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Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung Finanzkraft fürs Alter sammeln

Mit dem Alterseinkünftegesetz wird die Alterssicherung in Deutschland grundlegend umgebaut. Bislang standen die drei Säulen gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersversorgung und privates Sparen getrennt nebeneinander. Von nun an gilt das „Drei-Schichten-Modell“.
  • Bernd Katzenstein

Der gesetzlichen Rentenversicherung wird die kapitalgedeckte „Basis-Rente“ zur Seite gestellt. Beide zusammen bilden die erste Versorgungsschicht. In Zukunft gilt hier die nachgelagerte Besteuerung. Die zweite Schicht baut sich aus Riester- und Betriebsrenten auf. Die private Kapitalanlage schließt das Modell als dritte Schicht ab.

Die Einführung der nachgelagerten Besteuerung geht zurück auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Das hatte entschieden, die unterschiedliche Besteuerung der Beamtenpensionen und der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung einander anzugleichen. Neben dieser Rechtsangleichung führt der Systemwechsel zu einem weiteren Schritt in Richtung mehr Kapitaldeckung bei der Alterssicherung in Deutschland. Zusammen mit den Reformen der vergangenen Jahre führt das Alterseinkünftegesetz dazu, dass die Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung künftig erheblich zurückgehen. Gleichzeitig wird die kapitalgedeckte Altersvorsorge noch stärker als bisher gefördert – über steuerliche Anreize in der ersten Schicht sowie über Zulagen und den gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung in der zweiten Schicht. Das alte Modell mit der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung als mächtiger erster Säule, die alle anderen Vorsorgeformen weit überragt, hat damit ausgedient.

Die Einführung eines Nachhaltigkeitsfaktors, ein steigendes gesetzliches Mindestrentenalter mit Abschlägen bei vorzeitigem Rentenbeginn, steigende Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung – dies alles führt dazu, dass die gesetzliche Rente eines nicht mehr allzu fernen Tages nur noch eine Grundversorgung leisten wird. Diese Entwicklung birgt ein enormes gesellschaftliches Risiko. Denn die erste Säule trägt noch immer die Hauptlast der Alterssicherung: Etwa 82 Prozent der Bevölkerung sind Mitglied der Rentenversicherung, rund 22 Prozent davon als Rentner, alle anderen als Beitragszahler. In den alten Bundesländern stammen knapp 80 Prozent der Einkommen eines Rentnerhaushalts aus der Umlagerente, in den neuen Bundesländern sogar 90 Prozent. Derzeit kann ein Durchschnittsverdiener noch mit rund 48 Prozent seines letzten Bruttoeinkommens rechnen, wenn er in Rente geht. Dieses Versorgungsniveau wird in den kommenden Jahren sinken. Bei einem immer ungünstigeren Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern lässt das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung einfach keine andere Möglichkeit.

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