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Versicherungen „Bei jeder dritten Police droht die Ablehnung“

In den Policen der Deutschen schlummern ungeahnte Risiken, erklärt Versicherungsberaterin Angela Baumeister. Warum die meisten Kunden falsche Angaben machen, was Tricksern droht und wie Versicherer Betrügern nachstellen.
23 Kommentare
„Das größere Problem sind aber nicht die Versicherer, sondern die Kunden selbst.“Versicherungsberaterin Angela Baumeister über die Tücken beim privaten Schutz Quelle: PR

„Das größere Problem sind aber nicht die Versicherer, sondern die Kunden selbst.“

Versicherungsberaterin Angela Baumeister über die Tücken beim privaten Schutz

(Foto: PR)

Frau Baumeister, als Versicherungsberaterin kennen Sie die alle Tücken beim privaten Schutz. Welche Risiken stecken in den Policen der Deutschen?
Es gibt viele Risiken wie etwa kundenunfreundliche Klauseln oder zu geringe Deckungssummen. Das größere Problem sind aber nicht die Versicherer, sondern die Kunden selbst.

Wie bitte?
Die Versicherte machen häufig falsche Angaben zu ihrer Person. Und das bei Policen, die gegen existentielle Risiken wie Invalidität, Krankheit oder Hinterbliebenenschutz im Todesfall absichern. Damit verletzten sie die vorvertragliche Anzeigepflicht, verschweigen etwa, welche Vorerkrankungen sie haben. In den meisten Fällen geschieht das natürlich unbeabsichtigt und aus Unkenntnis.

Wie häufig kommt so etwas vor?
Nach meiner Erfahrung sind die Angaben der Versicherten in 70 Prozent der bestehenden Berufsunfähigkeits- und Privaten Krankenversicherungs-Policen fehlerhaft. In jedem dritten Fall könnte das im Ernstfall eine Ablehnung der Leistungen rechtfertigen.

Welche Auswirkung haben falsche Angaben?
Im Leistungsfall prüfen die Versicherer als erstes die Angaben der Kunden. In vielen Fällen bestehen gute Chancen auf Ablehnung. Das ist tragisch: Bei Berufsunfähigkeit droht sozialer Abstieg. Privat Krankenversicherte stehen zeitweise ohne Schutz da, müssen dann im teuren Basistarif reduzierte Leistungen oder Abweisungen von Ärzten hinnehmen.

Warum tun sich die Deutschen so schwer bei den Angaben zu ihrer Person?
Das ist schon erstaunlich, da diese Policen vor allem Akademiker abschließen, die sich der Ernsthaftigkeit der Fragestellung und der Folgen bewusst sein müssten. Einerseits werden Fragen nicht ernst genommen, obwohl die Versicherer deutlich auf die Folgen hinweisen. Andererseits können Laien die Fragen oft nicht beantworten. Jeder Versicherte hat eigene Formulierungen in den Verträgen. Außerdem gibt es Probleme bei dem Verständnis der Begrifflichkeiten. Kennen Sie etwa den Unterschied zwischen Beschwerden, Gesundheitsschäden, Befindlichkeitsstörungen, Anomalien?

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23 Kommentare zu "Versicherungen: „Bei jeder dritten Police droht die Ablehnung“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Link zu Thema:

    http://www.frag-einen-anwalt.de/Verjaehrung-vorvertraglicher-Anzeigepflicht,-BU-__f132146.html

  • Schade, hatte schon gehofft, das vlt jemand antwortet..

  • Das würde mich aber auch mal interessieren.

  • Hallo,

    heißt das dann im Umkehrschluss, dass wenn ich z.B. eine Depression verheimliche (arglistige Täuschung) und nach mehr als 10 Jahren ein BU eintritt, ich dann safe bin?!

    Danke für die Antwort!

  • Hallo Herr Stein, es gibt sogar Krankenkassen, die listen Ihnen detailliert JEDEN Arztbesuch auf. Dieses ist in der Tat ungewöhnlich. I.d.R. erhalten Sie bei den Krankenkassen Infos zu stationären Aufenthalten, Kuren, Krankengymnastik..., Arbeitsunfähigkeiten.
    Claudia Möller

  • @Kommissar:

    entsprechend Ihrer Anfrage, kann ich Ihnen nur raten sich damit ein Stück weit abzufinden. Es ist nun mal so, dass der Großteil der Mandanten bei wahrheitsgemäßen Angaben im Antrag keinen " glatten" Vertrag mehr erhält.
    Weiterhin empfehle ich jedem Vermittler sich systematisch medizinisches Grundwissen anzueignen, denn nur so hat man die Möglichkeit mit Gesellschaftsärzten und und Risikoprüfern ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Wenn Ihnen das gelingt, können Sie den ein oder anderen RZ verhandeln und bei Ausschlussklauseln deutlich bessere, tranzparentere und kundenfreundlichere Bedingungen für Ihre Mandanten erwirken.

    Anmerken möchte ich noch, das die subjektive Einschätzung der Ärzte ( der des Mandanten ) bei der privatrechtlichen Vertragsgestaltung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer nur bedingt eine Rolle spielt. Ein Gesellschaftsarzt kommt in Abhängigkeit der Annahmerichtlinien, der jeweiligen Vertragsbedingungen, des Berufes, gesundheitlicher Begleiterscheinungen etc., etc. unter Umständen zu einer ganz anderen Einschätzung.
    Schließlich gilt hier auch die Verantwortung der gesamten Versichertengemeinschaft gegenüber.

    Viele Grüße
    Matthias Seifert

  • Sorry Herr Seifert,
    was wird das heir für eine billige Werbung für Ihre eigene Tätigkeit?

    So nach dem Motto: Vielleicht googlet ja einer Matthias Seifert Makler und schwupps, da bin ich ja auf Platz 1...?

    Hat man es nötig, sich selbst damit zu profilieren, dass man suggeriert, alle anderen Vermittler seien provisionsgeil?

    Es ist kein Problem, einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung aus dem Weg zu gehen. Bei meinem letzten Kunden wurde ein Ausschlus Wirbelsäule verhängt, der Kunde suchte daraufhin den betreffenden Orthopäden auf und fragte nach, was denn dieser der Versicherer auf deren nachfrage hin geantwortet hatte.

    Der Arzt wunderte sich und kommentierte mit den Worten: Herr XXX, wenn Sie keine BU-Versicherung bekommen, wer denn bitteschön dann??

    Was raten Sie einem Vermitller, der seine Kunden stets dazu anhält, die 'Hosen herunter zu lassen' und der dann feststellen muss, dass diese Ehrlichkeit damit belohnt wird, dass nur einer von 10 mal einen BU-Schutz ohne Einschränkung erhält?


  • @Herr El-Gamali, es ist leider nicht mit ein/zwei Urteilen/Rechtsgrundlagen getan. Hier muss man viel weiter ausholen. Es gibt durchaus verschiedene Sichtweisen auf eine Sache. Die eine ist z.B., was der Versicherer durchsetzen *kann* und das andere, was er *versucht* durchzusetzen.

    In der Vergangenheit gab es einige Urteile, die den "schwarzen Peter" dem Verbraucher zugeschoben haben, der sich nicht gewissenhaft (genug) mit den Fragestellungen befasst hat. Hier müssen wir dann aber auch noch schauen, ob der Vertragsschluss zu altem oder neuen Recht getätigt wurde. Aber eigentlich ist das nicht einmal die herausstechende Problematik.

    Das geht wirklich nicht in 5 Sätzen zu erläutern. Aber ich verspreche, dass ich mich die nächsten Tage ganz ausführlich diesem Thema widme. Zu berücksichtigen ist natürlich auch, dass so ein Interview in aller Kürze prägnant informieren soll und ellenlage Statements nicht angebracht sind. Das führt natürlich auch dazu, dass einzelne Details manchmal sehr oberflächlich betrachtet werden.

    @Frank: Man sollte sich mit den Patientenrechten bzw. den Auskunftspflichten befassen, dann klappt es auch mit den entsprechenden Stellen. Natürlich wird immer mal geblockt, aber mit Hinweis auf die entsprechenden §§ geht es dann doch immer. Zumindest kenne ich das nicht anders.

    @Banker: Herzlichen Dank. Aber die Blumen gebühren gar nicht mir, sondern Herrn Jens Hagen. Dieser hat das Interview geführt und den Artikel dann geschrieben.

    @Herr Seifert: Ich bin auch sehr dafür, die Messlatte für die Zulassungen viel höher zu hängen als sie derzeit hängt.

  • irgedwie ist mein Statement in die Antwortlist des Hr. Gutsch gerutsch...also hier nochmal neu...

    Auch ich, als Spezialmakler für PKV, BU und Pflege, kann die Inhalte des Artikels nur 100 % bestätigen und mich den Ausführungen von Herrn Gutsch anschließen. Da die meisten Vermittler hauptsächlich von Proivisionsgier und fachlichen Defiziten geprägt sind, bleiben die Kunden im Leistungsfall auf Ihren Kosten sitzen. Es müssten viel höhere Qualifikationen für die Berater und Vermittler von biometrischen Absicherungen gefordert werden. Viele Vermittler in unserer Branche sind mit einfachsten Mitteln in der Lage, ihre Kunden finanziell vollständig zu ruinieren. Der typische Bauchladenvertreter wird noch nie in seinem Leben ein einziges Bedingungswerk vollständig selbst gelesen, geschweige denn verstanden haben!(Macht nichts, um Provision zu verdienen muss man den Vertrag ja nicht verstehen, sondern nur verkaufen) Er kann mit medizinischen Begriffen nichts anfangen und neigt natürlich dann zur Schönrederei. Der Kunde, der einen Vertrag bei einem qualifizierten und spezialisierten Vermittler abschließt, hat bis zur Antragsaufnahme "einmal die Hosen komplett heruntergelassen", d.h. sämtliche Arztunterlagen beigebracht und vom Wunschversicherer vorab prüfen lassen. Nur so lässt sich das Risiko einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung nahezu ausschließen.

    Viele Grüße
    Matthias Seifert

  • Auch ich, als Spezialmakler für PKV, BU und Pflege, kann die Inhalte des Artikels nur 100 % bestätigen und mich den Ausführungen von Herrn Gutsch anschließen. Da die meisten Vermittler hauptsächlich von Proivisionsgier und fachlichen Defiziten geprägt sind, bleiben die Kunden im Leistungsfall auf Ihren Kosten sitzen. Es müssten viel höhere Qualifikationen für die Berater und Vermittler von biometrischen Absicherungen gefordert werden. Viele Vermittler in unserer Branche sind mit einfachsten Mitteln in der Lage, ihre Kunden finanziell vollständig zu ruinieren. Der typische Bauchladenvertreter wird noch nie in seinem Leben ein einziges Bedingungswerk vollständig selbst gelesen, geschweige denn verstanden haben!(Macht nichts, um Provision zu verdienen muss man den Vertrag ja nicht verstehen, sondern nur verkaufen) Er kann mit medizinischen Begriffen nichts anfangen und neigt natürlich dann zur Schönrederei. Der Kunde, der einen Vertrag bei einem qualifizierten und spezialisierten Vermittler abschließt, hat bis zur Antragsaufnahme "einmal die Hosen komplett heruntergelassen", d.h. sämtliche Arztunterlagen beigebracht und vom Wunschversicherer vorab prüfen lassen. Nur so lässt sich das Risiko einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung nahezu ausschließen.

    Viele Grüße
    Matthias Seifert

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