Private Krankenversicherung Mehr Leistung durch Tarifwechsel – Auch Privatversicherte können zusätzliche Risiken absichern

17 Prozent der privat Versicherten hätten sich lieber in der GKV mit Zusatzangeboten versichert. Ein Wechsel lohnt sich meist aber nicht mehr.
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Nicht nur Menschen mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können ihren Krankenversicherungsschutz ausweiten. Quelle: Bildquelle
Rotes, grünes und blaues Rezept

Nicht nur Menschen mit der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) können ihren Krankenversicherungsschutz ausweiten.

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DortmundDie Möglichkeit, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit Ergänzungspolicen aufzuwerten, macht sogar manche privat Versicherten neidisch. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg unter privat Versicherten ergab, dass sich 17 Prozent auf Basis ihrer heutigen Erfahrung lieber in der GKV mit Zusatzangeboten versichert hätten.

Dabei bietet die private Krankenversicherung (PKV) häufig einen Leistungsvorsprung. „Drei Viertel aller PKV-Tarife bieten zumindest in Teilbereichen Leistungen, die gesetzlich Versicherte separat abschließen müssen“, beobachtet Sven Hennig, Makler aus Bergen auf Rügen. Meist handele es sich dabei um Schutz für Zahnersatz oder Sehhilfen und Krankenhausaufenthalte.

Auch für privat Versicherte, deren Verträge bereits länger laufen, gibt es immer mehr Möglichkeiten, noch mehr Risiken abzusichern, indem sie ihren Tarif ergänzen oder ändern. Den Anbieter zu wechseln ist dagegen häufig nicht wirtschaftlich. Denn hier geht ein Teil der Alterungsrückstellungen verloren, und es wird eine neue Gesundheitsprüfung gemacht, was den neuen Vertrag schnell teurer macht, wie Verbraucherschützer warnen.

Gemäß Paragraf 204 Versicherungsvertragsgesetz ist ein Tarifwechsel jederzeit möglich. Laut der Umfrage der Verbraucherzentrale Hamburg hat rund ein Fünftel der Versicherten bereits seinen Tarif gewechselt, und fast 80 Prozent von ihnen waren mit dem Service ihres Anbieters zufrieden. Dabei legt der Anbieter auf Nachfrage andere Tarife offen.

Beratung bei der Verbraucherzentrale empfohlen

Weil es davon häufig extrem viele gibt, trifft dieser oft eine Vorauswahl, die für den Kunden geeignet sein soll. „Ob dem Versicherungsnehmer dabei tatsächlich alle möglichen Alternativen aufgezeigt werden, ist nicht nachvollziehbar und daher intransparent“, kritisiert der Bund der Versicherten (BdV) und empfiehlt die Beratung bei einem Makler oder einer Verbraucherzentrale.

Der Grund für die Tariffülle ist, dass die Kunden ihren Leistungsumfang selbst wählen können, wie der PKV-Verband erklärt. Hinzu käme: „Im Gegensatz zur GKV können weder die privaten Versicherer noch der Gesetzgeber die Tarifbedingungen im Nachhinein ändern.“ Es dürften keine Leistungen gekürzt und in der Regel auch keine Leistungen hinzugefügt werden. „Stattdessen legt der Anbieter bei Bedarf einen neuen Tarif auf.“

Makler Hennig rät dazu, den Versicherungsschutz regelmäßig zu überprüfen, zumal sich der Bedarf mit der Zeit ändern kann. Ihm fällt auf: Neue Tarife haben oft Mehrleistungen und müssen dabei noch nicht mal teurer sein als der alte Vertrag. „Aufgrund einer anderen Kalkulation können sie sogar günstiger sein. Oder aber unterm Strich zahlt der Kunde weniger, wenn er die Mehrleistungen ausschließt und nur auf den bisherigen Schutz besteht, der identisch ist zum Altvertrag“, erklärt der Experte.

Immer wenn der Kunde zusätzliche Leistungen absichern will, kann der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Die sei zunächst einmal dieselbe wie für Neukunden, „anschließend werden aber nur die für die Mehrleistung relevanten Vorerkrankungen für einen Risikozuschlag oder Ausschluss herangezogen“, weiß Hennig.

Wer zum Beispiel mit der Diagnose Multiple Sklerose lebt, aber gesunde Zähne hat, der müsse für einen erstmaligen oder erweiterten Zahnersatzschutz keinen Risikozuschuss zahlen. Fällig werde dieser hingegen, wenn die Zähne zuletzt geschädigt wurden oder bestimmte Erkrankungen vorliegen, die im Zusammenhang mit Zahnproblemen stehen wie zum Beispiel einige Leber- oder Magen-Darm-Leiden. Alternativ könne der Anbieter auch eine Wartezeit vereinbaren oder etwa die ersten Implantate für bereits ausgefallene Zähne ausschließen, erklärt der Makler.

Übrigens wird auch eine Reduzierung des Selbstbehalts in der Regel vom Versicherer als eine Mehrleistung angesehen, „folglich kann auch hier eine Gesundheitsprüfung verlangt werden“, ergänzt der BdV.

  • ank
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