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Ranking Welche Krankenkasse die besten Zusatzleistungen bietet

Krankenversicherte legen Wert auf einen möglichst günstigen Beitrag und attraktive Zusatzleistungen. Beides ist möglich, zeigt ein Test.
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Manche Krankenkassen unterstützen Bonusprogramme für gesundheitsbewusstes Verhalten. Quelle: AP
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Manche Krankenkassen unterstützen Bonusprogramme für gesundheitsbewusstes Verhalten.

(Foto: AP)

Düsseldorf Rund 96 Prozent der Leistungen gesetzlicher Krankenkassen sind identisch. Die Differenz von vier Prozentpunkten kann einen großen und entscheidenden Unterschied bedeuten. Denn nicht nur im Hinblick auf den individuellen Service, auch bei den Zusatzleistungen außerhalb der gesetzlichen Regelleistung gleicht keine Kasse der anderen. Zum anderen können sie auch den Zusatzbeitrag selbst festlegen, sodass die Beitragssätze stark voneinander abweichen.

Ein Vergleich lohnt sich. Versicherte können Geld sparen und die Kasse mit dem für sie passenden Leistungspaket ausfindig machen. Das geht einfach mittels Vergleichsportalen, bei denen Interessenten die Zusatzleistungen der Kassen abfragen können.

Eine Studie des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln für das Handelsblatt zeigt auf Basis von Anfragen beim Vergleichsportal gesetzlichekrankenkassen.de, welche Kasse die Wünsche der Kunden besonders gut erfüllen. Dazu hat das Kölner Institut 15.564 Anfragen auf dem Portal analysiert.

Die Auswertung der Anfragen macht deutlich, dass den Krankenversicherten sowohl der Beitrag als auch die Leistung gleich wichtig sind. So beziehen sich knapp 41 Prozent der Anfragen ausschließlich auf den Beitrag und 59 Prozent auf die Zusatzleistungen: „Ein gutes Angebot an Zusatzleistungen ist für Krankenkassen sehr wichtig, um sich im Wettbewerb zu behaupten und auch zu wachsen“, sagt Thomas Lemke, Geschäftsführer des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln. Insgesamt werden 17 Krankenkassen mit der Höchstnote exzellent ausgezeichnet.

Die gute Nachricht für gesetzlich Krankenversicherte: „Ein günstiger Beitragssatz und attraktive Zusatzleistungen schließen sich nicht aus“, so die Einschätzung von Lemke. Dass diese Kombination möglich ist, dafür stehen die hkk Krankenkasse und die BKK VerbundPlus, die im Test den ersten und zweiten Platz belegen. Beide Krankenkassen zeichnen sich durch den günstigsten Beitragssatz der bundesweit geöffneten Krankenkassen aus. Dennoch bieten beide ein attraktives Angebot.

Mit einem Beitrag von 14,99 Prozent ist die hkk Krankenkasse derzeit die günstigste Kasse im Bundesgebiet, der Zusatzbeitrag liegt nur bei 0,39 Prozent. „Die hkk Krankenkasse hat sich seit der Freigabe des Beitragssatzes über günstige Konditionen definiert und in den vergangenen Jahren beim Leistungsangebot nachgeholt“, urteilt Versicherungsexperte Lemke.

Dabei wählt die Krankenkasse die Zusatzleistungen nach einem stringenten Ansatz aus: „Bei der Auswahl berücksichtigen wir die Kundenerwartungen, Marktvergleiche, den gesundheitlichen Nutzen und die zu erwartenden Kosten“, sagt Holm Ay, Abteilungsleiter Marketing, Kommunikation & Produktentwicklung bei der hkk Krankenkasse. Die beliebtesten Zusatzleistungen seien das Bonusprogramm für gesundheitsbewusstes Verhalten, die Auslandsreiseimpfungen, die Osteopathie, Naturarzneimittel, Präventionskurse und Vorsorgeuntersuchungen.

Die Kombination aus günstigem Beitrag und attraktiven Zusatzleistungen kommt an: Die hkk Krankenkasse konnte von Januar bis Juli 2019 die Zahl ihrer Mitglieder um 6,5 Prozent auf 655.202 Versicherte steigern.

Bei den erwünschten Zusatzleistungen steht die Übernahme der Kosten für eine professionelle Zahnreinigung mit 44,5 Prozent an erster Stelle. Ein Bonus für die jährliche Zahnvorsorge, die Übernahme der Kosten für Osteopathie, aber auch die Hautkrebsfürsorge stehen in der Gunst der Krankenversicherten ganz oben, wie die Auswertung der Anfragen auf dem Portal www.gesetzlichekranken-kasse.de zeigt. „Krankenversicherte sollten sich genau über ihren persönlichen Bedarf im Klaren sein und dann eine Kasse auswählen“, empfiehlt Lemke.

Grundsätzlich, das zeigt die Marktforschung, spielt der Beitrag beim Kassenwechsel eine große Rolle, vor allem, wenn sich die Leistungen der Anbieter ähneln. Bei vergleichbaren Preisen entscheiden der Leistungsumfang und auch das Image des Anbieters. Leistung und Servicequalität spielen dabei eine zentrale Rolle. „Um konkurrenzfähig zu bleiben, sind Zusatzangebote unabdingbar“, sagt Nina R. Osmers von der Kommunikationsabteilung der DAK-Gesundheit, die auch die Höchstnote erhält.

Krankenkassen investieren viel Zeit und Geld, um bedarfsgerechte Zusatzleistungen zu entwickeln. „Wir befragen unsere Versicherten regelmäßig, wie zufrieden sie mit unseren Leistungen sind und welche Zusatzleistungen interessant sind“, sagt Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse.

Sie entwickelt neue Ideen für Zusatzleistungen im Dialog mit innovativen Start-ups und anderen Akteuren auf dem Gesundheitsmarkt. Die hkk Krankenkasse gibt zu diesem Zweck auch eigene Studien in Auftrag und betreibt Marktforschung, um neue nachfragegerechte Angebote zu entwickeln.

Digitalisierung wird wichtiger

Bei der HEK – Hanseatische Krankenkasse, die auch in diesem Jahr zu den Topanbietern gehört, müssen zusätzliche Leistungen medizinisch sinnvoll und finanzierbar sein: „Wenn wir einen echten Mehrwert für unsere Versichertengemeinschaft sehen, nehmen wir dieses Angebot in unsere Satzung auf“, sagt Thomas Boesler, Geschäftsbereichsleiter Marketing und Kundenservice bei der HEK.

Eine Strategie, die aufgeht: Mit einem breit gefächerten Angebot an Zusatzleistungen sei die Kasse in den letzten 15 Jahren in jedem Jahr gewachsen. Die Zahl der Mitglieder habe sich in diesem Zeitraum nahezu verdoppelt.

Immer wichtiger wird auch die Digitalisierung bei den Zusatzleistungen: „Zunehmend lernen die Krankenkassen auch mit Blick über den eigenen Tellerrand hinaus, digitale Innovationen zum Wohle ihrer Versicherten einzusetzen. Dabei wollen wir als IKK Südwest eine Vorreiterrolle spielen“, sagt Roland Engehausen, Vorstand der IKK Südwest.

Die Krankenkasse schneidet unter den regional geöffneten Krankenkassen am besten ab. „Bei den häufig genutzten Zusatzleistungen sehen wir einen klaren Trend zu unseren digitalen Angeboten. Dazu zählen unsere elektronische Gesundheitsakte und unsere App“, betont Jens Baas von der Techniker Krankenkasse.

Die gesetzlichen Krankenkassen scheinen mit ihrem Angebot an Zusatzleistungen den Geschmack ihrer Kunden zu treffen: Die Mehrheit der Deutschen sind mit den Leistungen der Krankenkassen zufrieden, wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter 1000 Krankenversicherten zeigt.

Vermutlich spiegelt sich in diesem Ergebnis die gute wirtschaftliche Lage der gesetzlichen Krankenkassen wider. Sie können es sich in einem wirtschaftlich guten Umfeld erlauben, das Angebot an Zusatzleistungen auszubauen. Die Zustimmung ist im Vorjahresvergleich um zwei Prozentpunkte auf 86 Prozent gestiegen.

Immerhin acht von zehn Deutschen sind überzeugt davon, dass sie alle Leistungen für eine gute medizinische Versorgung bekommen – auch dieser Wert ist leicht gestiegen. Zusatzleistungen der Krankenkassen leisten einen wichtigen Beitrag für dieses Ergebnis.

Mehr: Kassenpatienten, denen eine medizinische Grundversorgung nicht reicht, müssen oft tief in die Tasche greifen. Welche Zusatzversicherungen gut sind.

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