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Auffahrunfall

Die Schaden-Kosten-Quote der Kfz-Versicherer lag im vergangenen Jahr bei 96 Prozent.

(Foto: dpa)

Policen Kfz-Versicherer liefern sich Preiswettbewerb – Tarife dürften günstiger werden

Gute Nachrichten für Autofahrer: Konkurrenzdruck und gut gefüllte Kassen dürften dazu führen, dass die Preise für Kfz-Policen sinken werden.
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MünchenDie Entwicklung bei Kfz-Versicherungen beobachtet Klaus-Jürgen Heitmann stets besonders genau. Die Huk-Coburg, an deren Spitze er seit mehr als anderthalb Jahren steht, ist in Deutschland schließlich Marktführer. „Jetzt ist wieder Wettbewerb am Markt, das bedeutet in erster Linie Preiswettbewerb“, gibt Heitmann die eindeutige Richtung vor.

Für die Halter von mehr als 46 Millionen Fahrzeugen, die in Deutschland zugelassen sind, sind das gute Nachrichten. Denn diese orientieren sich bei der Auswahl des Kfz-Versicherers weiterhin zuallererst am Preis, der für die Absicherung zu zahlen ist. Vorbei sind damit die Zeiten wie noch in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts, als die Beiträge einem Automatismus gleich Jahr für Jahr anzogen.

Es ist dabei eine Mixtur aus unterschiedlichen Ansätzen, die dazu führen, dass die Besitzer von Autos, Motorrädern oder Wohnmobilen künftig mit einem Vergleich der Wettbewerber oder durch geschicktes Anpassen der bisherigen Police weniger bezahlen als im Vorjahr.

Zum einen sind es dabei die Datenmengen, die den Versicherern beim Berechnen von Tarifen zur Verfügung stehen. Längst vorbei sind dabei die Zeiten, in denen Modell, Fahr-und Motorleistung sowie die unfallfreien Jahre ausreichten, um den Beitrag zu berechnen. Die aus der Unfallfreiheit abgeleitete Schadenfreiheitsklasse ist zwar immer noch ein wesentliches Kriterium, allerdings gibt es bei manchen Versicherern hier mittlerweile 50 Stufen.

Anders ausgedrückt: Wer es besonders günstig will, der muss 50 Jahre unfallfrei fahren. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif könnte dann ein siebenfacher Preisunterschied liegen.

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Weitere wesentliche Kriterien für den Preis sind die Regionalklasse und die Jahresfahrleistung. Wer in einer Gegend wohnt, in der gewöhnlich nur wenige Unfälle oder Diebstähle passieren, hat ebenso einen Vorteil wie derjenige, der nur wenige Tausend Kilometer im Jahr fährt.

Individuelle Tarife

In Zukunft sollen zudem sogenannte Telematik-Tarife wesentlich an Bedeutung gewinnen. Sie messen je nach Versicherer Fahrgewohnheiten und Kilometerleistung, Uhrzeit und Strecke, um so einen möglichst individuellen Tarif für jeden einzelnen Fahrzeughalter zu berechnen. Die Systeme, die etliche Assekuranzen zum ersten Mal vor rund drei Jahren eingeführt haben, werden stetig weiterentwickelt.

Standen die Telematik-Tarife bislang bei vielen Versicherern nur jungen Fahrern im Alter von unter 30 Jahren offen, so bieten inzwischen unter anderem Generali, VHV oder der HDI diese Tarife allen Altersgruppen an. Die Allianz und die Huk Coburg stoßen nun dazu. Irgendwann sollen Telematik-Tarife zum Massenprodukt werden, so der Wunsch der Branche.

Nebenbei profitieren die deutschen Fahrzeugbesitzer auch von der außergewöhnlichen Wetterlage im vergangenen Jahr. „2018 hat es fast nicht gehagelt, auch sorgte kaum Regen für außergewöhnlich gute Straßenverhältnisse“, resümiert Huk-Chef Heitmann. Es gab somit weniger Schäden, was sich positiv aufs Ergebnis der Assekuranzen auswirkte.

Anders als zuvor haben die deutschen Kfz-Versicherer damit im vergangenen Jahr gutes Geld verdient. Die Schaden-Kosten-Quote lag für die Branche bei erfreulichen 96 Prozent. Erst bei einem Wert von mehr als 100 Prozent legen die Versicherer drauf. Auch manch gut gefüllte Kasse dürfte somit dazu führen, dass ein Anbieter künftig mit günstigen Konditionen lockt.

Für besondere Brisanz dürfte dabei auch der Machtkampf der Giganten Huk-Coburg und Allianz führen. Seitdem die Oberfranken vor acht Jahren die Marktführerschaft in Deutschland übernommen haben, konnten sie ihren Marktanteil kontinuierlich ausbauen. Inzwischen hat die Huk-Coburg eigenen Angaben zufolge rund zwölf Millionen Kfz-Policen im Bestand, bei der Allianz sind es 8,6 Millionen.

Ende des Jahres will man dort aber mit dem neuen digitalen Direktversicherer Allianz Direct starten. Zudem ist man neuer Kooperationspartner des ADAC. Für Autobesitzer sind das insgesamt gute Nachrichten.

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