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Lebensversicherung Ergo schreibt Kunden falsche Erträge gut

Der nächste Skandal für Ergo. Der Versicherer hat bei Hunderttausenden Lebensversicherungs-Kunden Erträge und Gutschriften falsch berechnet. Laut Verbraucherschützern dürften auch andere Gesellschaften betroffen sein.
23.07.2015 Update: 24.07.2015 - 13:49 Uhr Kommentieren
Die Versicherung hat Lebensversicherungs-Kunden falsche Erträge gutgeschrieben. Quelle: dpa
Ergo

Die Versicherung hat Lebensversicherungs-Kunden falsche Erträge gutgeschrieben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Neuer Ärger bei Ergo: Der Versicherer hat bei Hunderttausenden Lebensversicherungs-Kunden Erträge und Gutschriften falsch berechnet. Bisher habe das Unternehmen in 350.000 Fällen Bescheide korrigiert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Wie viele Kunden insgesamt betroffen sind, konnte Ergo noch nicht mitteilen. Die Aufarbeitung dauere noch an, hieß es. Die Zahl der insgesamt bei dem Versicherer abgeschlossenen Lebensversicherungsverträge liegt bei rund sieben Millionen. Zuerst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über das Thema berichtet.

Bei den meisten bisher abgearbeiteten Fällen gehe es um „Cent-Beträge bis dreistellige Summen“, sagte die Ergo-Sprecherin. Doch gebe es auch „einige wenige Fälle“, in denen es sich um fünfstellige Summen handele. Dabei verrechnete sich die Versicherung nach eigenen Angaben nicht nur zuungunsten ihrer Kunden. In vielen Fällen habe sie auch zu viel ausgezahlt oder überhöhte Summen gutgeschrieben.

Ein Beispiel: Ein Fehler bei der Berechnung von Riester-Verträgen betraf in den Jahren 2006 und 2007 insgesamt 203.000 Versicherungskunden. Dabei habe Ergo einerseits zwei Millionen Euro zu wenig ausgezahlt, andererseits aber auch acht Millionen Euro zu viel, sagte die Sprecherin. Inzwischen habe die Versicherung den geschädigten Kunden die fehlenden zwei Millionen Euro gutgeschrieben. „Die acht Millionen Euro haben wir nicht zurückgefordert“, fügte sie hinzu.

Ursache des Problems sind nach Ergo-Angaben Fehler in den Computerprogrammen, mit denen die Erträge berechnet wurden. „Wir arbeiten daran, dass nach Abschluss der Korrekturen alle Kunden so gestellt sind, wie es mit ihnen vertraglich vereinbart wurde“, sagte die Sprecherin. Wie viele Kunden am Ende betroffen seien, könne das Unternehmen noch nicht abschließend sagen, da noch nicht alle bekannten Fehler vollständig geprüft worden seien. Nach eigenen Angaben begann das Unternehmen bereits 2012 mit der Fehlerkorrektur.

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