Vertreter packen aus (Reaktionen) „Kundengelder auf den Kopf gehauen“

Finanzvertreter schildern in einer vierteiligen Serie zweifelhafte Verkaufspraktiken. Jetzt melden sich die Leser zu Wort. Einige Vermittler verdammen die mitteilsamen Kollegen, andere berichten von weiteren Exzessen.
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Heftige Reaktionen: "Barsche Ablehnung und kritiklose Freude"

DüsseldorfWer Missstände in seiner eigenen Branche an die Öffentlichkeit bringt, macht sich nicht immer beliebt. Nachdem Handelsblatt Online eine Serie über Finanzvertriebe veröffentlicht hatte, meldeten sich die Standesgenossen zu Wort. „Bla bla bla“, kommentierte etwa der Mitarbeiter eines Finanz- und Versicherungsvermittlers. „Der Artikel ist absolut geschäftsschädigend für ehrliche Finanzberater.“

Der Autor sollte in Zukunft die ehrlichen Vertreter hervorheben. „Also halten Sie in Zukunft den Ball flach, ich bin mir sicher, dass auch Sie die eine oder andere Versicherung haben, über die Sie im Schadensfall durchaus froh sind!!!“

Der Grund für die Aufregung: In vier Teilen plauderten Vertriebler bei Handelsblatt Online über ihren Alltag. Sie erklärten unter welchem Druck sie stehen, machten Verkaufsmaschen publik, veröffentlichten geheime Provisionen und erklärten, warum sie den Kunden oftmals schlechte Produkte verkaufen. Die Artikelserie wurde insgesamt rund eine Millionen Mal im Internet angeklickt.

Auch die Tatsache, dass nicht Anlegeranwälte, enttäuschte Kunden oder Verbraucherschützer berichteten, sondern Branchenteilnehmer freimütig aus ihrer täglichen Praxis erzählten, sorgte für teils harsche Reaktionen der Leser.

„Immer dieser ‚scheinheilige‘ Schwachsinn. Ich kann es nicht mehr hören“ schreibt ein Leser. „Die Gier des Kunden ist hier das Problem.“ Die Verkäufer seien doch nur die Anbieter. „Sie bieten genau das an, was der Kunde meint zu gebrauchen, um seine Gier zu stillen.“ Ein anderer Leser meint: „Verkauf ist kein Verbrechen und findet zu jeglicher Zeit unseres Lebens statt. Alles, was wir sehen, ist aus einem Verkauf entstanden.“

„Das ist krank“
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30 Kommentare zu "Vertreter packen aus (Reaktionen): „Kundengelder auf den Kopf gehauen“"

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  • interessante Meinung, §34e Berater gibt es meines Wissen in ganz Deutschland nur wenige. Die, die ich kenne sind nicht bei den Verbraucher Zentralen, sonder habe eigene Beratungsfirmen.
    Auch der Test der Verbraucherzentralen durch den BVK kommt zu deutlich anderen Erkenntnissen. Aber Sie schreiben ja auch "zumindest zum größten Teil " wobei der Anteil der Qualifizierten Kräfte sicherlich variiert.
    Fakt ist : Es gibt keine Kriterien die unsere Beschützer erfüllen müssen. Trotzdem wird alles was von dieser Seite kommt ohne hinterfragen Gebetsmühlenartig nachgeplappert und als richtig erachtet. Was war den z.Bp. mit der Unisex Debatte und was ist tatsächlich herausgekommen - wir zahlen alle mehr - danke das ihr uns beschützt habt!!
    Natürlich sind jetzt wieder die Versicherer schuld die, oh großes Wunder, noch immer nicht caritativ tätig sind.

    KAB-Versicherungsmakler

  • Ich weiß nicht wen Sie alles mit Verbraucher-Schützer meinen: Mitarbeiter vom SdK, DSW oder Finanztest,...?
    Die Berater der Verbraucherzentralen sind zumindest zum größten Teil Bank- oder Versicherungskaufleute, IHK-geprüfte Finanzdienstleistungsberater, aber auch Versicherungsberater nach § 34e Abs. 1 der Gewerbeordnung.

  • @ Claus-F-Dieterle

    welche Kompetenznachweise erbringen den die "Verbraucher Schützer". Wie wir man eigentlich "Verbraucher Schützer". Sachkunde-nachweis? IHK Registrierung? pers. Haftung? Vermögensschaden Absicherung des Beratenen. Mann sollte neben dem Etikett auch mal den Inhalt zu Kenntnis nehmen.
    KAB Versicheungsmakler

  • Ich empfehle meinen Patienten sich von der Verbraucherzentrale beraten zu lassen und in meinem Wartezimmer liegt eine seriöse Zeitschrift aus.

  • Teil 2:
    Wer als Makler Rürup- Riester R Enten empfiehlt, die wesentlichen Nachteile verschweigt, die nicht vorhandene Kundengeldsicherheit (VVG §§ 153, 163, 169, VAG § 89, Satzung Protektor, ESM /Fiskalpakt), die Anrechnung an Grundsicherung unterschlägt, tut dies wohl weniger aus Unkenntnis, eher aus der Notwendigkeit, Umsatz/Courtage zu erlösen. Auch Maklerverbände schweigen dazu, eine solche Diskussion will man dort nicht hören. Das System ist so- es geht nur um Umsatz u. Profit. Heute eine Vermittlertätigkeit zu beginnen, heisst gezwungen sein, Kunden übern Tisch zu ziehen. Denn von Hausrat, KFZ, Haftpflicht kann kein Vermittler leben. Er muss die untauglichen Rentenprodukte verkaufen, bei BU -Anträgen möglichst die Krankheiten weglassen...! Der Fisch stinkt vom Kopf her. Das könnte nur die Politik ändern, aber die sitzen im gleichen Boot wie die Konzerne. Und natürlich sind es zu viele Anbieter, zu viele Vermittler und beim Normal-Bürger zu wenig Netto – Lohn. Und CDU/ FDP, SPD /Grüne werden das nicht ändern. Sie sind Vasallen der Konzerne, Banken, Versicherungen. Siehe Parteispenden an diese Parteien. Und von Demokratie, sozialer Marktwirtschaft sind diese Truppenteile schon lange abgerückt. E.S. Versicherungsmakler

  • Den Beitrag habe ich nur überflogen. Als Makler seit fast 15 Jahren weiss ich was stimmt, was nicht. Der Meinung von W. Schäfer kann ich zustimmen. Es ist so, auch bei Maklern. Und obwohl man beim Makler mehr Fachwissen erwarten kann (schon wegen der eigenen Haftung) zählt auch dort nur Umsatz. Und es ist auch meine Erfahrung: Wenn Sie versuchen das Interesse Ihrer Mandanten wirklich an erste Stelle zu setzen, mit dem VR über Service, Preis, Schadenverhalten, Bedingungen ...streiten, dann haben Sie bald eine Kündigung der Courtagezusage auf dem Tisch liegen. Axa, Zurich, NV, VHV, Clerical Medical, ..um nur einige zu nennen, machen das so. Und es ist auch richtig, daß Sie als Makler Schwerpunktgesellschaften haben müssen, sonst hört man Sie nicht mal an. Sie werden einfach abserviert. Denn der VR muss mit dem Makler nicht reden, er muss keine Anträge entgegen nehmen, er muss nichts anbieten ..., dazu gibt es keine rechtliche Grundlage. Das einzige Argument, was den VR überzeugt ist: Umsatz, Bestand. Ende Tei 1 .
    E.S. Versicherungsmakler

  • Immer wieder wird auf die sogenannten Ehrlichen und Umsichtigen der Branche hingewiesen. Diese kann es gar nicht geben weil das System es nicht zulässt. Jeder Generalagent weiss, dass er in jeder Sparte seine Ziele erfüllen muss. Ob er den passenden Kunden hat oder nicht. Wenn nicht wird er halt passend geredet. Jeder Makler weiss, wenn er seine Bestände nicht auf bestimmte Versicherer bündelt bekommt er keine Angebote. Jeder Banker weiss, wenn er heute noch 4 Sparbücher verkaufen muss hat halt der Pech der jetzt noch kommt oder er selber. Das System ist auf massenweise Betrug ausgelegt und damit dieser nicht gleich bemerkt wird, verzichtet man auf Faschleute im Vertrieb. Mir hat ein Bezirksdirektor bei meinem Wechsel aus dem Bankfach (vor 30 Jahren schon)in den Versicherungsvertrieb vorausgesagt, dass ich mit meiner Überqualifikation nicht bestehen kann in dieser Branche. Und er hatte recht. Jeder der sich über die Klagen gegen die Branche wehrt verteidigt sie und sein Handeln (seinen Betrug am Kunden)!

  • Ich finde es super, dass hier eine Diskussion in Gang kommt, da beteilige ich mich gerne und intensiv in meinem Blog http://blog.hoesch-partner.de/2013/08/07/die-handelsblattserie-teil-2/

  • Beim "überfliegen" Ihrer Artikelserie habe ich, warum auch immer, an "Pogrom" gedacht ("7.Bei näherer Untersuchung von Pogromen stößt man regelmäßig auf soziale und ökonomische Dimensionen. Dies ausdrücklich in die Definition zu übernehmen, ist wenig ratsam, denn in der jeweiligen Beschreibung, wie eine Opfergruppe von Tätern definiert wird, müssen diese Dimensionen ohnehin genau ausgeleuchtet werden und gehen nicht verloren. - Unter Umständen leben in einem Pogrom auch nur Erinnerungen oder Pseudo-Erinnerungen an soziale Differenzen zwischen Tätern und Opfern auf.").
    Erschreckend ist für mich,
    1. dass Sie nicht auch Personen zu Wort kommen lassen, die ihre Arbeit qualifiziert, solide und auf der Basis moralisch, ethischer Grundsätze ausüben (würde vielleicht keine 1 Mio. "Klicks" im Internet zur Folge haben?);
    2. dass Sie seit vielen Jahren (Jahrzehnten?) keinen (fachlich intellektuellen?) Mut haben ("Stockholm-Syndrom"), die "Generalität" (=Führungsebene von Unternehmen und Politiker)beim Namen zu nennen, entsprechend dem Grundsatz: der Fisch stinkt vom Kopf;
    3. dass Sie sich ausschließlich auf die "Zielgruppe" der Exekutivorgane = "Dienstgrade" fokussieren. Vielleicht auch rudimentär, aber immerhin kann man Ihnen eine gewisse Bibelkenntnis nicht absprechen: "Ich wasche meine Hände in Unschuld. An's Kreuz mit Ihm".
    Warum nur sind mir beim Lesen Ihrer Publikation www.Journalistenrabatte.de und www.Pressekonditionen.de eingefallen? "Die Allianz bietet mal 40, mal 60, mal 25 Prozent auf Hausratsversicherungen, Autohaftpflicht." Christian Humborg, Geschäftsführer von Transparency International Deutschland: "Wenn Journalisten für sich in Anspruch nehmen, dass sie sagen, ich lass' mich davon überhaupt nicht beeinflussen und ich schreibe so unabhängig, wie ich will, dann frage ich mich, warum dann Vorteile an Beamte verboten werden, die sagen: Ich bin auch so frei. Ich ziehe natürlich niemanden im Vergabeverfahren vor und auch wenn ich dort Vorteile von davon bekomme.."

  • "Einge Vermittler verdammen die mittteilsamen Kollegen":
    Für mich sind Vermittler, die mit solchen Methoden arbeiten, keine "Kollegen", sondern Strukkis, Versicherungsvertreter oder beauernswerte Bankangestellte, mit denen ich nicht in einen Topf geschmissen werden möchte. Diese Methoden sind insbesondere bei Strukturvertrieben (= Schneeballsystem) seit Jahrzenten an der Tagesordnung. Also was soll dieser unqualifizierte Bericht, Herr Handelsblatt-Redakteur?
    Wollen Sie provozieren, das Sommerloch füllen, weil Ihnen nichts besseres einfällt, oder was bezwecken Sie mit diesem aufgewärmten Artikel, in dem Sie zum wiederholten Male eine ganze Branche diffamieren? Kennen Sie immer noch nicht die Unterschiede zwischen Vertreter, Strukki und MAKLER? Fragen Sie mich. Ich kläre Sie gerne auf. Ab sofort haben Sie übrigens einen Kunden weniger. MFG
    SN Versicherungsmakler

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