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Stiftung Warentest Banken empfehlen weiter riskante Produkte

Wer Geld anlegen will, ist laut Stiftung Warentest bei seinem Kreditinstitut schlecht aufgehoben. Ein Test bei gut 20 Banken brachte miserable Ergebnisse. Die meisten Berater fragten in Tests weder nach der Finanzlage der Kunden, noch klärten sie ausreichend über Produkte und deren Risiken auf. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner ist alarmiert.
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Dass Bankberater immer auch Verkäufer sind, hat ein neuer verdeckter Test der Stiftung Warentest jetzt bestätigt. Quelle: dpa

Dass Bankberater immer auch Verkäufer sind, hat ein neuer verdeckter Test der Stiftung Warentest jetzt bestätigt.

(Foto: dpa)

BERLIN. Gut ein Jahr nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers beraten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsinstitute ihre Kunden immer noch schlecht. "Die Banken haben sich blamiert", bringt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Magazins "Finanztest" der Stiftung Warentest, das Ergebnis einer Anlageberatungs-Untersuchung auf den Punkt. "Wir können keiner der 21 getesteten Filialbanken und Sparkassen eine gute Anlageberatung bescheinigen." Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) erhielten die Institute im Durchschnitt nur die Note 3,9 (Hier geht es zu den Einzelergebnissen).

Deshalb sieht sich Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) von den Banken getäuscht. Die Kreditinstitute hätten nach dem Bankrott von Lehman zugesagt, ihre Standards zu überprüfen und die Beratung grundlegend zu verbessern, sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". Stattdessen versuchten sie nach wie vor, gutgläubigen Kunden riskante Finanzprodukte anzudrehen. Wenn Banken ihre Beratung nicht freiwillig verbesserten und für mehr Transparenz sorgten, "dürfen sie sich nicht wundern, dass der Staat einschreitet", sagte Aigner. Banken hatten Kunden beispielsweise vor der Finanzmarktkrise Lehman-Zertifikate verkauft, die nach der Bankpleite wertlos wurden. Viele Institute hatten das Verlustrisiko nicht aufgezeigt.

Die Kreditwirtschaft erklärte, man nehme die "Finanztest"-Untersuchung ernst. In der Branche gehe der Trend zu ganzheitlichen Beratungskonzepten, "die offenbar noch nicht in allen Teilen mit aller Konsequenz umgesetzt werden", erklärt der Spitzenverband der deutschen Kreditwirtschaft.

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15 Kommentare zu "Stiftung Warentest: Banken empfehlen weiter riskante Produkte"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Kunde ist den beratern nicht egal!!!
    Uns wird beigebracht nur den Kundenwünschen/ Zielen entsprechend zu handeln.
    Wir erfragen die Ziele/ Wünsche der Kunden und geben dann das passende Angebot zu diesen Zielen.

    Wenn diese "Tester" aber kommen und sagen, dass sie da was von Zertifikaten gehört haben, dann lenken sie den berater mit Absicht zu dem Produkt.

    Wir empfehlen nie von alleine Zertifikate, nur wenn der Kunde das ausdrücklich möchte.

    Außerdem gibt es bei einigen banken, wie unserer, keine Provisionen für die berater.

    Das einzige was die berater dazu bringt etwas abzuschließen sind die Zahlen die der berater zu bringen hat.

    Der Druck ist riesig und wird nicht leichter!

    Außerdem entsteht durch gesetzliche Änderungen nur Mehrarbeit z.b. beratungsprotokolle.

    Ein banker hat es heutzutage nicht einfach und da die Kunden immer aufgeklärter sind wird es immer schwieriger.

  • Dass die beratung der banken zum Himmel schreit, dürfte doch zwischenzeitlich bekannt sein. Es geht nur um gute Gewinne zu Gunsten der banken und deren berater, der Kunde ist denen doch egal. Unsere Politiker haben in 2008 und 2009 zwar groß getan, passiert ist eigentlich nicht viel. Den banken müßte man doch auf die Finger schlagen können, nur, wenn banker zugleich berater unserer bundeskanzlerin sind, dürfte das Ergebnis ernüchternd sein.

  • in der Tat - bisher wurden die betrügerischen Machenschaften der banken (z.b. DG-Fonds bei Volks- und Raiffeisenbanken) immer nur zivilrechtlich verfolgt.

    Da es aber immer deutlicher wird, dass die Anleger gezielt getäuscht wurden ("sichere, wertstabile Anlage", hinterher Totalverlust), wäre es an der Zeit, auch strafrechtlich vorzugehen.

    Die betroffenen banken hatten schließlich lange genug Zeit, ihren Anlegern entgegen zu kommen und die Sache außergerichtlich zu lösen. Das wollten sie nicht. Also ist jetzt die Zeit für die Stunde der Wahrheit.

  • in der Tat - bisher wurden die betrügerischen Machenschaften der banken (z.b. DG-Fonds bei Volks- und Raiffeisenbanken) immer nur zivilrechtlich verfolgt.

    Da es aber immer deutlicher wird, dass die Anleger gezielt getäuscht wurden ("sichere, wertstabile Anlage", hinterher Totalverlust), wäre es an der Zeit, auch strafrechtlich vorzugehen.

    Die betroffenen banken hatten schließlich lange genug Zeit, ihren Anlegern entgegen zu kommen und die Sache außergerichtlich zu lösen. Das wollten sie nicht. Also ist jetzt die Zeit für die Stunde der Wahrheit.

  • @ boldt

    Richtig! Die haben ganz bewusst und ganz gezielt den größten Schrott aus dem Eigenbestand unter falschen Angaben an die Kundschaft verhökert. So jedenfalls berichtet die Presse. Das, was die gemacht haben, war demnach ein bewusstes betrügen von (unwissenden) Anlegern.

    Was die Staatsanwaltschaft dazu sagt, ist nicht bekannt ......

  • die schlimmste bank wurde nicht getestet, und zwar : die hsh nordbänker in hamburg

  • Die Ergebnisse überraschen nicht, wenn man bedenkt, wer da im Hintergrund die Fäden zieht.

    Die bankenlobby in Gestalt des "AfW" hat es bisher verstanden, sich gegen jeden wirksamen Anlegerschutz zu stemmen und wird dabei - von der Politik noch unterstützt. Was im Verbraucherschutz gang und gäbe ist, dass der Schwache Schutz geniesst, im Anlegerschutz - Fehlanzeige. Da muss der Geschädigte den beweis antreten. Die Forderung nach beweislastumkehr wurde von der bankenlobby abgetan mit: "...würde einer Vorverurteilung der banken Vorschub leisten...und ....rechtspolitisch nicht vereinbar...
    Die ab 2010 gesetzte Dokumentationpflicht - da lachen doch die banken nur drüber. Clevere "Creativ-Anwälte" der bankenlobby werden auch diese Pflichten auszutricksen verstehen, wie es das beispiel des immobilienskandales der Volksbanken/Raiffeisenbanken um die DG Fonds zeigt. Nur die "Umkehr der beweislast" würde den betrügereien Abhilfe schaffen. Was hätte denn die bank vor Gericht zu befürchten?

  • Wer 4 % mit einer sicheren Anlage forderte, hat sich als Kunde doch schon entsprechend giriert:

    Geld zur Anlage und null Ahnung!
    (Solche Leute kommen nicht mehr zu banken. Deartige Tageträumer sind schon abgezogen! Wenn nicht, würde das anschließend der bMW-Händler, Mediamarkt oder Alltours machen ....)

    Wer es trotz unzähliger Aufrufe noch nicht verstanden hat: Nur nehmen, was man selbst versteht! Der Haken: Millionenfach haben Trottel reichlich Geld, beherrschen aber die einfache Prozentrechnung nicht. Es ist so ungewöhnlich nicht, dass derartige Dummheit ausgenutzt wird!

  • Hat sich von euch eigentlich mal jemand den Test durchgelesen?

    Da steht eindeutig drin, dass 4% Zins natürlich bei einer sichereren Geldanlage zur Zeit nicht möglich sind. Eben genau das sollte laut Stiftung Warentest der berater dem Kunden erläutern.

    Zitat aus dem Test:
    "Die Testkunden wollten eine Anlage von 30 000 Euro tätigen: sicher, über einen Zeitraum von fünf Jahren und mit einem Renditeziel von 4 Prozent pro Jahr. An dieser Stelle hatte Finanztest eine Hürde eingebaut: Für sichere Anlagen gab es im Sommer 2009 keine 4 Prozent, es sei denn für Sonderaktionen oder Lockzinsangebote. Die berater sollten den Testkunden klarmachen, dass sie auf Rendite verzichten oder bei der Sicherheit Abstriche machen müssten. im nächsten Schritt sollten sie herausfinden, dass den Testkunden die Sicherheit wichtiger war als die 4 Prozent. Nur vier banken waren in diesem Punkt „gut“, sieben schnitten mangelhaft ab, vier ausreichend."

  • Zu den behörden kann ich eigentlich nur die SEC nennen. Würden diese funktionieren, hätte ein Madoff nicht lange arbeiten können. Desweiteren schließe ich mich meinem Vorredner an. Ganzheitliche beratung wird seit längerem in den meisten banken gelebt. Und 4% in der Rezession zu verlangen ist nicht wirklich an der Realität. ich kann auch nicht im Elektronikfachmarkt einen Flatscreen für 199,00 € verlangen und mich beschweren dass es kein OLED ist. Völlige Utopie.
    Desweiteren würde mich das Profil eines Testkäufers interessieren. Und zu allerletzt. Am freien Markt wie bei Maklern oder freien Finanzdienstleistern (denen soll man jetzt wohl mehr vertrauen als seinem banker) ist das Provisionsgeschäft die Haupteinnahmequelle. Würde mich wundern wenn in diesem Sektor nicht die Provision massiv im Vordergrund stünde. in diesem Sinne

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