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Versicherungen Fehlstart: Gonetto nimmt neues Vergleichsportal wieder vom Netz

Mit einem Vergleichsportal für provisionsfreie Versicherungen wollte der Makler eine transparente Alternative zum klassischen Vertrieb bieten. Doch der Start ist misslungen.
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Der Gonetto-Chef will nicht aufgeben. Quelle: Pressebild
Dieter Lendle

Der Gonetto-Chef will nicht aufgeben.

(Foto: Pressebild)

Frankfurt Der Versicherungsmakler Gonetto will mit einem Online-Vergleichsportal für provisionsfreie Versicherungstarife neue Kunden gewinnen. Das hessische Unternehmen verspricht ein transparentes Gebührenmodell und will Versicherungen günstiger anbieten als klassische provisionsgetriebene Versicherungsvermittler.

Start der Portals war am Mittwoch: Mit an Bord sollten zu Beginn bereits Tarife von sechs Produktpartnern sein. Doch offenbar gab es dabei Abstimmungsprobleme mit den vier Versicherern und zwei Assekuradeuren. Kurz nach dem Start musste Gonetto die angebotenen Tarife nach und nach wieder zurückziehen. Deshalb nimmt das Unternehmen den Vergleichsrechner an diesem Freitag wieder vom Netz.

Gonetto-Chef Dieter Lendle versucht den misslungenen Marktstart so zu erklären: „Wir haben den üblichen Weg gewählt und mit den Makler-Pools gesprochen. Sie haben uns jeweils von den Vertriebsleitern der Versicherungen grünes Licht gegeben. Offenbar waren die Vorstände der Versicherungen nun teilweise anderer Meinung.“ Die Versicherer hätten ihre Teilnahme an dem Online-Vergleichsportal wieder zurückgezogen. Eine Gesellschaft wolle intern noch klären, ob sie mitmachen will oder nicht.

Lendle betont jedoch, dass die Versicherer weiterhin provisionsfreie Tarife anbieten wollen, aber nicht öffentlich auf einem Vergleichsportal erscheinen wollen. Eine Bitte des Handelsblatts um Stellungnahme haben die betroffenen Unternehmen bislang unbeantwortet gelassen oder wollen nicht namentlich genannt werden.

Die Versicherungsgesellschaft Konzept & Marketing stellte gegenüber dem „Versicherungsjournal“ jedoch klar, dass die Einstellung der Tarife des Unternehmens in dem Vergleichsrechner ohne Zustimmung erfolgt sei und die Tarife daher mittlerweile wieder entfernt wurden. Ein Versicherer sagte dem Handelsblatt, dass keine Zusammenarbeit mit Gonetto bestehe und dass man eine Klarstellung des Sachverhalts durch das Unternehmen gefordert habe.

Ein Manager aus dem Umfeld eines weiteren betroffenen Versicherungsunternehmens, der namentlich nicht genannt werden möchte, sagte dem Handelsblatt, dass ein Makler-Pool vor einiger Zeit angefragt habe, ob man bereit sei, Nettotarife für die Honorarberatung anzubieten.

Das habe man zwar bejaht. Eine Verbindung zu dem geplanten Vergleichsportal von Gonetto sei aber nicht erkennbar gewesen. Der Versicherer werde dabei nicht mitmachen, weil er das Geschäft mit seinen angestammten Vertriebswegen nicht gefährden wolle.

„Viele klassische Makler haben natürlich kein Interesse daran, dass ein Systemwechsel weg vom provisionsgesteuerten zum honorarbasierten Vertrieb stattfindet“, sagt Lendle dazu. Er vermute, dass diese auch einen Einfluss auf die Entscheidung der Versicherungen, doch nicht bei Gonetto mitzumachen, hatten.

Trotz dieses Rückschlags ist aufgeben für ihn keine Option: „Wir haben auf die Ankündigung, das Vergleichsportal für provisionsfreie Versicherungen zu starten, auch viele positive Rückmeldungen bekommen.“ Es gebe zwei neue Anfragen von Versicherungsunternehmen, die teilnehmen wollen. „Wir hoffen nun, dass in den nächsten Wochen genügend teilnehmende Versicherungen zusammenkommen, damit diese Idee am Leben gehalten werden kann“, sagt er.

Mehr: Viele Konzerne weltweit haben laut einer Studie von Transparency International immer noch nebulöse Strukturen – vor allem Banken und Versicherer. Vergleichsweise gut ist die Transparenz bei zwei deutschen Dax-Firmen.

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1 Kommentar zu "Versicherungen: Fehlstart: Gonetto nimmt neues Vergleichsportal wieder vom Netz"

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  • Ich bin Versicherungsmakler und gegen diese Art von Portalen. Was bringen denn "provisionsfreie" Tarife dem Verbraucher wirklich? Er bekommt einen Nettotarif und muss dann dafür den Honorarberater bezahlen. Wenn man sich an die einfache Regel hält, dass nichts umsonst auf dieser Welt ist, wird man sich auch hier von Verbraucherseite aus nicht die rosarote Brille aufsetzen lassen. Kein seriöser Versicherungsmakler wird bei dem heutigen Haftungspotenzial seine Klienten übervorteilen und Provisionen/Courtagen erzielen, die zu überteuerten Produkten führen. Versicherer bieten auch im Normalfall 20 bis 25 Prozent Courtage an. Dann rechnen wir einmal... Eine Privathaftpflichtversicherung kostet Max Muster 59,50 EUR inklusive Steuer im Jahr. Davon zahlt der Versicherer dem Makler aus dem Nettobetrag, also aus 50,00 EUR, maximal 12,50 EUR Courtage. Diese Courtage muss der Makler noch versteuern und sämtliche Dienstleistungen für den Kunden, wie Beratungen, Unterstützung im Schadenfall etc. werden davon bestritten... Was verbleibt wohl dem Makler netto als "Verdienst"? Man soll endlich mit der Mär vom provisionsgierigen Versicherungsvermittler aufhören! Das kotzt mich langsam an...

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