Stiftung Warentest Schlechte Noten für Riester-Versicherungen

Die Kritik an Riester-Renten der Versicherer reißt nicht ab. Nur fünf von 29 untersuchten Riester-Versicherungen sind „gut“. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „Finanztest“. Worauf Kunden achten sollten.
Update: 18.09.2012 - 15:12 Uhr 30 Kommentare
Viele Riester-Produkte der Versicherer verursachen relativ hohe Kosten, kritisiert die Stiftung Warentest. Quelle: dpa

Viele Riester-Produkte der Versicherer verursachen relativ hohe Kosten, kritisiert die Stiftung Warentest.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Qualität der Riester-Versicherungen schwankt sehr stark. Bei dem aktuellen Test von klassischen Riester-Rentenversicherungen habe die Stiftung Warentest nur fünf von 29 Angeboten mit „Gut“ bewertet, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Riester-Rentenversicherung lohnt sich nach Einschätzung der Tester nur, wenn die Angebote der Versicherer auch wirklich „gut“ sind.

Die garantierte Mindestrente falle bei günstigen Angeboten knapp 17 Prozent besser aus, als bei ungünstigen, erklärte die Stiftung Warentest. Erwirtschaftete Überschüsse der Versicherer könnten die garantierte Rente zwar noch steigern, doch die seien ungewiss. Kunden könnten sich nicht darauf verlassen.

So betrage der Unterschied zwischen der höchsten und niedrigsten Garantierente für einen 37-jährigen Modellkunden über einen Zeitraum von 15 Jahren insgesamt 4.140 Euro. Auf die garantierte Rente komme es an, um die Altersvorsorge über­haupt realistisch planen zu können, betonen die Tester.

Von den 29 Angeboten für eine klassische Riester-Versicherung waren nur die Tarife der Huk24, Alte Leipziger, Debeka, Hannoversche und Hanse Merkur „gut“. Kein einziger Versicherer erhielt die Note „sehr gut“. Acht Tarife waren nur „ausreichend“.

Der Direktanbieter Huk24 sei an der Spitze gewesen. Die Huk24 war nach Einschätzung von "Finanztest" bei der Rentenzusage „sehr gut“ - und sie sei auch „gut“ bei der Flexibiliät und bei der Transparenz gewesen.

Das Problem: Versicherer, die hohe Abschluss- und Verwaltungskosten verlangen, können ihren Kunden bei Vertragsabschluss keine ordentliche Mindestrente zusagen. Finanztest weist darauf hin, dass teure Verträge im Test leicht zu erkennen seien. Denn je besser das Urteil über die Rentenzusage ausfalle, umso geringer seien die Kosten. Deshalb sei die garantierte Rente für den Kunden ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. Außerdem sei wichtig, auf Anlageerfolg, Transparenz und Flexibilität zu achten.

 

 

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30 Kommentare zu "Stiftung Warentest: Schlechte Noten für Riester-Versicherungen"

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  • Scheinbar schneides insbesondere die Rentenversicherung bei der Stiftung Warentest ziemlich schlecht ab. Das kann ich selber allerdings auch bestätigen. Die Kosten waren unglaublich hoch, die Rente unfassbar gering. Unter http://www.riestertest.org/ habe ich erfahren, dass wohl auch die anderen Vorsorgeprodukt nicht serh viel besser sind.

  • Die Leute von Stiftung Warentest sollten sich um Dosenwurst und Haarshampoos kümmern.

    Wer in der heutigen Zeit noch "klassische" Altersvorsorgen propagiert hat schlichtweg keine Ahnung von Altersvorsorge!

    ENDE

  • "Die beste Riesterrente" ist genauso wie die stets immer wieder postulierte "beste Kapitalanlage" ein Ammenmärchen, das immer wieder von Interessensvertretern, Presse und Stammtischökonomen propagiert wird. Was der Autor, oder die Stiftung Warentest als "Sehr Gut", "Gut" oder was auch immer bezeichnen muß der geneigte Leser noch lange nicht "Sehr Gut", "Gut" oder was auch immer finden. Viemehr könnte seine persönliche Lebenssituation dazu führen, das er das eher als "Mangelhaft" etc. findet. Gibt es nicht? Denken Sie einmal kurz nach: wenn ein Mensch z.B. aufgrund Gesundheitszustand eine Lebenserwartung hat, die deutlich unter dem schnitt liegt, wird er sich nicht für die dynamische Rente interessieren (die in der Tat niedrieger liegt, weil sie über die Jahre mit einem vereinbarten Zuwachssatz zu steigen hat) sondern eher für die variable Rente interessieren (der Bezeichnung täuscht leider). Hier ist sogar der prospektierte Wert sogar noch höher als bei der kritisierten (fast verteufelten) "Teildynamischen" Variante. Begründet ist dies darin, weil im Rentenbezug dann KEINE Rentensteigerung stattfindet. Für Menschen, die befürchten kurz nach beendigung ihres Erwerbslebens auch das tatsächliche auszuhauchen, ist ist diese Variante dann ein interessanterer Indikator. Unwahrscheinlich, sagen Sie? Schön für Sie, schlecht für die anderen, die Krank SIND. Extrembeispiel? Ja. Ich werbe dafür, das man aufhört Diskussionen mit "unfehlbarkeitsansprüchen" anzureichern und die Menschen zu verunsichern, sondern vielmehr aufklärt "was die Dinge tun" und nicht "was sind". Und da könnte es denn doch tatsächlich sei, dass nicht die HUK sondern vielleicht eher einer im Mittelfeld "GUT" ist. Meine Bitte: nicht mehr die Menschen für vollkommen Dumm verkaufen und mit "ich habe das Beste das es gibt!" Platitüden belästigen - gäbe es das, dann wären wir wieder in Zeiten von Monopolisten. Mal Kopf einschalten, bitte!

  • "Der gleichzeitige Aufbau der Zinszusatzreserve für die Zeit danach sowie die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven werden jedoch zu erheblichen zusätzlichen Belastungen bei den Lebensversicherern führen. Die BaFin wird diese Erkenntnisse bei der Weiterentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen berücksichtigen."

    Nix ist klar!

  • Ich dachte Zulagen und Steuerersparnis sind bereits in den 160€ vom Vertrag enthalten. Rentenerhöhung durch Überschüsse können vermutlich nur bei fontbasierten Verträgen nicht komplett verhindert werden. Und an die lebenslängliche Rente kommt man bei 102 Jahren Auszahlungsende doch schon relativ gut ran.

    Richtig ist dass die abgelungsfreien Zinseszinsen nicht mit eingerechnet wurden (jährliche Ersparnis zum Ansparende hin von rund 800€). Doch sollte der Herr Musterkunde mit seinen zusätzlichen 40.000€, die er in diesem Fall auf der Kralle hat, überlegen, ob er dann diese hohe Risikoabsicherung über Rister überhaubt benötigt. Denn falls nicht müsste er die Rechnung nicht mit dem Worst-Case (>102 Jahre) sondern mit dem Middle-Case durchspielen, in dem er dann mit ca 75 Jahren abtritt. Und dort sieht es mit der geriesterten Rendite net besonders rosig aus.

  • nochmal @ Zahlenfreund:
    die Veröffenlichung des Links hat nicht geklappt. Bitte suche Sie selbst im Google unter BAFin Jahresbericht.
    C.S.

  • @Zahlenfreund:

    Sie haben recht. 5% Garantie wird keiner geben. Das ist auch nicht realisitisch, wenn schon 10 Jahres-Bundesanleihen z.Zt. nur 1,6% bringen. So viel zu versprechen wäre mit Garantie auf jeden Fall unseriös.

    Aber die BAFin hat den deutschen Lebensversicherern in ihrem Jahresbericht vor ein paar Wochen schon bestätigt, dass die Gesellschaften auch bei der derzeitigen Niedrigzinsphase ihre bisherigen Garantien noch ca. 15 Jahre lang (!) durchhalten können.

    Das sollte reichen. Und derzeit niedrig voraus kalkulierte Überschüsse steigen bei steigendem Marktzins mit etwas Verzögerung dann irgendwann auch wieder an. Versicherungen sind also nicht in Gefahr. Als viele Banken in 2008 kippten oder zu kippen drohten, ist keine Versicherung in Deutschland auch nur in Gefahr geraten.

    Hier der Link zum BAFin-Bericht, siehe Zusammenfassung Lebensversicherungen, Seite 132 oben, Absatz 2

    Christian Sensmeier

  • @tobi59:
    Sie haben recht, hätte ich mitrechnen sollen. Ich habe nun damit gerechnet, dass der Rentner ca. €25.000,- versteuern wird, was einem Grenzsteuersatz von ca.28% entspricht. Bei 72% der o.g. angegebenen Renten (€372,85 laut Versicherung bzw. €176,49 garantiert) liegen die Renditen bei 4,30% und bei 0,94%.
    Christian Sensmeier

  • @smawa: ja, wenn die Rendite so kommt. Ihre "typische" Berechnung kann heute keine Versicherung mehr bieten, nennen Sie mir mal eine, die bei einer korrrekten Lebenserwartung eine lebenslange Rente mit einer GARANTIERTEN Rendite von 5% abgibt (VOR Steuersubventionen, denn der Vers. anbieter hat damit nichts zu tun).
    @superpapagei: Sie sagen, 3% Kosten auf das Volumen (!) sind unangemessen niedrig für die Anbieter - sehe ich anders, aber Ok, sagen wir 10%. Schauen Sie mal in Ihren Riester Vertrag, wieviel Sie schon an Vertriebs-Provisionen und laufenden Gebühren gezahlt haben und noch zahlen werden (bis zum Rentengebinn und darüber hinaus!). Ich komme bereits jetzt locker auf über 10% Kosten (stillgelegt, nachdem ich mal selber nachgerechnet habe). Und dann soll noch eine Rendite (vor Steuern) von 5% "risikolos" drin sein? Vergessen Sie es. Und zudem: Warten Sie mal ab, ob die Riester-R nicht gegen die normale Rente "verrechnet" wird (d.h. Kürzung der staatl. BFA Rente um die RREnte), wenn Sie alt sind, weil die Kassen leer sind (das wäre vor allem der SPD mit ihrem völlig verkorksten Gerechtigkeitssinn zuzutrauen;dann werden die RR einfach zu "Reichen" umdefiniert.....) der demographische Aufbau der Bevölkerung wird die Rentenzahlung mehr denn je von den Beitragszahlern zu den Steuerzahlern umschichten.

  • Wenn die Journalisten bei Finanztest und Plusminus Finanzfachleute wären, müssten sie nicht vom Zeitungen verkaufen oder Fernsehmachen leben !?! ;-)

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