Versicherer Hannover Rück hält an Jahreszielen fest

Vergleichsweise geringe Schäden durch die Corona-Pandemie.
Hannover Der Rückversicherer Hannover Rück sieht sich dank vergleichsweise geringer Schäden durch die Corona-Pandemie im ersten Quartal auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz rechnet für 2021 weiterhin mit einem Gewinn von 1,15 bis 1,25 Milliarden Euro, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte.
Im ersten Quartal stieg der Nettogewinn um knapp zwei Prozent auf 305,9 Millionen Euro, während die Bruttoprämien um fast zwölf Prozent nach oben schnellten, wie Hannover Rück mitteilte. Bei den Neuverhandlungen der Verträge zum 1. April habe man im Schnitt Preiserhöhungen von 5,0 Prozent durchgesetzt, das Prämienvolumen stieg um 7,4 Prozent.
Während die Hannover Rück im Schaden- und Unfallgeschäft diesmal netto keine coronabedingten Großschäden zu tragen hatte, schlugen die vielen Todesfälle infolge der Pandemie in der Personen-Rückversicherung mit 151 Millionen Euro negativ zu Buche. Dies konnte der Konzern aber durch eine Umstrukturierung im US-Geschäft nahezu ausgleichen. Andererseits muss die Hannover Rück nach dem extremen Wintereinbruch in Texas netto Schäden von mehr als 75 Millionen Euro schultern.
Einsturz einer Brücke in Mexiko-Stadt möglicherweise als Großschaden einzustufen
Der Einsturz einer Stadtbahn-Brücke in Mexiko-Stadt ist nach Angaben der Hannover Rück durch Versicherer abgedeckt. Finanzvorstand Clemens Jungsthöfel bestätigte am Mittwoch, dass die Brücke ein Schadenereignis für die Rückversicherer sei. Für die weltweite Nummer drei der Branche könne es ein Großschaden werden, also mehr als zehn Millionen Euro kosten.
Für genauere Schätzungen sei es zu früh. Welche anderen Versicherer und Rückversicherer dafür einstehen müssen, sagte er nicht. Bei dem Einsturz der Brücke, die über eine vielbefahrene Straße in der mexikanischen Hauptstadt führte, waren mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen, knapp 80 wurden verletzt.
Die tagelange Blockade des Suez-Kanals durch die havarierte „Ever Given“ werde für Hannover Rück dagegen aller Voraussicht nach kein Großschaden, sagte Jungsthöfel. Ohnehin sei fraglich, ob Transportversicherer dafür einstehen müssten. Es komme darauf an, ob die Verzögerungen und deren Folgen für die Lieferketten als Transportschaden einzustufen seien.
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