicht. Dadurch ist ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde Euro aufgelaufen.

Viele Selbstständige zahlen Beiträge nicht
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11 Kommentare zu "Krankenversicherung: Zoll jagt säumige Zahler der Krankenkassen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Regierung Angela Merkel hat alles getan, um das System zu penetrieren. Dass daraus Leichen folgen mussten, war absehbar. Dass der Zoll nun (angeblich) die Beitragsschuldner jagt, ist das ein Possenspiel.
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    Hier sind auch die Versicherer gefragt, eine sozialverträgliche Lösung zu finden und entsprechend kooperativ und mit Bedacht zu agieren. Immerhin, haben bestimmte Versicherer ( AXA, Allianz, Hallesche, ) ja breitbandig an fragwürdige Vermittlerfirmen wie MEA (Göger!!!) Höchstprovisionen ausgereicht um gierige Nichtsblicker dazu zu bewegen, unbedarfte Menschen schlecht beraten an die Angel zu kriegen. Das System wurde hier regelrecht gegen den Interessenten gerichtet!
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    Also liebe Vorstände, bringt euren gierigen Problemberg in Ordnung oder gesteht euch ein mit welchen Mitteln ihr in einen fragwürdigen Wettbewerb eingetreten seid, der zwangsläufig viele Opfer forderte...
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    Übrigens ist das Schlamassel natürlich Öl ins Feuer für die Gesetzlichen KV mit Ersatz-KV's spätestens die AOK und die TKK werden das natürlich versuchen weiter auszuschlachten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ja,aber es lohnt sich doch so phantastisch die vielen,vielen Kleinen zu schröpfen,da die sich nur selten überhaupt wehren können und ihre Möglichkeiten und Rechte nicht kennen.Sie könnten keine Kriege führen,keine Banken retten,keine Millionen an Manager bezahlen,wenn die Kleinen endlich aufwachten.

  • Stimmt nicht. Dann gehen sie eben noch früher schlafen.

  • Die Hauptzollämter jagen alles und jeden.
    Unser Sohn ging 2 Jahre auf eine ausländische Schule. Dort haben wir die Bücher selbst kaufen müssen. An der deutschen Schule ordentlich abgemeldet, die Bücher zurück gegeben.
    Nachdem wir wieder in Deutschland gemeldet waren, stand das Hauptzollamt vor der Tür, wir hätten uns die Bücher der deutschen Schule "widerrechtlich angeeignet" und es wurde versucht, einen höheren Betrag einzutreiben. Erst geharnischte Telefonate und der Brief einen Anwalts liess den Beleg über die Rückgabe im Amt wieder auffinden.
    Genauso erging es uns mit der ruhenden Krankenversicherung, wir waren im Ausland gesetzlich versichert, sollten aber verdonnert werden doppelt Beiträge zu zahlen, sprich die 2 Jahre nachzuzahlen, obwohl alles ordentlich um- und abgemeldet. Auch hier erst Anwalt und Klage, und dann Feststellung is nicht.
    Kindergeld derselbe Zirkus, freiwilliger Verzicht, hat dann der damalige Arbeitgeber eine Zulage gezahlt.
    Dann Feststellung, keine gesetzliche Kasse wollte uns mehr. Also wieder irgendwo einen Arbeitsvertrag besorgt, und dann als freiwilliges Mitglied gnädig aufgenommen.
    Was in Deutschland mit diesen Pflicht- und doch nicht Pflicht und was weiß ich alles läuft, ist hahnebüchend.

  • Wie wäre es, wenn stattdessen die bankster gejagt würden? Laufend werden staatliche demokratische Gesetze gebrochen. Es wird gelogen und betrogen, Millionen von Menschen werden enteignet, und die Polizei rüstet gegen säumige Krankenkassenzahler auf? Ein verkehrte Welt.

  • Der Mindestbeitrag für Selbständige errechnet sich mindestens aus Einnahmen in Höhe von 1916,25 EUR für 2011.

    Das muss auch mal gesagt werden.

  • Es ist doch voellig abartig, wenn unsere Politik eine Vorgehensweise unterstuetzt, wo der Patient (der zum unmuendigen Kunden erzogen wurde) nie nachvollziehen kann, was wirklich abgerechnet wird. Dies gibt es in keiner anderen Branche. Unsere Politiker unterstuetzen die Lobbys um jeden Preis, aber entgegen jeder Vernunft. Unglaublich, dass es so ein System der fuer den Patienten nicht nachvollziehbaren Abrechnung ueberhaupt geben darf. Unsere Politiker lieben es offensichtlich...und somit hat es schon lange Bestand.

  • Bei der PKV hat jeder im Alter die Arschkarte gezogen. Der eine mehr der andere weniger. Ungeschoren kommt da keine von weg. Eingebrockt haben uns die Suppe hirnlose Politiker, die sich um ihre Versicherung bestimmt keine Gedanken machen müssen. Sie sind gleicher und wir nur gleich!

  • In diesem Land ist doch eh nichts mehr zu retten, es existiert lediglich nur noch weil der deutsche depp sich extremst ausplündern und verarschen lässt. Wenn die morgen vielleicht Ausgangssperre ab 18 Uhr verordnen wachen ein paar vielleicht dann mal auf.

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