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Riester-Rente Verbraucherschützer kritisieren schlechte Berater

Die Riester-Rente ist in den Schlagzeilen, weil der Bund von 1,5 Millionen Sparern Zulagen zurückfordert. Die Schuld sehen Verbraucherschützer bei Renten-Verkäufern. Diese kassierten Provisionen, berieten aber schlecht.
18.04.2011 - 07:17 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Verkäufer müssen auch nach Abschluss einer Riester-Rente weiter beraten. Darauf weist die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg die 1,5 Millionen Sparer hin, von denen die Zulagenstelle des Bundes derzeit bereits gutgeschriebene Zulagen zurückfordert. Die Versicherten sollten jetzt prüfen, ob dem Versicherungs- oder Bankmitarbeiter die förderschädlichen Umstände bekannt waren. Die Finanzberater erhielten in der Regel Abschluss- und Bestandsprovisionen für den Verkauf eines staatlich geförderten Riester-Vertrages und müssten daher ihren Beratungspflichten nachkommen. Ob Ersatzforderungen beständen, hänge vom Einzelfall ab.

„Wer Abschluss- und Bestandsprovisionen für die gesamte Vertragsdauer einstreicht, sollte Verbraucher über alle Umstände der Riester-Förderung auch nach Vertragsabschluss informieren“, kritisiert Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er wies erneut auf die Probleme in diesem Markt hin. Verkauft würden die provisionsträchtigsten Produkte, nicht die passenden und günstigen. Teilweise seien die Vertriebsmethoden skandalös: Gezielt würden bestehende Verträgen in visionsträchtigere Produkte umgewandelt. Die Kosten der Verträge überschritten in vielen Fällen sogar die Zulagen. Der Streit um die Rückzahlung der staatlichen Hilfe zeige nun: Die Komplexität der Förderung überfordert Verbraucher, Berater und sogar die Zulagenstelle. „Alles zusammen zeigt, dass der Markt für Riester-Verträge derzeit nicht funktioniert“, urteilt  Nauhauser.

Auch der Ruhestandsplaner Matthias Köhler kritisiert schlechte Beratungsleistungen bei der Riester-Rente. Trotz vieler Reformversuche seien gerade im Riestergeschäft überwiegend noch Strukturvertriebe mit Umsatzdruck unterwegs, sagte der Berater der Deutsche Gesellschaft für Ruhestandsplanung dem Handelsblatt. Diese Verkäufer hätten von den doch eher komplexen Förderungsbedingungen zur Riestergesetzgebung nur das für einen schnellen Verkauf wichtige Wissen erhalten. Hieran habe auch die Verteilung der Provisionszahlungen auf mehrere Jahre nichts geändert.

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