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Unfallopfer gegen Neinsager Wenn Versicherungen nicht zahlen

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These 7: „Die Beschwerden gehen zurück.“
Der Verein Subvenio vertritt Unfallopfer. Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

Der Verein Subvenio vertritt Unfallopfer. Fotoquelle: Screenshot der Internetseite

 

„Jeder Kunde hat das Recht, sich kostenlos beim Ombudsmann oder der Bafin, der Finanzdienstleistungsaufsicht, zu beschweren. Seit Jahren stellen wir einen rückläufigen Beschwerdeeingang fest. Ich glaube, auch das spricht für die Qualität der Schadenregulierung und dass die Versicherer Wert darauf legen, den Kunden zufriedenzustellen, denn nur an zufriedene Kunden kann ich auch Versicherungen verkaufen.“

Rechtsanwalt Hennemann hält von dem Argument gar nichts. Es sollte nicht übersehen werden, dass auch der vielgerühmte Ombudsmann für das Versicherungswesen Teil eines vollständig intransparenten Gebildes sei. So werde zwar von Zeit zu Zeit mitgeteilt, ob und inwieweit sich die Anzahl von Beschwerden verändert habe. Doch das sage wenig aus.

Denn die beim Ombudsmann seit vielen Jahren vorliegenden, verdichteten Datensätze würden nur ansatzweise veröffentlicht. So wäre für Verbraucher interessant zu erfahren, wie sich die Beschwerdefrequenz gegenüber einzelnen Gesellschaften tatsächlich verändert habe und wie hoch beispielsweise die Beschwerdequoten bei Gesellschaften mit vergleichbarem Marktanteil sind.

Wenn die Versicherungsbranche mehr Transparenz wolle, läge nichts näher, als den Ombudsmann im Interesse der Verbraucher zu weitergehenden Veröffentlichungen zu ermächtigen. Er könne seinen langjährig verdichteten „Datenschatz“ möglicherweise sogar nach Sparten differenziert entsprechend abbilden.

Bezüglich der geringen Anzahl von Beschwerden beim Ombudsmann, hält Beraterin Baumeister entgegen: Dieser könne ja nur bis zu einem Beschwerdewert von 10.000 Euro verbindlich entscheiden. Die Fälle, wo es überdurchschnittlich häufig zu Problemen komme, lägen aber meist weit darüber.

Deshalb gehe in ihrer Kanzlei kaum ein Leistungsfall aus der Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung zum Ombudsmann. Bis zu einem Beschwerdewert von 100.000 Euro könne der Ombudsmann zwar eine Empfehlung aussprechen. „Aber das bringt den Versicherten im Zweifelsfall nicht weiter“, urteilt die juristisch geschulte Versicherungsberaterin Baumeister. 

Fazit: Der Ombudsmann kann den meisten Unfallopfern, die für ihre Rechte kämpfen, wohl kaum weiterhelfen. Auch dieser Punkt geht an die Opferschützer.

 

Finance Briefing
These 8: „Vor Gericht wird zugunsten der Versicherer entschieden.“
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17 Kommentare zu "Unfallopfer gegen Neinsager: Wenn Versicherungen nicht zahlen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo,
    habe selbst erlebt wie meine Versicherung die Standard Life sich jahrelang geweigert hat geweigert hat eine Berufsunfähigkeitsleistung zu erbringen:

    Das letzte was ich von Standard Life (Leiter der Leistungsprüfung) gehört habe war die Aussage: Nur weil die staatliche Rentenversicherung bei einem Akademiker die vollständige Erwerbsunfähigkeit anerkannt hat bedeutet dies für Standard Life noch nicht, dass dieser berufsunfähig ist! Wir sehen daher keinen Grund für weitere Gespräche.

    Vor Gericht begann Standard Life, vertreten durch die Ehefrau des leitenden Leistungsprüfers, eine Schlammschlacht die nur haarscharf an Beleidigung und Verleumdung vorbei ging: Angebliche berufliche Probleme wurden behauptet ohne dass Details oder Zeugen benannt werden konnten…

    Nach 10 Jahren hat Standard Life mit dem Urteil wenige Monate Zahlungen einsparen können aber immense Gerichts- und Anwaltskosten produziert und dem Kunden jahrelang das Leben zur Hölle gemacht.

    Alles laut Standard Life nur im Interesse der Versichertengemeinschaft um unberechtigte Ansprüche abzuwehren!

  • Ominöse Strukturen und Handlungsanweisungen prägen das Geschäft. Die Lobbyisten sind gut positioniert. Man hat auch mal die Anwälte befragt- es gibt mehr Verschleppung
    und ein kurioses Rechtsverständnis. Kostspielige Schäden werden mit allen Mitteln, möglichst gar nicht ausgezahlt. Das System kämpft gar nicht so gegen sein eigenes Image, da die "harten Fälle" nur eine prozentuale Minderheit sind. Es gibt weniger als eine Handvoll Urteile die der offensichtlichen verzögerten Schadensregulierung Rechnung tragen. Wer keine Rechtsschutzversicherung und einen guten Gesundheitszustand vorweisen kann, hat schon verloren. Wer sein Recht auch bekommen will, muss einen jahrelangen Rechtsstreit in Kauf nehmen.
    Ich spreche aus eigener Erfahrung und könnte ein Buch darüber schreiben.
    Ein Trost bleibt aber-beschissen wird man heute (fast) überall

  • Aktuell ist der Fall sehr interessant.

    Der erstbehandelnde D-Arzt hat auf die Frage, ob er Ausschlussuntersuchungen durchgeführt habe, geantwortet, dass man die BG befragen solle. Er sei durch Auflagen des Datenschutzes gebunden. Die BG hat in ähnlichem Zusammenhang dagegen angegeben, dass keine neuen Erkenntnisse vorgetragen würden.

    Aktuell geht es daher um einen Gerichtsbeschluss zur Beweislastumkehr.

    Eines ist schon jetzt erdrückend nachweisbar, dass Arztbriefe nicht ausschließlich den Befund dokumentieren. D.h. Nichts anderes, dass Arztbriefe keine Glaubwürdigkeit aufgrund anderweitiger Regelungen mit der Versicherung genießen, genießen können. Es geht sogar soweit, dass ich aus zuverlässiger Quelle erfahren habe, dass selbst das Bundesversicherungsamt in einem Fall darauf drängte, eigene "Wortspielereien" zu Lasten des Versicherten bei der Versicherung durchzudrücken.

    Da tut sich ein Sumpf auf, um den sich die Politik kümmern sollte.

  • Die ganze Frustschreierei täuscht nur über die Wirklichkeit hinweg...die 80 % zufriedenen Kunden hört niemand..die sitzen nämlich einfach ruhig zuhause auf der Couch..es sind immer nur die 20 % wo es Probleme gibt und über die man sich dann das Maul zerreist...ich bin zufrieden und sitz auf der Couch:-)

  • Aus eigener Erfahrung -
    Häufiger Vortrag bar jeder rechtlichen Relevanz:
    Mitverschulden schon bei Kleinstkindern;
    Verschleppung über Bestreiten selbst eigener eingeholter Gutachten;
    Irreführung;
    Zahlungsankündigungen als Methode usw. usw.

  • Auffällig bei vielen Versicherern ist auch Folgendes:
    Fax-Nummern, unter denen Versicherer zu erreichen sind, sind auf deren Internetseiten oft extrem schwer auffindbar, manchmal funktioniert die Faxübersendung auch gar nicht.

    Grund: Versicherer wollen keine duch Fax-Sendeprotokoll beweisbar zugegangenen Schreiben erhalten, sondern setzen lieber auf E-Mails und Briefe. Das ermöglicht ein späteres Bestreiten des Zugangs.

  • Ich hab noch NIE von irgendjemanden gehört, dass ein Schaden schnell abgewickelt wurde. Bei allem Scheiss wird immer rumgedruckst und verzögert, dass nimmer besser geht. Beamte sind ja noch flink gegen die Versicherungsheinis.
    Wenn man sich dann noch auf der Zunge zergehen lässt, dass es ja noch Versicherungspflicht gibt. Also auf gut-deutsch, des Geld is sowieso weg, du kannst dir nur aussuchen aus welchem Fenster du's schmeisst...
    Dann auch noch den Leuten einzureden, dass sie dadurch nen gewissen 'Schutz' haben is für mich zumindest Vorsatz zur Körperverletzung, evtl mit Todesfolge.
    Und das in Millionen von Fällen.

    Es muss einfach die gesetzliche Krankenversicherung abgeschafft werden, damit die Gauner mal echt wirtschaftlich hantieren müssen und sich mit sowas wie Kundenzufriedenheit befassen

  • Hier ein Beispiel aus der Praxis: Ein Versicherer ist mit den Zahlungen in Verzug um diese erst in die Bilanz des neuen Jahres übernehmen zu müssen. Die Säumigkeit begründet der Sachbearbeiter dann damit, dass man mit einem über Weihnachten versendeten Brief noch eine UNterlage angefordert habe. Zuvor aber konnte der Versicherer den schnellen Weg der Korrespondenz über ein Fax gehen. Nur das irgendie verlorene Postschreiben (evtl. auch gar nicht abgesendet)will der Versicherer per Post übermittelt hben.

  • Geht es Ihnen aber gut.

    Ich hatte vor 15 Jahren einen bereits anerkannten Arbeitsunfall und die BG zahlt immer noch nicht.

  • Da irren Sie. Versicherungen haben bereits beim ersten Schadensfall ein außerordentliches Kündigungsrecht.

    Gehen Sie davon aus, dass ihnen bei 95 % aller Versicherer dieses Glück schon vorher beschieden gewesen wäre.

    Die Verragsbedingungen und letztlich auch die gesetzlichen Regelungen sind so abgefasst, dass Sie zur Beitragspflichtig immer verpflichtet sind, die Leistung im Schadensfall kann dagegen sogar seitens der BaFin untersagt werden.

    Ich habe mehrmals schon angeregt, die BaFin dem Verbraucherschutzministerium zu unterstellen, damit endlich dieser Lobbyismus aufhört.

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