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PKV gegen GKV Der Lockruf der Krankenkassen wirkt

Die Private Krankenversicherung ist keine Lebensentscheidung. Seit 1998 gingen mehr als zwei Millionen Kunden zurück ins gesetzliche System. Kritiker sprechen von Geldverschwendung, die PKV sieht dennoch Erfolge.
02.07.2013 - 10:23 Uhr 62 Kommentare
Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse: Er kritisiert Geldverschwendung in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Seine Kasse profitiert am stärksten von der Rückwanderung aus der PKV. Quelle: dpa

Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse: Er kritisiert Geldverschwendung in der Privaten Krankenversicherung (PKV). Seine Kasse profitiert am stärksten von der Rückwanderung aus der PKV.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die private Krankenversicherung (PKV) kämpft verzweifelt um neue Kunden. Um hohe Abgänge auszugleichen, steckt die kleine Branche immer mehr Geld in die Anwerbung von Angestellten und Selbstständigen. Trotzdem gingen im vergangenen Jahr erstmals mehr Privatpatienten zurück zu den Krankenkassen als umgekehrt neue angelockt wurden. Die Folge: Die Kosten für einen neuen Kunden schossen hoch – auf einen Rekordwert. 

„Die Abschlusskosten der Privatversicherer sind abstrus und bis zu etwa hundert Mal höher als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das ist reine Geldverschwendung“, kritisiert dementsprechend der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas. Darunter leiden die neuen Kunden: Sie bezahlen die hohen Anwerbekosten - mit ihren ersten Beiträgen.

Solche Trends in der Branche werden erst richtig deutlich, wenn man die Wanderungsbewegungen zwischen PKV und GKV sowie die jeweils neuen Vertragsabschlüsse langfristig betrachtet. Das fällt in den Rechenschaftsberichten der PKV-Branche unter den Tisch.

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    Ein Beispiel für die Wanderungsbewegungen ist der Zugang neuer Kunden. In den vergangenen 15 Jahren zeigt sich hier ein deutlicher Abwärtstrend. Das ist eine Entwicklung, die im deutlichen Kontrast zu den sonst üblichen Erfolgsmeldungen der Branche steht. Was wichtig für die langfristige Einschätzung der Branche ist:

    •           Jedes Jahr wechseln rund 150.000 Privatpatienten zurück zu den Krankenkassen - obwohl die Rückkehr doch eine Ausnahme sein soll und sehr schwierig ist.

    •          Die Zahl der neuen Privatpatienten, die aus der GKV kommen, ist seit 1998 um ein Drittel gesunken.

    •           Die Abschlusskosten in der Branche haben sich – bezogen auf neue PKV-Versicherte – dagegen verdoppelt.

    •           Etwa die Hälfte der Kosten für Vermittler und Vertrieb entfallen auf den brancheninternen Wettbewerb.

     

    Flüchtende Privatpatienten: Zurück zur Kasse
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    62 Kommentare zu "PKV gegen GKV: Der Lockruf der Krankenkassen wirkt "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sie unterstellen das Das EInkommen von 1990 bis 2011 nicht gestiegen ist. War das bei Ihnen so ? Wenn nicht müssen Sie die Steigerung der BBG und so mit dazurechnen. Dann siehts wieder anders aus oder ?

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

    • @K.S.:
      Jeder der arbeitslos wird, kann (muss) zurück in die GKV, wenn er zuvor PV versichert war.
      Ich bin überzeugt, dass dies mehr Menschen betrifft als jene die von der Selbständigkeit in die Festanstellung gehen.

    • Und diese andauernde gerede von Solidarität! Ich kanns nicht mehr hören!! Wer solidarisch sein möchte kann das jeden Tag - aus freier Entscheidung- OHNE Zwang.

      Außerdem zahlen wir alle den Soli sowieso schon bis ans Lebensende, sollen die Fischköppe in Berlin Ihre GKV (wobei die meisten Volksvertreter ja eh PKV versichert sind) damit doch Querfinanzieren anstatt unser hart verdientes Geld gierigen Investoren und inkompetenten Managern in den Rachen zu stopfen.

      Das wäre mal was!

    • Schlecht recheriert, polemisch und Stimmungsmache ohne haltbare Argumente oder adäquate Vergleiche. Schade liebes HB!
      Nehme ich aber gerne als Bestätigung im Richtigen System zu sein- den ohne driftigen Grund wird hier die PKV denuziert und madig gemacht- WARUM WOHL!!!!

    • Ihrem Beitrag möchte ich noch die Ausgaben jeglicher GKV'en für Plakat- und Zeitschriftenwerbung hinzu fügen. - was derartige Berichte angeht, könnte nach meiner Einschätzung das Wort POLEMIK, das Unwort des Jahrzehnts werden.

    • Also sind die Beiträge doch in der GKV höher? Ich habe den Artikel so verstanden, das die PKV zu teuer sein soll und so hohe Beiträge hat!?

    • Der Vorschlag von Herrn Bahr bezieht sich aber ausdrücklich nur auf die komplexe Kalkulation und Mitgabe der Altersrückstellungen INNERHALB der PKV.

      Die FDP nimmt auch in Ihrem Wahlprogramm ganz klar Stellung, dass ausdrücklich das DUALE Krankenversicherungssystem mit GKV UND PKV weitergeführt werden soll.


    • Prima!!! Hatte es auch gelesen. Mehr Wettbewerb schadet auch der PKV nicht.

      Das ist doch ein guter Vorschlag von Herrn Bahr, wie ich finde. Dieses Thema soll in der nächsten Legislaturperiode von der FDP angepackt werden.

      Also kann der "realistische" Wähler vielleicht doch etwas in diesem Thema bewegen, wenn er sich auch sonst einigermaßen im Wahlprogramm der FDP wiederfindet.

    • @ Leser,
      "Auf jeden Fall gehören die von Ihnen angesparten Rückstellungen nicht Ihnen persönlich!, sondern der ganzen Tarifgemeinschaft in der Sie versichert sind."

      Was sagen Sie denn jetzt!!!!


      Daniel Bahr im Versicherungsbote!!!!
      "Altersrückstellungen sollen komplett mitgenommen werden können

      Dem will Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nun Abhilfe schaffen und dafür sorgen, dass aufgebaute Altersrückstellungen künftig bei einem Wechsel zu einem anderen Unternehmen komplett mitgenommen werden können. „Das will ich ändern, Altersrückstellungen sollten mitgenommen werden können“, sagte Bahr."

      ja lieber Leser, egal ob Herr Bahr Wähler gewinnen will oder nicht. Langsam merkt der letzte, dass die PKV sich bewegen muss, ohne dass sich nach den deutschen Kritikern, nicht auch noch der Europäische Gerichtshof einschaltet.
      Wie jetzt auch schon von Herrn Bahr festgestellt,

      "Dadurch sind viele Versicherte allein schon aus ökonomischen Gründen an ihre Versicherung geknebelt und das auch bei Beitragserhöhungen. Denn ab einer gewissen Höhe der Altersrückstellungen ist ein Versicherungswechsel durch die Beitragsverluste schlichtweg unrentabel. Daraus entsteht für die Versicherten ein Lock-in-Effekt. Sie sind an den Versicherer gebunden. Des einen Freud und des anderen Leid. Das betrifft oft ältere Versicherte, die trotz steigender Prämien, de facto an das Versicherungsunternehmen gefesselt sind."

      Ich denke der Weg zum offenen Versicherungsmarkt zwischen GKV und PKV wird immer wahrscheinlicher. Nur braucht man dann noch eine PKV Vollversicherung.
      Es erschließt sich doch der Gedanke, wenn der Versicherte seine Rückstellungen zu einer anderen Gesellschaft mitnehmen kann, warum nicht auch zur GKV.

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