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Risikolebensversicherung Absicherung für den Todesfall: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Wer seine Familie oder einen geliebten Menschen absichern will, braucht ein klares Konzept und das richtige Produkt. Worauf zu achten ist.
15.10.2020 - 13:38 Uhr Kommentieren
Wer ein riskantes Hobby ausübt, kann eine Risikolebensversicherung abschließen. Quelle: Patagonia
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Wer ein riskantes Hobby ausübt, kann eine Risikolebensversicherung abschließen.

(Foto: Patagonia )

Frankfurt Die Frage ist für viele Menschen beängstigend: Was passiert mit meinem Partner oder meinen Kindern nach meinem eigenen Tod? Auch wenn Verbraucher solche Themen gern beiseiteschieben, ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Familie finanziell abgesichert ist, wenn einer der Verdiener oder gar der Hauptverdiener wegfällt.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschers Civey im Auftrag der Lebensversicherung 1871 ist das längst nicht immer der Fall: 44 Prozent der Befragten könnten durch den Tod ihres Partners und den Wegfall des Einkommens in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Zugleich haben aber 23 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Familie noch nicht abgesichert. Möglich wäre das beispielsweise mit einer Risikolebensversicherung. Das Thema verdient daher mehr Aufmerksamkeit – und es gilt, Fehler zu vermeiden.

Fehler Nr. 1: zu spät planen

Vor allem Menschen zwischen 30 und 39 Jahren setzen sich offenbar noch nicht ausreichend mit der Absicherung ihrer Hinterbliebenen auseinander. Gerade diese Lebensphase ist aber meist von Heirat, Familienplanung und größeren Anschaffungen wie einem Immobilienkauf geprägt. Der Abschluss einer Risikolebensversicherung kann daher sinnvoll sein, wenn die Familie Kredite tilgen oder die Ausbildung der Kinder finanzieren muss – und ein Partner allein dies nicht oder nur schwer stemmen könnte.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Direktversicherers Cosmos Direkt ergab daher auch, dass 45 Prozent der Deutschen zwischen 25 und 60 Jahren, die über eine Risikolebensversicherung verfügen, diese im Zuge eines Immobilien- oder Grundstückskaufs abgeschlossen haben. Bei einer Baufinanzierung fordern auch häufig die Banken eine solche Versicherung. Daneben kann auch die gemeinsame Kreditaufnahme mit einem Geschäftspartner Anlass für den Abschluss einer Risikolebensversicherung sein.

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    Fehler Nr. 2: das falsche Produkt wählen

    Verbraucherschützer raten, eine Risikolebensversicherung immer separat abzuschließen. Stirbt der Versicherte während der Vertragslaufzeit der Risikolebensversicherung, erhalten die Hinterbliebenen einen bei Vertragsabschluss festgelegten Betrag, die sogenannte Todesfallsumme. Der Versicherte kann grundsätzlich jede Person begünstigen. Das kann der Ehepartner sein, aber auch andere Angehörige oder Freunde. Ist im Vertrag kein Begünstigter festgelegt, geht das Geld an die gesetzlichen Erben. Lebt der Versicherte am Ende der Vertragslaufzeit noch, gibt es in der Regel kein Geld zurück.

    Eine Kombination aus Risikoschutz und Sparprodukt halten Verbraucherschutzorganisationen wie der Bund der Versicherten (BdV) dagegen für wenig transparent und damit tendenziell zu teuer. Deswegen raten sie von Kapitallebensversicherungen ab, die Sparen und Absicherung verbindet und bei Niedrigzinsen ohnehin wenig zu bieten hat. Wer neben der Risikoabsicherung noch etwas für die Altersvorsorge ansparen will, kann dies beispielsweise auch über einen Sparplan mit Indexfonds machen. Auch einen Berufsunfähigkeitsschutz sollten Verbraucher besser nicht in die Risikolebensversicherung integrieren, sondern zwei separate Verträge abschließen.

    Klassischerweise haben Risikolebensversicherungen eine über die gesamte Vertragslaufzeit gleichbleibende Todesfallsumme. Möglich ist aber auch eine fallende Summe. Diese Variante schließen Verbraucher häufig in Zusammenhang mit einer Immobilienfinanzierung ab. Die Todesfallsumme kann dann entweder linear, also nach einem festen Betrag, oder an die Restschuld angepasst sinken. Eine sinkende Summe kann sinnvoll sein, weil mit dem Nahen des Rentenalters Geld angespart ist, die Kinder aus dem Haus sind und insgesamt weniger Schutzbedarf besteht.
    Eine weitere Variante ist die verbundene Risikolebensversicherung. In der Regel sichern sich hierbei Partner gegenseitig ab. Das kann günstiger sein, als wenn beide einen eigenen Vertrag abschließen. Der BdV hält diese Variante trotzdem meist für die schlechtere, da eine veränderte Lebenssituation, wie etwa eine Scheidung, den Vertrag unzweckmäßig werden lassen könnte. Ist der Vertrag hingegen nur für einen Versicherten geschlossen, kann dieser in einem solchen Fall den Begünstigten ändern.

    Fehler Nr. 3: zu geizig sein

    Wenn es um die Familie geht, sollte das Budget nicht zu knapp geplant werden. Als Faustformel für die Todesfallsumme gilt diese: Je nachdem, ob nur der Partner oder auch die Kinder abgesichert werden sollen, sind drei bis fünf Bruttojahresgehälter plus die Höhe der finanziellen Verpflichtungen ein realistischer Wert. Die Laufzeit des Vertrags sollte so lange gewählt werden, wie der Ausfall des Versicherten die Hinterbliebenen stark belasten würde – etwa solange die Kinder finanziell noch nicht auf eigenen Beinen stehen.

    Beim Immobilienkauf schließen viele Verbraucher eine Risikolebensversicherung ab. Quelle: picture alliance/dpa
    Mehrfamilienhäuser in Berlin

    Beim Immobilienkauf schließen viele Verbraucher eine Risikolebensversicherung ab.

    (Foto: picture alliance/dpa)

    Fehler Nr. 4: ein zu teures Produkt wählen

    Der Versicherungsbeitrag richtet sich nach mehreren Kriterien wie etwa der Todesfallsumme, dem Eintrittsalter, der Laufzeit und dem Gesundheitszustand. Jüngere, gesündere Menschen zahlen in der Regel eine niedrigere Prämie als ältere Personen. Bei hohen Todesfallsummen fordern manche Versicherer vorab ein ärztliches Gutachten.

    Ebenfalls entscheidend ist, welchen Beruf und gegebenenfalls welche riskanten Hobbys die versicherte Person ausübt. Raucher zahlen beispielsweise ebenfalls eine höhere Prämie.
    Ein Vergleich verschiedener Tarife kann sich lohnen: Die Prämienspanne für gute Tarife beträgt dem BdV zufolge für einen 35-jährigen Nichtraucher bei einer gleichbleibenden Todesfallsumme von 200.000 Euro und 25 Jahren Laufzeit 150 bis 750 Euro pro Jahr.

    Wichtig ist dabei auch der Unterschied zwischen dem Brutto- und Nettobeitrag. Auch wenn die Risikolebensversicherung keine Sparkomponente hat, werden die Versicherten an möglichen Überschüssen beteiligt. Das kann in Form der sogenannten Beitragsverrechnung erfolgen. Durch diesen Sofortrabatt ergibt sich der Nettobeitrag oder auch Zahlbeitrag genannt. Der Versicherer kann die Prämie aber bis zum Bruttobeitrag – auch Tarifbeitrag genannt – anheben, wenn es keine oder sinkende Überschüsse gibt.

    Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW, empfiehlt bei Vertragsabschluss auf das Verhältnis zwischen Brutto- und Nettobeitrag zu achten: „Bei manchen Angeboten beträgt die Beitragsdifferenz im Nettobeitrag nur wenige Euro, während sich das Verhältnis beim Bruttobeitrag sehr viel ungünstiger darstellt.“

    Daneben gibt es Tarife, die die Überschüsse als Todesfallbonus weitergeben. Mit dieser Summe können Versicherte aber nicht fest planen, weshalb Weidenbach zur Variante der Beitragsverrechnung rät.

    Fehler Nr. 5: monatlich statt jährlich zahlen

    Wer es sich leisten kann, sollte die jährliche statt der monatlichen Zahlweise wählen. Das ist in der Regel günstiger, Verbraucher zahlen je nach Versicherer bis zu fünf Prozent weniger Beitrag: „Über die Laufzeit hinweg sparen Kunden mit jährlicher Zahlweise im Durchschnitt rund 215 Euro in der Risikolebensversicherung“, sagt Björn Zollenkop, Geschäftsführer Vorsorgeversicherung beim Vergleichsportal Check24. „Verbraucher sollten sich aber bewusst sein, dass sie durch die jährliche Zahlweise häufig auch nur ein jährliches Kündigungsrecht haben.“

    Fehler Nr. 6: zu unflexible Verträge abschließen

    Verbraucher sollten darauf achten, dass ihre Police gewisse Wahlmöglichkeiten bietet. Häufig kann der Todesfallschutz angepasst werden, beispielsweise wenn der Versicherungsnehmer ein Kind bekommt oder eine Immobilie kauft. Mit einer sogenannten Nachversicherungsgarantie kann die Todesfallsumme dann ohne erneute Gesundheitsprüfung angehoben werden. Bei manchen Tarifen ist dies sogar ohne besonderen Grund möglich.

    Mit einer Verlängerungsoption lässt sich bei einigen Policen auch die Laufzeit der Versicherung ändern.
    Bei schwerer Krankheit wie etwa Krebs oder einem Schlaganfall erlauben manche Policen, Versicherungsleistungen vorzuziehen. Das ist dann beispielsweise möglich, wenn die prognostizierte Lebenserwartung maximal zwölf Monate beträgt.

    Fehler Nr. 7: falsche Angaben machen

    Das ist bei allen Versicherungen der größte Fehler überhaupt. Wer falsche Angaben macht oder wichtige Fakten wie etwa eine Vorerkrankung verschweigt, riskiert, dass der Versicherer nicht zahlt. In dem Zusammenhang ist wichtig zu wissen, dass es in seltenen Fällen zur Ablehnung eines Antrags auf eine Risikolebensversicherung durch den Versicherer kommen kann. Der Hauptgrund ist meist eine Vorerkrankung des Antragstellers. Aber auch riskante Berufe oder Hobbys können zu einer Ablehnung führen. Ab 75 Jahren können Verbraucher ohnehin keine Risikolebensversicherungen mehr bekommen, manche Versicherer setzen die Altersgrenze auch schon früher an. Wer Angst vor einer Ablehnung hat, kann über einen Makler eine anonyme Risikovoranfrage an den Versicherer stellen.

    Fehler Nr. 8: steuerliche Aspekte übersehen

    Die Auszahlung aus der Risikolebensversicherung ist im Todesfall nicht einkommensteuerpflichtig. Es kann jedoch Erbschaftsteuer anfallen. Unverheiratete Paare haben lediglich einen Freibetrag von 20.000 Euro, Ehepartner immerhin von 500.000 Euro. Bei Kindern beträgt der Freibetrag 400.000 Euro. Das gilt auch bei Enkeln, wenn die Kinder des Erblassers bereits gestorben sind. Urenkel und Eltern, die von ihren Kindern erben, erhalten einen Freibetrag von 100.000 Euro.
    Um der Erbschaftsteuer zu entgehen, können Paare eine sogenannte Überkreuzversicherung abschließen. Hierbei versichert man nicht sein eigenes Leben, sondern das des Partners. So könnte beispielsweise ein Mann eine Versicherung abschließen. Er ist damit der Versicherungsnehmer. Die versicherte Person wäre dann aber seine Partnerin. Sollte sie während der Vertragslaufzeit sterben, erhält der Mann die Todesfallsumme, ohne Erbschaftsteuer zahlen zu müssen – er bekommt schließlich eine Leistung aus seinem eigenen Vertrag. In einem zweiten Vertag könnte das Paar sich dann genau andersherum versichern.

    Fehler Nr. 9: zu viele Daten preisgeben

    Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Sport treibt, wird seltener krank und hat die Chance auf ein längeres Leben. Der Versicherer hat somit ein geringeres Risiko, dass der Versicherte während der Vertragslaufzeit stirbt.

    Die Idee klingt daher nicht schlecht, dass Verbraucher, die ihrem Versicherer die Teilnahme an Fitnessprogrammen oder Vorsorgeterminen nachweisen, von gewissen Rabatten profitieren. Bekannt im Markt ist vor allem das Gesundheitsprogramm Vitality von Generali, das es unter anderem in Kombination mit einer Risikolebensversicherung gibt.

    Verbraucherschützer sehen solche Tarife allerdings kritisch, da die Kunden aus ihrer Sicht vergleichsweise viele Daten preisgeben müssen.

    Mehr: Versicherer fürchten hohe Belastung durch Steuerreform

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