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Private Krankenkasse In welchen Fällen die PKV tatsächlich einen Mehrwert bietet

Die Erwartungen an Topschutztarife der privaten Versicherer sind oft hoch. Wir zeigen, was sie leisten und wo sie tatsächlich mehr zahlen als gesetzliche Kassen.
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Ärzte nehmen sich in der Regel mehr Zeit für Privatpatienten. Quelle: imago/photothek
Im Wartezimmer einer Arztpraxis

Ärzte nehmen sich in der Regel mehr Zeit für Privatpatienten.

(Foto: imago/photothek)

DüsseldorfOb beim Zahnersatz oder im Krankenhaus: Die Erwartungen an Topschutztarife der privaten Krankenvollversicherung (PKV) sind groß. Im Vergleich von Franke und Bornberg müssen sie hohe Standards erfüllen: „Eine Kostenerstattung für Heilpraktiker, Psychotherapie, Krankenfahrstühle und damit Hilfsmittel sowie Implantate ist Pflicht, die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer muss gewährleistet sein, und für Zahnersatz sollte der Tarif mindestens eine 80-prozentige Kostenübernahme bieten“, sagt Geschäftsführer Michael Franke.

Fünf Anbieter erreichen die Note „sehr gut“. Der 35-jährige Musterkunde bezahlt für solche Spitzenpolicen zwischen 572 und 643 Euro pro Monat.

Es wurden 31 Versicherer getestet.
Siegel

Es wurden 31 Versicherer getestet.

Lohnt sich das? „Private Krankenversicherer zahlen im Durchschnitt deutlich mehr als die gesetzlichen Krankenkassen“, zeigen Sonja Hagemeister und Frank Wild im Jahresbericht 2018 zu Mehrumsatz und Leistungsausgaben von PKV-Versicherten.

Allein für ambulante Leistungen gaben die Privatversicherer 2016 für knapp neun Millionen Kunden mehr als elf Milliarden Euro aus, die 73 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bekamen nur knapp 37 Milliarden. Würde die PKV nach Vorgaben der GKV zahlen, hätten die Ausgaben 4,6 Milliarden Euro betragen.

Attraktiv für Gutverdiener

Bei Arzneimitteln waren die Mehrausgaben mit 0,9 Milliarden 2016 überschaubar. Die verordneten Medikamente müssen zwar auch in der PKV medizinisch notwendig sein, nicht aber wie in der GKV auch noch als ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich bewertet werden.

Privatpatienten kommen früher in den Genuss von innovativen Medikamenten, weil die Genehmigungsverfahren bei der GKV erheblich länger dauern.

Bei der stationären Behandlung zahlte die PKV rund 9,7 Milliarden Euro. Nach GKV-Standards wären es etwa neun Milliarden Euro gewesen – ein überschaubarer Mehrbetrag.

Allgemeine Krankenhausleistungen werden für GKV- und PKV-Patienten nach gleichen Modellen abgerechnet. Der Unterschied liegt vor allem in der Unterbringung in Ein- und Zweibettzimmern und in der Chefarztbehandlung. Beides ist bei Toptarifen Pflicht.

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Eklatant ist dagegen die Differenz zwischen PKV und GKV beim Zahnarzt. Während die privaten Krankenversicherer hier 4,9 Milliarden Euro zahlten, wären es nach GKV-Kriterien nur 1,7 Milliarden Euro gewesen. Die besten Toptarife der PKV bieten hier 100 Prozent für Brücken, Kronen, Stiftzähne oder Implantate.

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Die Privatversicherer gaben 2016 insgesamt etwa 35 Milliarden Euro aus. Sie bezahlten 12,9 Milliarden mehr, als nach den Grundsätzen der GKV notwendig gewesen wäre. Topverträge haben einiges zu bieten. Dem stehen aber entsprechend hohe Prämien gegenüber.

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„Attraktiv sind sie aber nur für gut verdienende Personen mit guter Altersversorgung“, warnt Versicherungsberater Stefan Albers. Finanzielle Probleme drohen bei Berufsunfähigkeit oder niedrigerem Einkommen. Auch im Alter können zudem die Beiträge steigen.

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