Privatpatienten Vorsicht, neue Provisionsjäger in der PKV!

Die Beiträge in der Privaten Krankenversicherung (PKV) steigen. Für clevere Verkäufer ist das wie eine Lizenz zum Gelddrucken. Denn unzufriedene Kunden lassen sich leichter zum Wechsel verführen. Und zahlen dann drauf.
16 Kommentare

DüsseldorfAlle Jahre wieder steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung. Die neun Millionen Privatpatienten sind davon allerdings sehr unterschiedlich betroffen. Manche zahlen nur ein paar Euro mehr, einige Neukunden kommen sogar im nächsten Jahr günstiger weg. Andere werden dagegen kräftig zur Kasse gebeten.

Wer die Geprellten mit satten Einsparungen im Jahr lockt, hat gute Chancen, schnell Geld zu verdienen. Verkaufsorientierte PKV-Vermittler sowie eine neue Gruppe cleverer Makler und Berater haben sich daher genau auf diese PKV-Verlierer spezialisiert: Privatpatienten, deren Beiträge zuletzt stark gestiegen sind und die deutlich weniger für die Krankenversicherung ausgeben wollen.

„Viele unseriöse Berater nutzen diese Situation leider oftmals zu ihren Gunsten schamlos aus“, warnt etwa Gerd Güssler, Geschäftsführer der Freiburger KVpro.de GmbH. Viele Verkäufer raten so Jahr für Jahr direkt zum Versichererwechsel, weil dies hohe Provisionen für sie garantiert. Die extrem hohe Zahl brancheninterner Wechsler bestätigt dies.

Daneben etabliert sich eine zweite Sparvariante: der Tarifwechsel innerhalb des einmal gewählten Versicherers. Für Verkäufer, die das schnelle Geld suchen, ist das kein Geschäft. Hier agieren eher jene, die mal gerne mit dem Versicherer streiten. Auch ihre Einnahmen können fürstlich sein. Schließlich bemisst sich das Honorar häufig an der Ersparnis, die sie für ihre Kunden herausholen.

Der Haken dabei: Größtmögliche Einsparungen sind im einen wie im anderen Fall oft nicht die optimale Lösung. Denn häufig sei damit verbunden, dass die einbezahlten Prämien oder Altersrückstellungen sowie wertvolle erworbene Rechte für immer verloren seien, warnt Güssler. Zudem bleibt so gut wie immer unklar, wie lange die neue Prämie günstig sein wird.

Wie sollen sich unzufriedene Privatpatienten nun verhalten? Branchenexperten halten dafür eine Reihe von Ratschlägen bereit. Dazu gehört vor allem: Versicherte müssen den richtigen Berater finden – einen, der in ihrem Interesse handelt. Dabei sollten sie auch lernen, gut klingende Offerten erst einmal kritisch unter die Lupe zu nehmen. Dazu einige Beispiele, die als Warnung dienen können.

Ein Schock, der keiner war
Seite 1234567Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Privatpatienten - Vorsicht, neue Provisionsjäger in der PKV!

16 Kommentare zu "Privatpatienten: Vorsicht, neue Provisionsjäger in der PKV!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • PKV Versicherter sucht nach Möglichkeit einer Krankenversicherung analog EU Einwanderer ( nicht mehr und nicht weniger).
    Grund: Die zu erwartende Rente steht in keinem Verhältnis zum PKV Beitrag.
    Biete: Prozentuale Versicherungsbeitragserhöhung in Höhe der
    Prozentualen Rentensteigerung.
    Erwarte: eine Grundversorgung ohne jeglichen Schnick Schnack.
    Verzichte: Auf jegliche Versprechungen hinsichtlich Altersrückstellungen, bezahlbare Tarife im Rentenalter.
    Argumente: Gesundheitsversorgung ist eine Momentaufnahme. Den einen trifft es mehr den einen weniger. Spekulationen hinsichtlich Zukunft und Lebenserwartung gepaart mit falschen und nicht kalkulierbaren Einnahmequellen wie in der PKV, sind keine Grundlage einer ehrlichen, planbaren, verlässlichen Gesundheitsversorgung.
    Anmerkung: Sollten 90% der Krankenversicherten (GKV) laut der PKV Verfechter in dem schlechteren System versichert sein, so muss das ganze Gesundheitssystem auf den Prüfstand.
    Ansonsten muss man doch die Frage stellen, warum man für 10% PKV Versicherte extra Regelungen aufstellt.
    Logische Konsequenz: Will man beide Systeme, und keinem auf die Füsse treten, dann muss man den Wettbewerb endlich eröffnen und jedem den Zugang gewähren.
    Hauptproblem: Kann beim besten Willen nicht feststellen, dass die PKV Versuche anstellt Versicherte ehrlich zu informieren, und ihr Kostenproblem in den Griff bekommen will.
    Etwas weniger in Angebot und Versprechen wäre im Endeffekt viel mehr.

  • Und da ist er wieder, der Stimmungsmacher vom HB...

    Ja klar, die GKV bietet Leistungen die bei der PKV nicht vorhanden sind. Und überhaupt ist die GKV das einzig Wahre, hier ist alles prima. Träumen Sie weiter...

  • @CorneliaFaller,
    wo bitte ist die PKV besser als die GKV.
    Erstens bietet die GKV Leistungen an, die bei der PKV nicht vorhanden sind, oder teuer bezahlt werden müssen.
    Ich verstehe nicht warum die lieben Verfechter der PKV nicht einsehen wollen, dass die PKV im Vergleich zur GKV nicht mithalten kann, und die Versicherten immer mehr zur Kasse bittet, um überteuerte Zusagen für Ärztehonorare etc. leisten zu können.
    Wo bitte hat die PKV eine Daseinsberechtigung als Krankenkasse.
    Am schlimmsten finde ich, dass man ein Konzept am leben erhält, welches nur dazu dient Gewinne zu maximieren ohne jeglichen Mehrwert gegenüber der GKV.
    Paradox ist auch, dass man unter bestimmten Voraussetzungen zu einem solchen System verpflichtet wird, ob man will oder nicht.
    PKV geht eigentlich nur als Zusatzversicherung, nicht aber
    als extra Bestimmung für Beamte, Verdiener über der Pflichtgrenze, Versicherte über 55 Jahre.
    Das ganze verstößt gegen Menschenrechte, Gleichberechtigung.

  • Wieder mal ein netter Versuch vom Handelsblatt um gezielt Stimmung gegen die PKV zu machen. Wie durchschaubar...

    Dazwischen immer noch schön Bilder von Herrn Göker platziert, nach dem nun wirklich gar kein Hahn mehr kräht. Das ist Bild-Niveau...

    Übrigens, wer seine PKV von widge etc.für ein teures Honorar überprüfen lässt ist selbst schuld, i.d.R.noch mit "versteckten Nachteilen für die Zukunft". Jeder Versicherte hat auch kostenlos die Möglichkeit über einen Berater seiner Versicherungsgesellschaft oder über die Gesellschaft direkt seinen Schutz zu optimieren.

  • Hier wird von gierigen und unseriösen Vermittlern gesprochen, die "Jahr für Jahr zum Versicherungswechsel raten", weil das hohe Provisionen garantiere!? Das ist natürlich Unsinn, da der Vermittler inzwischen ja eine 5-jährige Stornohaftungszeit zu überstehen hat. Wechselt der Versicherte nach einem Jahr, sind 4/5 der erhaltenen Provision zurückzuzahlen! Als Einnahme steht dagegen dann eine Provision für einen günstigeren Monatsbeitrag, der ja Grund für den Wechsel ist. Da sehe ich keine garantierte hohe Provision, sondern nur eine geringe Differenz.

    Und dass die Bürgerversicherung inzwischen vom Tisch ist, ist sowohl für Bürger, wie auch für Ärzte, Kliniken, Versicherungen und Vermittler eher ein Segen. Schließlich haben andere europäische Länder in der Vergangenheit damit ihre GKV-Systeme in die Pleite gefahren. Und dass damit die sogenannte Zwei-Klassen-Medizin abgeschafft würde, glauben wohl nur die Uninformierten, denn die BV wäre von den Grundleistungen her noch schlechter als die aktuelle GKV bei uns und Leistungsergänzungen in Form von privaten Zusatz-Versicherungen können sich eben genau die Bedürftigen nicht leisten - die Zwei-Klassen-Medizin würde dadurch erst richtig forciert.

  • Mich wundern die Artikel des Handeslblatt in Punkto PKV gar nicht mehr ! Reißerisch , einseitig und "die bunte Schar der nicht eindeutige reklementierten Berater,Makler und Vermittler ,die sich selber so nennen" ist schlichtweg Blödsinn und wiederholt das leider weitläufig falsch verankter Bild des raffgierigen Vermittler Marke Mehmet Göker ! Durch die Umsetzung der Unisextarifierung hat sich viel getan in der PKV Welt, vor allem in den verbeserten Leistungsumfängen !Die E.U. Vermittlerrichtlnie sind kein "Good Will" sondern eine Gesetzgrundlage die bei der Beratung von PKV vs GKV Bestandteil ist ! Ich muss mich jederzeit haftungstechnisch daran messen lassen können ! Schwarze Schafe gibt es nun leider in jedem Beruf , nur hier wird laut nach dem Gesetzgeber geschrien, sobald die Beiträge erhöht werden ( natürlich nur wenn es die PKV betrifft !)

    Meinungen von Sensmeier,Maurmer ,die wirklich sinnig auch einmal die andere Seite der (G)KV beleuchten werden hier in diesem Artikel ausgeklammert ! Tja, da drängt sich mir die Frage nach der Neutralität mehr als einmal auf, mein liebes Handelblatt !

    Wer laut nach der Bürgerversicherung schreit, sollte sich die Versuche der USA in den 70zigern und der Hollands in den 80zigern vor Augen führen ,die diese "Pflichtbasis für Jedermann" beschlossen und damit Ihre GKV Systeme innerhalb von 7 Jahren ( Holland) und 5 (!) Jahren (USA) in den Bankrott führten ! Teure Medizin, immer Älter werdene Versicherte und weniger Nachwuchs waren nur drei hausgemachte Problematiken ,die keiner auf dem Rechner hatte..

    Die die Menschen PKV versichern sollten meines Erachtens wie der Sozialfachangestellte einer GKV Ausbildung ,Berufserfahrung und Fachkenntnis nachweisen müssen, sonst dürfte sie / er dies einfach nicht mehr ausführen!

    Ich bewege mich schon seit ca.18 Jahren in der PKV Voll & Zusatz Welt und habe immer noch keinen aufschreienen Kunden ,der BAP Anpassung in zweistelliger Höhe über sich ergehen lassen muss!HG DerMakler

  • Diese PKV kann tun und lassen was sie will.
    Der Staat lässt lieber die Versicherten kaputt gehen, als mal rechtliche Schritte gegen die PKV zu unternehmen.
    Wer seine PKV nicht mehr zahlen kann muss diesen Verein verlassen können.
    Da ist langsam der EuGH gefragt, und muss dieses treiben beenden.
    Jeder muss das Recht auf eine bezahlbare Krankenversicherung haben, wer unbedingt mehr als Standard will, der soll eine private Zusatzversicherung abschließen.
    Egal ob PKV oder GKV, warum sollen Kunden für Gesellschaften zahlen, die den Hals nicht voll kriegen.
    Bürgerversicherung für alle.
    Wer auf Kosten der Krankenkassen Anleitungen für Bewegungstherapie oder gesunde Ernährung will, oder Sportarten betreibt die hohe Risiken haben, soll dies selbst zahlen.

  • Erfolgshonorare bei Tarifwechsel sind für Versicherungsberater nicht zulässig. Das kann man der Rechtsprechung und den Gesetzen (RVG, RDGEG) entnehmen.
    Versicherungsmakler dürfen schon grundsätzlich keine Erfolgshonorare nehmen. Entweder ist der Tarifwechsel bei Versicherungsmakler eine Annextätigkeit für Mandanten, dann ist es mit den laufenden Vergütungen bezahlt, oder es ist eine unzulässig Rechtsberatung.

    Warum WIDGE die Bösen und minerva-kundenrecht die Guten sein sollen, verschließt sich mir.

    Delgare, also Beitragsoptimierung24, ist aber doch mal was ganz anderes.

  • Ob man wohl im Handelsblatt irgendwann auch mal einen ähnlich angriffslustigen Artikel über die Beitragsanstiege in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung lesen wird ?

    Wenn Angestellte freiwillig gesetzlich versichert sind, müssen sie nämlich ähnliche, meist aber höhere Beitragsanstiege im Vergleich zu Privatversicherten hinnehmen. Und man kann nur freiwillig gesetzlich Versicherte mit privat Versicherten vergleichen, denn nur die Freiwilligen können ja überhaupt in die Private wechseln.

    Der Höchstbeitrag der gesetzlichen Kassen stieg in den letzten 40 Jahren (und in solchen Zeiträumen muss man bei Kranken- und Pflegeversicherungen rechnen) um 6,6 % pro Jahr. Auch wenn der prozentuale Beitragssatz im Schnitt nur um 2,0 % pro Jahr gesteigen ist (von 8,2% in 1973 auf 17,8% in 2013) lag der Anstieg der Beitragsbemessungsgrenze bei satten 4,6 % (€ 614,- auf € 3.938,-). Und als freiwillig Versicherter treffen einen stets beide Anstiege zusammen.

    Es gibt vermutlich kaum einen pivaten Krankenversicherungstarif, der über so viele Jahre kontinuierlich so stark angestiegen ist wie die genannten 6,6 %.

    Es wäre schön, wenn solche völlig überhöhten Preisanstiege auch einmal in entsprechenden Artikeln des Handelsblattes thematisiert würden.

    Sonst könnte man das Handelsblatt der Einseitigkeit bezichtigen.

    Christian Sensmeier

  • Mit dem Artikel bieten Sie einem Tarifwechselberater eine Plattform, der anstatt 75 oder 100% einer Jahresersparnis "nur" 50% berechnet.
    Ist Ihnen dabei nicht in den Sinn gekommen, dass eine erfolgsabhängige Entlohnung der Tarifwechselberatung grundsätzlich nicht sinnvoll ist?
    Bei dieser Art der Entlohnung besteht immer die Gefahr, dass ein Wechsel in einen Tarif mit der maximal möglichen Beitragsersparnis empfohlen wird. Unabhängig von Leistungsverschlechterungen oder bereits absehbaren Beitragsanpassungen.

    Im vorhergehenden Kommentar wurde beanstandet, dass der Artikel zu spät erschienen ist, weil die 1-monatige Kündigungsfrist bereits abgelaufen wäre. Dies ist so nicht mehr richtig. In der neuen Fassung des §205 VVG (gültig seit dem 01.05.2013)ist geregelt, dass bei einer Beitragsanpassung innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung gekündigt werden kann.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%