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Unfallopfer gegen Neinsager Wenn Versicherungen nicht zahlen

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These 2: „Die Hochwasserkatastrophe ist ein gutes Beispiel.“
Jürgen Hennemann: Der Rechtsanwalt ist auf Haftungs-, Verkehrs- und Versicherungsrecht spezialisiert und arbeitet grundsätzlich nicht für Versicherungen.

Jürgen Hennemann: Der Rechtsanwalt ist auf Haftungs-, Verkehrs- und Versicherungsrecht spezialisiert und arbeitet grundsätzlich nicht für Versicherungen.

Die Versicherer untermauerten ihre Haltung am Beispiel der Hochwasserkatastrophe im Süden und im Osten Deutschlands. „Alle Versicherer bemühen sich sehr intensiv, die fast 200.000 Schäden, zwei Milliarden Euro Schaden, zügig zu regulieren“, stellte Rollinger fest. „Wir sind mit vielen Vorschüssen unterwegs, um schnell und unbürokratisch dem Kunden zu helfen. Bei uns gibt’s das Geld noch schneller als aus dem staatlichen Hochwasser-Fonds.“

Anwälte und Berater halten dieses Beispiel für schlecht gewählt. Der Grund: Ihnen geht es um Personenschäden in ganz anderen Versicherungssparten. Die Opferschützer kritisieren die Regulierung in der Haftpflicht und in der Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Rollinger spricht dagegen über die Versicherung von Sachen, wie Wohnhäuser oder Hausrat.

Anwalt Hennemann hält dieses Beispiel daher für ungeeignet, um die Vorwürfe der Opferschützer zu entkräften. Überdies komme überhaupt nur eine sich jährlich verringernde Anzahl von Hauseigentümern in den Genuss einer Deckung für sogenannte Elementargefahren, da die Zeichnungsrichtlinien der Gesellschaften immer restriktiver würden.

Und ihm fallen spontan auch Fälle ein, in denen die Versicherer in dieser Sparte langsam und bürokratisch agiert haben. Mitunter vergehen Monate, bis Geschädigte überhaupt Geld bekommen. Das passiert insbesondere dann, wenn irgendwo Fehler gemacht wurden. Dann beauftragen Versicherer gerne ein Gutachten nach dem anderen.

Auch Versicherungsberaterin Angela Baumeister hält die unbürokratische Flutopferhilfe für ein schlechtes Beispiel. Denn hier schaue die Öffentlichkeit hin. Was schlechte Presse bewirken könne, habe ja der Versicherer Axa bei der Regulierung zur Loveparade in Duisburg hautnah erlebt. Das versuchten Versicherer natürlich weitestgehend zu vermeiden.

Die Retourkutsche komme dann aber hinterrücks, stellt die Branchenkennerin Baumeister fest. Denn derzeit seien viele Gebäudeversicherer unterwegs und würden ihre Beiträge stark anheben. Die Versicherer pochten auf Vertragsänderungen und sprächen schlimmstenfalls sogar fristgerechte Kündigungen aus.

Fazit: Das Beispiel ist schlecht gewählt. Der Punkt geht an die Opferschützer.

 

These 3: „500 Millionen Euro pro Tag leistet die Branche.“
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17 Kommentare zu "Unfallopfer gegen Neinsager: Wenn Versicherungen nicht zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo,
    habe selbst erlebt wie meine Versicherung die Standard Life sich jahrelang geweigert hat geweigert hat eine Berufsunfähigkeitsleistung zu erbringen:

    Das letzte was ich von Standard Life (Leiter der Leistungsprüfung) gehört habe war die Aussage: Nur weil die staatliche Rentenversicherung bei einem Akademiker die vollständige Erwerbsunfähigkeit anerkannt hat bedeutet dies für Standard Life noch nicht, dass dieser berufsunfähig ist! Wir sehen daher keinen Grund für weitere Gespräche.

    Vor Gericht begann Standard Life, vertreten durch die Ehefrau des leitenden Leistungsprüfers, eine Schlammschlacht die nur haarscharf an Beleidigung und Verleumdung vorbei ging: Angebliche berufliche Probleme wurden behauptet ohne dass Details oder Zeugen benannt werden konnten…

    Nach 10 Jahren hat Standard Life mit dem Urteil wenige Monate Zahlungen einsparen können aber immense Gerichts- und Anwaltskosten produziert und dem Kunden jahrelang das Leben zur Hölle gemacht.

    Alles laut Standard Life nur im Interesse der Versichertengemeinschaft um unberechtigte Ansprüche abzuwehren!

  • Ominöse Strukturen und Handlungsanweisungen prägen das Geschäft. Die Lobbyisten sind gut positioniert. Man hat auch mal die Anwälte befragt- es gibt mehr Verschleppung
    und ein kurioses Rechtsverständnis. Kostspielige Schäden werden mit allen Mitteln, möglichst gar nicht ausgezahlt. Das System kämpft gar nicht so gegen sein eigenes Image, da die "harten Fälle" nur eine prozentuale Minderheit sind. Es gibt weniger als eine Handvoll Urteile die der offensichtlichen verzögerten Schadensregulierung Rechnung tragen. Wer keine Rechtsschutzversicherung und einen guten Gesundheitszustand vorweisen kann, hat schon verloren. Wer sein Recht auch bekommen will, muss einen jahrelangen Rechtsstreit in Kauf nehmen.
    Ich spreche aus eigener Erfahrung und könnte ein Buch darüber schreiben.
    Ein Trost bleibt aber-beschissen wird man heute (fast) überall

  • Aktuell ist der Fall sehr interessant.

    Der erstbehandelnde D-Arzt hat auf die Frage, ob er Ausschlussuntersuchungen durchgeführt habe, geantwortet, dass man die BG befragen solle. Er sei durch Auflagen des Datenschutzes gebunden. Die BG hat in ähnlichem Zusammenhang dagegen angegeben, dass keine neuen Erkenntnisse vorgetragen würden.

    Aktuell geht es daher um einen Gerichtsbeschluss zur Beweislastumkehr.

    Eines ist schon jetzt erdrückend nachweisbar, dass Arztbriefe nicht ausschließlich den Befund dokumentieren. D.h. Nichts anderes, dass Arztbriefe keine Glaubwürdigkeit aufgrund anderweitiger Regelungen mit der Versicherung genießen, genießen können. Es geht sogar soweit, dass ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, dass selbst das Bundesversicherungsamt in einem Fall darauf drängte, eigene "Wortspielereien" zu Lasten des Versicherten bei der Versicherung durchzudrücken.

    Da tut sich ein Sumpf auf, um den sich die Politik kümmern sollte.

  • Die ganze Frustschreierei täuscht nur über die Wirklichkeit hinweg...die 80 % zufriedenen Kunden hört niemand..die sitzen nämlich einfach ruhig zuhause auf der Couch..es sind immer nur die 20 % wo es Probleme gibt und über die man sich dann das Maul zerreist...ich bin zufrieden und sitz auf der Couch:-)

  • Aus eigener Erfahrung -
    Häufiger Vortrag bar jeder rechtlichen Relevanz:
    Mitverschulden schon bei Kleinstkindern;
    Verschleppung über Bestreiten selbst eigener eingeholter Gutachten;
    Irreführung;
    Zahlungsankündigungen als Methode usw. usw.

  • Auffällig bei vielen Versicherern ist auch Folgendes:
    Fax-Nummern, unter denen Versicherer zu erreichen sind, sind auf deren Internetseiten oft extrem schwer auffindbar, manchmal funktioniert die Faxübersendung auch gar nicht.

    Grund: Versicherer wollen keine duch Fax-Sendeprotokoll beweisbar zugegangenen Schreiben erhalten, sondern setzen lieber auf E-Mails und Briefe. Das ermöglicht ein späteres Bestreiten des Zugangs.

  • Ich hab noch NIE von irgendjemanden gehört, dass ein Schaden schnell abgewickelt wurde. Bei allem Scheiss wird immer rumgedruckst und verzögert, dass nimmer besser geht. Beamte sind ja noch flink gegen die Versicherungsheinis.
    Wenn man sich dann noch auf der Zunge zergehen lässt, dass es ja noch Versicherungspflicht gibt. Also auf gut-deutsch, des Geld is sowieso weg, du kannst dir nur aussuchen aus welchem Fenster du's schmeisst...
    Dann auch noch den Leuten einzureden, dass sie dadurch nen gewissen 'Schutz' haben is für mich zumindest Vorsatz zur Körperverletzung, evtl mit Todesfolge.
    Und das in Millionen von Fällen.

    Es muss einfach die gesetzliche Krankenversicherung abgeschafft werden, damit die Gauner mal echt wirtschaftlich hantieren müssen und sich mit sowas wie Kundenzufriedenheit befassen

  • Hier ein Beispiel aus der Praxis: Ein Versicherer ist mit den Zahlungen in Verzug um diese erst in die Bilanz des neuen Jahres übernehmen zu müssen. Die Säumigkeit begründet der Sachbearbeiter dann damit, dass man mit einem über Weihnachten versendeten Brief noch eine UNterlage angefordert habe. Zuvor aber konnte der Versicherer den schnellen Weg der Korrespondenz über ein Fax gehen. Nur das irgendie verlorene Postschreiben (evtl. auch gar nicht abgesendet)will der Versicherer per Post übermittelt hben.

  • Geht es Ihnen aber gut.

    Ich hatte vor 15 Jahren einen bereits anerkannten Arbeitsunfall und die BG zahlt immer noch nicht.

  • Da irren Sie. Versicherungen haben bereits beim ersten Schadensfall ein außerordentliches Kündigungsrecht.

    Gehen Sie davon aus, dass ihnen bei 95 % aller Versicherer dieses Glück schon vorher beschieden gewesen wäre.

    Die Verragsbedingungen und letztlich auch die gesetzlichen Regelungen sind so abgefasst, dass Sie zur Beitragspflichtig immer verpflichtet sind, die Leistung im Schadensfall kann dagegen sogar seitens der BaFin untersagt werden.

    Ich habe mehrmals schon angeregt, die BaFin dem Verbraucherschutzministerium zu unterstellen, damit endlich dieser Lobbyismus aufhört.

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