Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Urlaubsbuchung Was ein Corona-Schutz bei der Reiserücktrittsversicherung bringt

Einige Versicherer haben den Leistungsumfang für ihre Reiseversicherungen während der Pandemie erweitert. Was Verbraucher davon erwarten können.
15.12.2020 - 04:02 Uhr Kommentieren
Die Corona-Pandemie wird das Reisen auch 2021 beeinträchtigen. Quelle: action press
Flughafen Köln-Bonn

Die Corona-Pandemie wird das Reisen auch 2021 beeinträchtigen.

(Foto: action press)

Frankfurt Nach den Erfahrungen mit Reisewarnungen und Grenzschließungen in diesem Jahr bleiben viele Verbraucher bei anstehenden Urlaubsplanungen für 2021 vorsichtig. In zahlreichen Fällen hatten sie ihre Ferien absagen und sich im Anschluss daran mit Veranstaltern, Fluggesellschaften, Hotels, Ferienvermietern oder ihrem Versicherer darüber streiten müssen, wer die Kosten übernimmt.

Um Kunden, die fürs kommende Jahr eine Urlaubsreise buchen wollen, diese Unsicherheit zu nehmen, haben viele Versicherer ihre Reiserücktrittsversicherungen erweitert oder bieten einen speziellen Corona-Zusatzschutz an.

Denn auch wenn es derzeit danach aussieht, dass bald ein Impfstoff verfügbar sein wird, so wird es doch noch einige Zeit dauern, bis die Pandemie so eingedämmt ist, dass wieder Normalität in unseren Alltag und damit auch unsere Mobilität einkehrt. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov erwarten zwar 42 Prozent der Bundesbürger, spätestens im dritten Quartal 2021 wieder uneingeschränkt verreisen zu können. Allerdings rechnen auch immerhin 35 Prozent der Befragten damit, dass dies im kompletten kommenden Jahr nicht möglich sein wird.

Macht es also Sinn, die speziellen Angebote der Assekuranz zu nutzen, und sollte zumindest eine herkömmliche Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen werden? Experten geben darauf differenzierte Antworten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Generell gilt: Pauschalreisen lassen sich in der Regel kostenlos stornieren, wenn es für eine Region eine Reisewarnung gibt oder wenn es vor Ort Einschränkungen gibt, aufgrund derer sich die Reise nicht wie geplant durchführen lässt. Bei Individualreisen kommt es hingegen meist auf die jeweiligen Stornobedingungen an. Viele Reiseveranstalter sind bei Stornierungen inzwischen jedoch kulanter geworden.

    Angst vor Ansteckung reicht nicht

    Die Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung wiederum springt normalerweise nur ein, wenn die versicherte Person oder oft auch nahe Angehörige und Begleitpersonen unerwartet und schwer krank werden. Sie übernimmt dann die Stornokosten. Meist gilt das auch, wenn es zu einer Schwangerschaft oder Arbeitslosigkeit kommt. Allein die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus löst aber keine Leistungspflicht des Versicherers aus.

    Grafik

    Doch es gibt Unterschiede: Bevor Verbraucher eine solche Police abschließen, sollten sie in jedem Fall prüfen, ob und inwiefern Erkrankungen infolge einer Pandemie versichert sind. Laut einer aktuellen Untersuchung des Verbrauchermagazins „Finanztest“ schließen viele Tarife diese Fälle, also auch eine Ansteckung mit dem Coronavirus als Rücktrittsgrund, aus. Einige machen zudem Einschränkungen, wenn es um den Reiseabbruch geht. Dieser ist dann nicht versichert, wenn das Auswärtige Amt vor Reiseantritt oder vor der Einreise ins jeweilige Gebiet eine entsprechende Warnung herausgegeben hat.

    Hinzu kommt: Üblicherweise zahlt die Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung nur bei einer unerwarteten schweren Erkrankung. Wer wegen eines positiven Corona-Tests in Quarantäne muss, kann aber nicht verreisen, selbst wenn er gar keine oder nur leichte Symptome hat. Das gleiche Problem haben Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen, ohne selbst erkrankt zu sein.

    Finanztest hat im November bei den Versicherern, die den Pandemiefall abdecken, nachgefragt. Manchen reicht ein positives Testergebnis, um die Stornokosten zu übernehmen. Einige fordern noch ein ärztliches Attest. Und andere zahlen erst, wenn der Versicherte oder Mitreisende leichte Symptome hat und diese durch Attest nachweist – manche sogar nur bei schweren Symptomen.

    Versicherer bieten Zusatzschutz

    Einige Versicherer haben ihre Produkte aufgrund der Corona-Pandemie ergänzt, um „Reisenden vorgeblich mehr Sicherheit und Planbarkeit zu bieten“, sagt Claudia Frenz vom Bund der Versicherten (BdV): „Im Zuge der Pandemie sind einzelne Anbieter dazu übergegangen, auch eine behördlich angeordnete Quarantäne im In- oder Ausland als versichertes Ereignis in Reiserücktritts- oder -abbruchpolicen oder auch Zusatztarife einzubeziehen.“

    Es müsse allerdings individuell genau geprüft werden, ob ein Abschluss tatsächlich empfehlenswert ist. Denn die der Verbraucherschutzorganisation bekannten Anbieter „erheben aktuell erhebliche Zusatzprämien für erweiterte Leistungen“, schränkt Frenz ein.

    Finanztest weist ebenfalls auf diese Zusatzangebote hin: Travelsecure, die Reiseversicherung der Würzburger Versicherung, bietet einen Corona-Reiseschutzbrief als „i-Tüpfelchen“ zur bestehenden Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung an. Dieser zahlt bei Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion, einer Erkrankung an Covid-19 und der daraus folgenden häuslichen Quarantäne. Erstattet werden unter anderem die Stornokosten bei Rücktritt, Kosten für eine Umbuchung sowie nicht in Anspruch genommene Reiseleistungen.

    Bei der Hanse-Merkur können Urlauber zusätzlich zur Reiserücktrittsversicherung einen Corona-Schutz abschließen. Dieser Zusatzschutz umfasst eine Storno- und Reisekostenabsicherung, wenn für den Reisenden aufgrund eines Corona-Verdachts zu Hause oder am Urlaubsort eine Quarantäne angeordnet wird.

    Die Absicherung greift auch im Fall einer Temperaturmessung am Hinreise- oder Rückreisetag, die dazu führt, dass Urlauber ihren Flug nicht antreten oder nicht zu ihrem Ferienhaus reisen können.

    Auch der Versicherer Ergo bietet eine Ergänzungsversicherung zur Reiserücktritts- oder Reiseabbruchpolice, die die Kosten bei Erkrankung oder Tod aufgrund von Covid-19 erstattet.
    Allianz Travel schließt in seinen Reiserücktrittsversicherungen zudem den Quarantänefall bei Einzelreisen seit 1. September und bei Jahresverträgen seit dem 9. Dezember ein. Kunden seien versichert, wenn eine persönliche Quarantäne angeordnet wird, die versicherte Person aber selbst nicht erkrankt ist, heißt es.

    Nur bei teuren Reisen sinnvoll

    Die Reiserücktrittsversicherung zählt indes zu den Policen, die Verbraucher nicht unbedingt benötigen. „Allein die jetzt am Markt erscheinenden Deckungserweiterungen ändern nichts an der grundsätzlichen Einschätzung, dass eine Reiserücktritts- beziehungsweise Abbruchversicherung nur bei äußerst teuren oder langen Reisen in Betracht gezogen werden sollte“, sagt BdV-Expertin Frenz.

    Versichert werden kann eine einzelne Reise. Wer oft verreist, für den kann sich auch ein Jahresvertrag lohnen. Finanztest empfiehlt zudem, die Policen direkt beim Versicherer abzuschließen. Versicherungen, die es auf Buchungsportalen oder in Kombination mit der Kreditkarte gibt, seien häufig nicht so leistungsstark.

    Mehr: Warum es bei Reiseversicherungen zu zahlreichen Streitfällen kommt

    Startseite
    Mehr zu: Urlaubsbuchung - Was ein Corona-Schutz bei der Reiserücktrittsversicherung bringt
    0 Kommentare zu "Urlaubsbuchung: Was ein Corona-Schutz bei der Reiserücktrittsversicherung bringt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%