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Tool der Woche Was eine Berufsunfähigkeits-Police braucht

Der Staat zahlt nur noch im Ernstfall: Die private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist daher wichtiger als die Altersvorsorge. Doch gute Policen sind schwer zu finden. Ohne den Blick ins Kleingedruckte geht es nicht.
29.05.2014 - 13:25 Uhr 3 Kommentare
Ein Unfall ist schnell passiert. Doch was, wenn es danach unmöglich wird, seiner erlernten Tätigkeit weiter nachzugehen? Quelle: dpa

Ein Unfall ist schnell passiert. Doch was, wenn es danach unmöglich wird, seiner erlernten Tätigkeit weiter nachzugehen?

(Foto: dpa)

Düsseldorf Sie sind jung, gesund, und denken gerade an alles andere als die Berufsunfähigkeit (BU) – ein Fehler. „Eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit ist noch wichtiger als die private Altersvorsorge“, sagte Axel Kleinlein, Vorstand des Bundes der Versicherten (BdV) erst vergangene Woche auf dem Satzungskonvent in Düsseldorf. Tatsächlich riskiert, wer auf eine private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit verzichtet, einiges.

Denn im Zuge der Agenda 2010 ist die gesetzliche Leistung bei Berufsunfähigkeit für alle nach 1961 Geborenen weggefallen. Seitdem zahlt der Staat nur noch im Ernstfall: Nur wer nachweislich weniger als drei Stunden am Tag irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann, erhält die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Wer noch mehr als sechs Stunden pro Tag eine Tätigkeit verrichten kann, bekommt nichts. „Ohne die private Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit würde in einem solchen Fall von heute auf morgen das Einkommen wegfallen – und bis zur Rente kann es noch lang sein“, sagt Kleinlein.

Allerdings ist es in der Praxis gar nicht so einfach, die individuell passende BU-Police zu finden. Denn wie hoch der monatliche Beitrag ausfällt, hängt von vielerlei Kriterien ab. Neben dem Beruf und dem Alter des Berufstätigen, spielt auch die genaue Ausgestaltung der Versicherungsleistung eine Rolle. Policen, die auf den ersten Blick günstiger erscheinen, bieten oftmals nicht ausreichend Schutz. Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der (unabhängigen) Versicherungsberater (BVVB), rät daher jedem, der an einer BU interessiert ist, fachkundigen Rat einzuholen.

Vergleichsplattformen im Internet könnten einen Anhaltspunkt bieten, welche Anbieter grundsätzlich in Frage kommen, so Albers im Interview mit Handelsblatt Online. Da solche Vergleiche möglichst allgemein verständlich gehalten werden sollen, seien sie normalerweise auf wenige gängige Vergleichspunkte beschränkt. So bezieht etwa der Berufsunfähigkeits-Rechner auf Handelsblatt Online neben Alter und Beruf mit ein, wie viel körperliche Tätigkeit der Beruf umfasst (in Prozent), ob es sich um einen Akademikerberuf handelt, wie hoch eine etwaige BU-Rente ausfallen sollte und bis zu welchem Alter sie im Zweifel bezahlt würde.

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    Um den optimalen individuellen Schutz für sich auszuloten, sollte der Kunde aber weit mehr, nämlich bis zu 50 Kriterien, berücksichtigen, so Albers. Eine ausreichende Absicherung besteht laut dem Experten, wenn der Versicherer im Schadensfall monatlich noch 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens weiterbezahlt. Darüber hinaus sollte der Versicherungsschutz bis zum Renteneintritt gelten – das heißt, der Anbieter sollte auch Zahlungen leisten, wenn die Berufsunfähigkeit des Kunden erst spät eintritt, etwa nach dem 50. Lebensjahr.

    Eine gute BU-Police sollte darüber hinaus auf die sogenannte Abstrakte Verweisung verzichten, also auch dann eine Rente auszahlen, wenn der Betroffene theoretisch noch einer anderen als seiner erlernten Tätigkeit nachgehen kann.

    „Versicherung sollte auch rückwirkend zahlen“
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    3 Kommentare zu "Tool der Woche: Was eine Berufsunfähigkeits-Police braucht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Um einem Missverständnis vorzubeugen, möchte ich zu meinem Kommentar hinzufügen, das hier explizite unterschieden werden muss, ob die Person noch arbeiten kann, oder ob sie im zuletzt ausgeübten Beruf noch arbeiten kann.
      Eine Berufsunfähigkeit nach Recht für die vor 1961 geborenen bedeutete eine Einschränkung im Beruf von mindestens 50% (durch Unfall, Krankheit, Allergie, ...) soweit ich es weiß, führte das regelmäßig zu Umschulungen, soweit keine Erwerbsunfähigkeit vorlag. Die heutige Regel in der gesetzlich. Rentenversicherung: max. Noch 3 Stunden Arbeiten können, entspricht der vollen Erwerbsminderungsrente, zwischen 3-6 stunden arbeitsfähig bedeutet eine teilweise Erwerbsminderungsrente. Arbeitsfähig meint berufsunabhängig. Im Unterschied dazu leistet die private BU-Absicherung weiterhin ab 50 % Einschränkung im zuletzt ausgeübten beruf. Ich glaube, diese Differenzierung ist nötig um die zusammenhänge einordnen zu können.
      Michael Liskow, versicherungsmakler

    • Toll, das dieses wichtige Thema angesprochen wird. Doch leider sind Fakten entweder nicht korrekt dargestellt, oder nur ein Teil der Fakten. Aus meiner Sicht für den Leser, der sich mit der Thematik nicht auskennt nur verwirrend und in keiner weise hilfreich! Z.B. ZITAT:
      "Wer noch mehr als sechs Stunden pro Tag eine Tätigkeit verrichten kann, bekommt nichts. „Ohne die private Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit würde in einem solchen Fall von heute auf morgen das Einkommen wegfallen – und bis zur Rente kann es noch lang sein“, sagt Kleinlein." Zitat Ende.

      Derjenige wäre auch nach alten Regeln nicht BU. Sein bzw. ihr Einkommen würde auch heute nicht wegfallen!
      Was ist eigentlich mit den Schlagworten teilweise und vollständiger Erwerbsminderung? Ich habe diese vermisst im Bericht!
      Außerdem gibt es noch fachkundige Versicherungsmakler, die man hinzuziehen kann und sollte. Schlechter als der Abschluss aus einem Vergleichsprogramm heraus kann der Abschluss da auch nicht werden, trotz Provision; eher besser.
      Michael Liskow, Versicherungsmakler (das ist keine Werbung, sondern outen)

    • Vor allem braucht man zu einer BU-Versicherung einen fähigen Anwalt und eine Rechtschutzversicherung.

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