Pilotprojekt der Huk-Coburg Die Autoversicherung, die Autos verkauft

Aus einem Möbelhaus in Düsseldorf hat der Kfz-Versicherer Huk-Coburg ein Autohaus gemacht und bietet dort Gebrauchtwagen feil. Das sendet ein Signal: Wenn Autokonzerne Versicherungen anbieten, verkaufen wir halt Autos.
In Düsseldorf hat die Huk-Coburg als erster Kfz-Versicherer ein eigenes Autohaus eröffnet.
Grau auf grau

In Düsseldorf hat die Huk-Coburg als erster Kfz-Versicherer ein eigenes Autohaus eröffnet.

DüsseldorfAuf den ersten Blick fällt das Novum nicht als solches auf: Wer sich in das Industriegebiet im Düsseldorfer Stadtteil Lierenfeld verirrt, findet dort seit kurzem ein neues Autohaus. Schick sieht es aus, doch zunächst nicht außergewöhnlich.

Die Verkaufshallen liegen in den untersten beiden Etagen eines großen, vierstöckigen Gebäudes mit flachem Dach. Durch eine breite Fensterfront fällt viel Tageslicht auf die rund 100 Autos, die zwischen weißen Säulen stehen. Kunden sind nicht zu sehen, dafür ein knappes Dutzend Mitarbeiter, teils in gläsernen Büros, teils auf der Verkaufsfläche.

Wo Autofahrer künftig sparen – und wo nicht
Baden-Württemberg
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Nach der aktuellen Regionalstatistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ergeben sich in elf der 44 baden-württembergischen Zulassungsbezirke bessere Einstufungen für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Davon profitiert gut jeder fünfte Autofahrer, insgesamt sind das rund 1,15 Millionen Versicherte. Bessere Klassen gelten künftig unter anderem in Lörrach, Göppingen, Rastatt und im Schwarzwald-Baar-Kreis. Gegenüber dem Vorjahr verschlechtert haben sich hingegen nur vier Zulassungsbezirke, darunter die Großstädte Ulm und Freiburg. In der Teilkasko-Versicherung rutschen rund 265.000 Versicherte in neun Zulassungsbezirken in höhere Klassen. Grund dafür waren insbesondere zahlreiche Schäden nach Hagelschauern im Raum Freiburg. In der Vollkaskoversicherung gibt es nur wenige Änderungen – für 90 Prozent der Versicherten bleibt hier alles beim Alten.

Bayern
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ute Nachrichten für zahlreiche Autofahrer in Bayern: Für jeden vierten Fahrzeughalter gelten zukünftig niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Von den besseren Einstufungen profitieren rund 1,7 Millionen Autofahrer in 28 der insgesamt 97 Zulassungsbezirke des Landes, unter anderem in Aschaffenburg, Bayreuth, Erding, Altötting und Pfaffenhofen. Höhere Einstufungen ergeben sich für knapp zehn Prozent der Autofahrer, darunter in Memmingen, Traunstein und Ansbach. In der Vollkaskoversicherung profitieren rund 345.000 Versicherte von einer besseren Einstufung, unter anderem in Schweinfurt, Amberg-Sulzbach und Freyung-Grafenau, während rund 75.000 in eine schlechtere Klasse rutschen. In der Teilkaskoversicherung ist es fast genau umgekehrt: Hier erhalten 345.000 Versicherte eine höhere und rund 70.000 eine niedrigere Klasse.

Berlin
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Nach der aktuellen Regionalstatistik werden Berliner Autofahrer wie in den Vorjahren in der höchsten Klasse der Kfz-Haftpflichtversicherung eingestuft (Regionalklasse 12). Berlin liegt damit gleichauf mit Hamburg und München. Der Grund für diese Einstufung ist die hohe Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund der in Ballungszentren höheren Verkehrsdichte. Auch in der Vollkasko-Versicherung gilt in Berlin weiterhin die höchste Stufe (Regionalklasse 9), in der Teilkasko-Versicherung die Regionalklasse 10 (von 16).

Brandenburg
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Für die Autofahrer in Brandenburg bleibt es auch im kommenden Jahr bei überwiegend günstigen Einstufungen in der Kfz-Versicherung. Laut des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gelten in der Kfz-Haftpflichtversicherung für 15 der 18 Zulassungsbezirke des Landes beziehungsweise für fast 85 Prozent der Fahrzeughalter auch weiterhin die niedrigsten Regionalklassen 1 und 2. Im Vergleich zum Vorjahr profitieren Versicherte des Bezirks Märkisch-Oderland von einer niedrigeren Regionalklasse, höhere Einstufungen ergeben sich für die Bezirke Brandenburg und Teltow-Fläming. In der Teilkaskoversicherung ergeben sich Verbesserungen für vier Landkreise beziehungsweise knapp 20 Prozent der Versicherten, in der Vollkaskoversicherung rutschen die Autofahrer aus dem Landkreis Oder-Spree in eine höhere Regionalklasse. Für alle anderen bleibt bei der Kaskoversicherung alles beim Alten.

Bremen
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Die Regionalklassen für Bremer Autofahrer bleiben weiterhin niedrig. Obwohl sich die Einstufung in der Vollkaskoversicherung um eine Stufe erhöht, gilt für die Versicherten mit der Regionalklasse 3 weiterhin eine deutlich niedrigere Einstufung als etwa in den anderen Stadtstaaten Hamburg (Regionalklasse 7) und Berlin (Regionalklasse 9). Auch in der Kfz-Haftpflichtversicherung werden Bremer Autofahrer weiterhin günstig eingestuft – hier bleibt es bei der Regionalklasse 5, während in Hamburg und Berlin die höchsten Regionalklasse 12 gilt. Im Zulassungsbezirk Bremerhaven bleiben die Regionalklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung sowie für Voll- und Teilkasko-Versicherungen erhalten.

Hamburg
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Für Autofahrer in Hamburg ergeben sich keine Änderungen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist Hamburg wie im Vorjahr in der höchsten Regionalklasse 12 eingestuft und liegt damit gleichauf mit Berlin und München. Der Grund für diese Einstufung ist die hohe Zahl von Verkehrsunfällen aufgrund der in Ballungszentren höheren Verkehrsdichte. Wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung bleiben auch in der Vollkasko-Versicherung (Regionalklasse 7) und in der Teilkasko-Versicherung (Regionalklasse 6) die bisherigen Einstufungen erhalten.

Hessen
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Für zwölf der 28 hessischen Zulassungsbezirke ergeben sich neue Einstufungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. In sieben Bezirken, darunter im Lahn-Dill- sowie im Main-Kinzig-Kreis, gelten zukünftig bessere Einstufungen. Insgesamt profitieren gut 700.000 Autofahrer in Hessen von niedrigeren Regionalklassen. In fünf Bezirken beziehungsweise für rund 510.000 Autofahrer erhöht sich die Einstufung, unter anderem in Fulda und Hanau. Gute Nachrichten gibt es für kaskoversicherte Autofahrer in Hessen: Für jeweils sechs Prozent der Voll- und Teilkasko-Versicherten gelten künftig bessere Einstufungen, für den Rest bleibt es bei den Regionalklassen des Vorjahres.

Einer von ihnen ist Jörg Rheinländer. Stolz zeigt er auf ein Auto hinten links in der Halle. Ein kleiner, weißer VW mit zwei silbernen Streifen, die über die Motorhaube laufen, spiegelt sich dort auf den blankpolierten, hellgrauen Fliesen. „Das ist einer von den beiden, die wir schon verkauft haben“, sagt er. Bemerkenswert ist daran vor allem eines: Rheinländer ist kein Autohändler. Er ist als Generalbevollmächtigter für die Versicherung von Autos zuständig und sein Arbeitgeber ist kein Hersteller, sondern ein Versicherer – die Huk-Coburg.

Das Unternehmen hat Mitte September in Düsseldorf sein eigenes Autohaus eröffnet: ein Novum. Der Wettbewerbsdruck in der Versicherungsbranche ist groß. Deshalb arbeiten viele Firmen bereits mit Autoherstellern zusammen, die den Kunden dann beim Kauf eines Neuwagens im Autohaus direkt ein Komplettpaket anbieten: In einer einzigen Monatsrate ist dann neben Finanzierung, Wartung und bestimmten Reparaturen auch die Versicherung enthalten.

So kooperieren BMW und Ford mit der Allianz, Renault arbeitet mit der Nürnberger-Tochter Garanta und dem Direktversicherer Direct Line und bei Daimler ist die HDI Versicherung an Bord. VW hat zusammen mit der Allianz sogar eine eigene Gesellscahft gegründet, die Volkswagen Versicherung, die auch für die Konzernmarken Audi, Seat und Skoda Policen anbietet.

Eine versteckte Kampfansage
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