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Versicherungstest Fünf Regeln für den Wechsel in die private Krankenkasse

Die private Krankenversicherung bietet bestimmten Menschen Vorteile. Franke und Bornberg hat 184 Tarife von 31 Anbietern unter die Lupe genommen.
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Private Krankenversicherung: Fünf Regeln für Arbeitnehmer Quelle: AP
Patientin im Krankenhaus

Im Ernstfall macht sich ein guter Versicherungsschutz bezahlt.

(Foto: AP)

DüsseldorfAnfang Mai ist es so weit: Das Terminservice- und Versorgungsgesetz tritt in Kraft. Müssen Kassenpatienten oft Monate auf einen Arzttermin warten, soll es künftig schneller gehen. „Das Gesetz wird die Versorgung von Millionen Patienten schneller, besser und digitaler machen“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn. Die Initiative soll die Leistungen für Kassenpatienten verbessern.

Seit 1982 lesen sich Änderungen sonst eher wie ein Sparprogramm für die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Leistungskürzungen sind in der privaten Krankenversicherung (PKV) dagegen nicht zulässig: Denn hier werden individuelle Verträge abgeschlossen. Dabei vereinbaren Kunde und Versicherer ein Leistungspaket, an dem der Versicherer nicht rütteln darf.

Die Zahl der Neuverträge ist in der PKV seit 2012 leicht rückläufig. So waren 2017 insgesamt 8,7 Millionen Bundesbürger privat krankenvollversichert. 129.000 wechselten aus der der GKV in die PKV, 133.000 gingen in die GKV zurück.

„Derzeit drücken vor allem politische Faktoren auf den Absatz von privaten Krankenversicherungen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Er zählt auf: „Die Debatte um die Bürgerversicherung, die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze für Angestellte und die Senkung des Mindestbeitrages für Selbstständige in der GKV.“

Zudem landet die PKV immer wieder wegen Beitragssteigerungen in den Schlagzeilen. Dabei stiegen die Durchschnittskosten in den vergangenen zehn Jahren im Mittel mit jeweils drei Prozent etwas geringer als bei der GKV, zeigen Zahlen des Verbandes der privaten Krankenversicherer.

Die PKV-Beiträge richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Krankheitsrisiko des Versicherten. Sie sinken nicht, wenn sich das Einkommen verändert, und sie steigen oft mit dem Alter. Was bedeutet das für einen heute 35-jährigen Gutverdiener, der von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchte?

Orientierung bietet ein Vergleich der Ratingagentur Franke und Bornberg. Sie hat 184 Tarife von 31 Anbietern in den drei Kategorien Grundschutz, Standardschutz und Topschutz getestet. Für den Standardschutz müssen Versicherungen mindestens 60 Prozent bei Zahnersatz leisten sowie Kosten für Psychotherapien, Rollstühle und Zweibettzimmer im Krankenhaus übernehmen.

Leisten sie weniger, wurden die Angebote dem Grundschutz zugeordnet. Michael Franke weist darauf hin, dass Policen individuell auf die Kunden zugeschnitten sein sollten, ergänzt aber: „Grundsätzlich kann man mit einem Standardschutz-Tarif, der mindestens ein FFF-Rating hat, nicht viel falsch machen.“ Wer wechselt, sollte auf fünf Aspekte achten:

1. Jüngere sparen oft

Der Vergleich zeigt: Der 35-Jährige muss für einen von Franke und Bornberg mit mindestens „gut“ bewerteten Grundschutz zwischen 315 und 559 Euro monatlich zahlen. Für entsprechende Standardschutz-Tarife sind zwischen 376 bis 621 Euro zu berappen. Dabei können sich nur Angestellte für eine PKV entscheiden, die mindestens 60.750 Euro brutto im Jahr verdienen.

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Für sie kostet eine gesetzliche Krankenversicherung etwa bei der AOK Rheinland monatlich 356 Euro. Denselben Betrag zahlt der Arbeitgeber. In der PKV gibt es keine Einkommensgrenzen. Wer jünger ist, bezahlt weniger. „Unterm Strich ist die private Krankenvollversicherung über die Jahre teurer geworden – vor allem in der kostengünstigsten Kategorie.

Denn wegen der niedrigen Zinsen werden höhere Rückstellungen gebildet. Zudem erhöhte die Einführung der Unisex-Tarife die Kosten für Männer. Man spart also anfangs nicht mehr so viel wie früher bei einem Wechsel in die PKV“, sagt Franke.

2. Attraktiv für Gutverdiener

„Doch wer heute 200 Euro im Monat spart, der hat vielleicht in Zukunft womöglich ganz andere Kosten und Sorgen“, warnt Versicherungsmaklerin Anna Lövenich von hc consulting. Die Frage: Bin ich mein Leben lang günstiger in der PKV oder in der GKV versichert? Ihr Tipp: Mit einem Einkommen über der GKV-Beitragsbemessungsgrenze sei die PKV oft die beste Wahl.

Gutverdiener ohne Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, zum Beispiel nur im Versorgungswerk versicherte Ärzte, haben als freiwillig Versicherte in der GKV keinen Zugang zur Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR), erklärt Versicherungs- und Rentenberater Stefan Albers aus Montabaur.

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Kommen dann im Ruhestand Einnahmen aus Vermietung oder Kapitalvermögen hinzu, fallen darauf Beiträge in der GKV an. Das sei bei der Entscheidung ebenso zu berücksichtigen wie die Familienplanung: Nur in der GKV sind Kinder kostenlos mitversichert.

3. Professionelle Beratung

Versicherungsberater Albers aus Montabaur rät Kunden, die beim Einstieg in die PKV Geld sparen, mindestens 50 Prozent davon zurückzulegen, um Beitragserhöhungen im Ruhestand zu finanzieren. Eine unabhängige Versicherungsberatung sei unerlässlich: „In Gesprächen rechnen wir beispielsweise verschiedene Szenarien aus, um künftige Beitragsentwicklungen zu veranschaulichen.“

4. Ab 40 wird es schwierig

Wer in späteren Jahren in die PKV wechseln möchte, für den wird es teuer. PKV-Versicherte zahlen zunächst mehr, als für die Kosten notwendig wäre, um Altersrückstellungen zu bilden. Die sollen im Alter höhere Beiträge abfedern. Doch das braucht Zeit: „Eine private Krankenversicherung sollte mindestens 20 Jahre bei einem Anbieter bestehen“, sagt Lövenich.

Nur dann seien die Altersrückstellungen für die Finanzierung der im Alter steigenden Kosten hoch genug. Verbraucherschützer raten daher zur Vorsicht bei Abschlüssen in einem Alter von mehr als 40 Jahren.

5. Leistungsbausteine sorgfältig auswählen

Zudem gilt es, das Leistungspaket exakt zu definieren. Klein anzufangen funktioniert nicht. Denn vor der Aufnahme in die PKV sind Gesundheitsfragen zu beantworten. Die Höhe der Beiträge wird nach den Antworten und dem Alter festgelegt. Für jede spätere Aufstockung ist eine weitere Gesundheitsprüfung notwendig.

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1 Kommentar zu "Versicherungstest: Fünf Regeln für den Wechsel in die private Krankenkasse"

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  • Warum sind wieder nur "die Großen" dabei? Meiner Meinung nach eine der Besten, ein newcomer, nämlich Ottonova, fehlt völlig...

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