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Vergleichsportale Makler gegen Check24: Der Kampf um den Versicherungsmarkt

Das Vergleichsportal Check24 hat es zum Marktführer in Deutschland gebracht. Doch der Anbieter ist umstritten: Traditionelle Versicherungsmakler zerren die Firma vor Gericht.
25.11.2019 - 08:55 Uhr Kommentieren
Penta will jetzt auch Einzelunternehmen und Freiberufler mit Angestellten ansprechen. Quelle: dpa
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Penta will jetzt auch Einzelunternehmen und Freiberufler mit Angestellten ansprechen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Es sind markige Worte, die Michael H. Heinz wählt: „Bei Kindern hat man gedacht, dass sie aus Fehlern lernen, bei meinem Kollegen Christoph Röttele ist das nicht der Fall, also muss er fühlen.“ Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) schickte vor Kurzem eine klare Kampfansage in Richtung des Geschäftsführers des Online-Portals Check24.

Er werde den Konkurrenten am „Nasenring durch die Manege ziehen“, kündigte Heinz angesichts einer neuen Klage seines Verbandes gegen das Portal an, die am Dienstag vor dem Münchener Landgericht verhandelt wird. Doch auch das Vergleichsportal gibt sich kampfeslustig: „Herrn Heinz scheint es mit der Klage erneut nicht um die Verbraucher zu gehen, sondern um seinen persönlichen Kreuzzug gegen Check24“, heißt es in München.

Der Verband wirft dem Onlinemakler diesmal vor, mit Jubiläumsrabatten für den Abschluss von Versicherungsverträgen gegen die gesetzlichen Vorschriften verstoßen zu haben. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Check24 für die sogenannten „Versicherung Jubiläums Deals“ geworben.

Dort hieß es wörtlich: „Jetzt Versicherung vergleichen, abschließen und bis zu zwölf Monate gratis sichern!“ Beim BVK sieht man darin einen Verstoß gegen das Verbot der Provisionsabgabe. Kunden dürfen nach dieser Regel nicht für den Abschluss einer Versicherung belohnt werden.

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    Check24 hält dem entgegen, dass die Prämie vom Mutterkonzern und nicht von der für Versicherungen zuständigen Tochter bezahlt wurde. Zudem sei die Zahlung nur eine Art Belohnung für ein Kundenkonto beim Konzern und nicht für den Abschluss einer einzelnen Versicherung zu sehen.

    Komplexer Konflikt

    Es ist ein Konflikt mit vielen Spitzfindigkeiten, der bereits seit dem Jahr 2015 schwelt. Mehrfach trafen sich die Kontrahenten bereits vor Gericht. Im Wesentlichen ging es dabei stets um die Frage, ob das Vergleichsportal gegen das Provisionsabgabeverbot verstößt. Mehrfach klagten die Versicherungskaufleute bereits gegen Check24 und erzielten mitunter juristische Erfolge.

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    Doch im Grunde steckt hinter der Auseinandersetzung mehr als nur ein Streit über ein paar Paragrafen. Es geht letztlich um die Frage, wer künftig das Geschäft in der sich immer stärker digitalisierenden Versicherungsbranche machen wird. Das Online-Vergleichsportal Check24 hat sich in den vergangenen Jahren eine führende Rolle in Deutschland erkämpft und sich damit für viele Versicherer zu einem neuen Machtfaktor entwickelt. Nun rütteln indes die klassischen Vermittler und neue Wettbewerber an dieser Position.

    Das als GmbH geführte Unternehmen ist wegen seines hohen Werbeetats bei Verbrauchern quasi omnipräsent. Beobachter schätzen, dass die verschwiegene Firma mittlerweile eine niedrige dreistellige Millionensumme jedes Jahr in Werbung steckt. Laut dem Branchendienst Nielsen befindet sich Check24 damit unter den deutschen Top 20 bei den werbetreibenden Unternehmen.

    Die ständige Werbepräsenz ist auch ein wesentlicher Grund, warum Check24 und andere Online-Portale den Versicherungsvertretern seit Jahren immer mehr Geschäft wegnehmen. Allein der Marktführer aus München vermittelt inzwischen mehr als eine Million Kfz-Versicherungsverträge pro Jahr – obwohl wichtige Anbieter wie Allianz oder HUK24 auf der Website nicht immer präsent sind.

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