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Reiseversicherungen Diese Versicherungen für den Urlaub brauchen Sie wirklich

Krankheit im Ausland, Reiserücktritt, Gepäckverlust: einige Policen sind für Verbraucher wirklich wichtig – andere dagegen unnötig. Ein Überblick.
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Auch Backpacker sollten auf Versicherungsschutz achten. Quelle: Unsplash
Rucksacktourist

Auch Backpacker sollten auf Versicherungsschutz achten.

(Foto: Unsplash)

Frankfurt Die Deutschen lieben es zu reisen. Sie geben dafür auch immer mehr Geld aus. Im vergangenen Jahr stiegen die Reiseausgaben der Bundesbürger um fünf Prozent auf 65 Milliarden Euro, wie aus Zahlen des Deutschen Reiseverbands (DRV) hervorgeht. Die Planungen für den Sommerurlaub 2019 sind jetzt in vollem Gange.

Laut einer YouGov-Umfrage auf Basis einer Trendliste der Reiseplattform Airbnb zählen Andalusien in Spanien, die Normandie in Frankreich und Kalabrien in Italien zu den Regionen, in die die Deutschen am liebsten reisen.Während sich gut zwei Fünftel der Befragten Urlaub in der Heimat vorstellen können, sind auch Fernreiseziele wie die Great Smoky Mountains in den USA und Kaikoura in Neuseeland populär.

Was Verbraucher bei aller Vorfreude auf den Urlaub nicht vergessen sollten, ist der Versicherungsschutz. Der folgende Überblick zeigt, welche Policen wirklich wichtig und welche unnötig sind. Wer ins Ausland verreist, sollte sich für den Krankheitsfall absichern.

Krank werden im Ausland

„Die Auslandsreisekrankenversicherung ist die einzig wichtige Versicherung, die in jedes Urlaubsgepäck gehört“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Zwar unterhält Deutschland mit den EU-Staaten und weiteren Ländern Sozialversicherungsabkommen.

Das heißt: Werden Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung in diesen Ländern krank, steht ihnen gegen Vorlage der Versichertenkarte derselbe Versicherungsschutz wie Einheimischen zu. Da die Leistungen im jeweiligen Urlaubsland aber geringer ausfallen können als in Deutschland, kann eine Auslandsreisekrankenversicherung trotzdem sinnvoll sein. Notwendig ist sie aber vor allem bei Reisen in die Länder, mit denen kein solches Abkommen besteht.

Ohne Versicherungsschutz kann vor allem ein Rücktransport teuer werden. Dass ein solcher ein realistisches Szenario im Urlaub darstellt, zeigen die Zahlen: So hat allein der ADAC-Ambulanzdienst im vergangenen Jahr für mehr als 12.500 Patienten einen Krankenrücktransport in die Heimat organisiert. Mehr als jeder dritte wurde per Flugzeug zurückgebracht.

Die Kosten für einen ADAC-Ambulanz-Sonderflug von den Kanarischen Inseln nach Deutschland werden auf bis zu 45.000 Euro taxiert. Ein Intensivtransport von einem anderen Kontinent kann den Angaben zufolge aber sogar bis zu 130.000 Euro kosten.

Für solche Fälle ist eine Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll – auch für Privatversicherte, wie das Verbrauchermagazin „Finanztest“ betont. Demnach gelten private Krankenversicherungen zwar grundsätzlich mindestens für Europa, aber der Rücktransport sei nicht immer abgesichert.

Achten sollten Versicherungsnehmer beim Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung darauf, ob und unter welchen Bedingungen ein Rücktransport eingeschlossen ist. BdV-Expertin Boss sagt: „Am besten sollte der Versicherer einen Rücktransport auch dann bezahlen, wenn er medizinisch sinnvoll ist, und nicht nur, wenn er medizinisch notwendig ist.“ Das bedeutet, dass auch Patienten, die lieber zu Hause in der Nähe der Familie betreut werden wollen, heimgebracht werden.

Teuer ist eine Auslandsreisekrankenversicherung nicht: Sehr gute Tarife, die ein Jahr lang alle Reisen bis zu einer Dauer von sechs bis zehn Wochen je Reise abdecken, gibt es laut den Experten von „Finanztest“ bereits ab knapp acht Euro. Im aktuellen Heft 5/2019 haben sie 92 Policen unter die Lupe genommen.

Davon schnitten 52 Verträge mit dem Testurteil „sehr gut“ ab. Für Alleinreisende wurden Angebote von DKV, Ergo und Hansemerkur Testsieger. Bei den Verträgen für Familien schnitten Hansemerkur, Würzburger und Vigo am besten ab.

Was tun bei Reiserücktritt und Reiseabbruch?

Eine Reiserücktrittsversicherung kann in manchen Fällen ebenfalls sinnvoll sein – vor allem dann, wenn eine Reise besonders teuer ist oder lange im Voraus gebucht wird. Insbesondere für Familien kann eine solche Versicherung interessant sein, da es schnell passiert, dass ein Kind krank wird und die Reise verschoben werden muss.

Die Versicherung zahlt, wenn aus einem wichtigen Grund, zum Beispiel bei einer unerwartet auftretenden schweren Krankheit, einem Todesfall, Unfall, Schwangerschaft oder Impfunverträglichkeit, eine gebuchte Reise nicht angetreten werden kann und der Reiseveranstalter Stornogebühren fordert. Empfehlenswert ist, den Versicherungsschutz mit einer Reiseabbruchversicherung zu kombinieren. Die haftet, wenn die Reise vorzeitig abgebrochen werden muss.

Versicherer erwarten, dass Verbraucher ihre Buchung „unverzüglich stornieren“, wenn ein versichertes Ereignis eintritt. Denn die Reisenden sind verpflichtet, die Kosten für die Versicherung möglichst gering zu halten. Wer hofft, im Krankheitsfall noch rechtzeitig gesund zu werden, riskiert, dass ihm die Versicherungsleistungen gekürzt werden.

Vorsicht geboten ist bei Versicherungen über Kreditkarten, wie „Finanztest“ in der Ausgabe 09/2018 ermittelt hat. Keine der Karten haben die Tester uneingeschränkt empfohlen. Entweder waren die Gebühren zu hoch, oder es gab Mängel bei der Reiseversicherung. Häufige Probleme sind, dass nur der Karteninhaber abgesichert ist oder dass der Schutz nur gilt, wenn die Reise mit der Karte bezahlt wurde.

Reisegepäck

Laut einer Studie des IT-Airline-Dienstleisters Sita geht Fluggepäck zwar wieder häufiger verloren. So wurden im vergangenen Jahr im weltweiten Luftverkehr pro 1000 Passagiere 5,69 Gepäckstücke gestohlen, stark beschädigt oder deutlich verspätet ausgehändigt.

Damit wurde der Bestwert aus dem Jahr 2017 mit 5,57 Stücken knapp verfehlt. Von einer Reisegepäckversicherung raten Experten dennoch ab: Denn laut Montrealer Abkommen erstattet die Fluggesellschaft ohnehin bis zu 1350 Euro pro Passagier bei Verlust oder Beschädigung des Gepäcks.

„Reisegepäckversicherungen sind meist überflüssig, weil die Versicherer oft nur anteilig oder schlimmstenfalls gar nicht zahlen, weil sie den Versicherten vorwerfen, nicht gut genug auf ihr Gepäck aufgepasst zu haben“, erklärt zudem Boss vom BdV. Außerdem sind Wertsachen wie Schmuck oder Kameras oft nur unzureichend in der Reisegepäckversicherung mitversichert.

Wird ins Hotelzimmer oder in den Mietwagen eingebrochen und etwas gestohlen, greift auch die heimische Hausratversicherung. Versicherte sollten aber prüfen, ob eine Außenversicherung eingeschlossen ist. Grundsätzlich springt die Hausratversicherung nur bei Einbruchdiebstahl ein, bei einfachem Diebstahl – wenn etwa der Geldbeutel auf offener Straße geklaut wurde – meist nicht.

Neue Wege will das Insurtech One Insurance gehen. Das Unternehmen plant, eine modulare Sachversicherung für Reisen anzubieten. Das Besondere: Die Kunden sind dann nicht das ganze Jahr über versichert, sondern nur für den tatsächlichen Zeitraum der Reise.

Abschließen lässt sich die Versicherung über eine App. Diese erkennt selbstständig, dass der Kunde am Flughafen ist, und bietet ihm die entsprechende Police an. „Zur diesjährigen Sommerurlaubszeit soll die Versicherung eingeführt werden“, sagt ein Firmensprecher.

Privathaftpflicht

Grundsätzlich ist jeder Mensch, der einem Dritten einen Schaden zufügt, zu Schadensersatz verpflichtet. Deshalb gilt die Privathaftpflicht als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Der Abschluss einer separaten Haftpflichtversicherung für Auslandsreisen ist in der Regel aber nicht nötig, da diese meist von der heimischen Police abgedeckt werden.

„Bei neuen Verträgen findet man häufig unbefristete Deckungen für die Europäische Union beziehungsweise für Europa“, erklärt Brigitte Mayer von der Verbraucherzentrale Hessen. Die Versicherer bieten aktuell zudem sehr viele Tarife mit weltweiten Deckungen für zwei bis fünf Jahre an. „Es finden sich auch Tarife, die hier eine unbefristete Deckung anbieten“, ergänzt Mayer. Die Versicherer verlangen dann unter Umständen nur, dass ein deutscher Wohnsitz und eine deutsche Kontoverbindung bestehen.

Mallorca-Police

Wer im Urlaubsland mit einem Mietwagen unterwegs ist, sollte prüfen, ob die heimische Kfz-Haftpflicht die sogenannte Mallorca-Police einschließt. Ohne sie könne es teuer werden, wenn es zu einem Unfall kommt, betont BdV-Expertin Boss: „Dann reicht die Versicherungssumme für das gemietete Auto meist nicht aus.“.

Denn ist der Schaden höher als die in vielen Urlaubsländern nur sehr geringen Mindestversicherungssummen, müsste der Urlauber die Differenz selbst bezahlen. Die Mallorca-Police kommt dann für diese Ansprüche bis zur Höhe des deutschen Vertrags auf. Wer keine Kfz-Haftpflicht hat, kann die Mallorca-Police auch separat abschließen, etwa beim ADAC. Sie gilt im geografischen Europa. Das Pendant für Länder außerhalb Europas ist die Traveller-Police.

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