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Vorsorge und Versicherung Berufsunfähigkeit: Hohes Risiko

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Die Dread-Disease-Police hat drei entscheidende Vorteile gegenüber der BU. Erstens die sofortige Zahlung bei Diagnose: Bei der BU streiten sich Kunde und Versicherung regelmäßig und über Monate, ob der Versicherungsfall eingetreten ist und der Kunde seinen Beruf nur zu weniger als 50 Prozent ausüben kann.

Die Versicherungen setzen alle Hebel und Gutachter in Bewegung, um das Gegenteil zu beweisen. Zweitens die Wahl, worin der Kranke die Einmalzahlung investieren will: das Haus krankengerecht einrichten, Pflegepersonal beschäftigen, einen Kredit ablösen, auf Weltreise gehen. Und drittens die freie Wahl der beruflichen Zukunft: Wer will (oder muss), kann weiterarbeiten.

"Gutverdienende können sich bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kaum hoch genug absichern, um ihr Einkommensniveau im Krankheitsfall zu halten", meint Bernhard Rapp, Direktor Produktmanagement vom Anbieter Canada Life. Menschen mit einer hohen Leistungsbereitschaft wollten oft schnell wieder in den Beruf zurück. Rapps Kollege Oliver Sensburg von der Skandia ergänzt: "Die Erfahrung lehrt, dass schwere Krankheiten für mittelständische Unternehmer, Anwälte, Ärzte und Manager die viel typischere Bedrohung sind als etwa Berufsunfähigkeit."

Eine Variante der Dread-Disease-Police bereitet Kunden allerdings Bauchschmerzen. Zum großen Paket von 30 und mehr Krankheiten bieten die Versicherer auch abgespeckte Varianten an, in denen nur sechs oder acht vorher vom Kunden benannte Malaisen abgesichert werden - ein echtes Lotteriespiel. Wer von der "falschen" Krankheit heimgesucht wird, geht leer aus.

"Schon eine umfassendere Dread-Disease-Versicherung deckt zu wenige und zu seltene Krankheiten ab und kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ersetzen", meint Lilo Blunck, Vorsitzende des Bundes der Versicherten. Auch Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW sieht in den Policen nur einen "absolut punktuellen Schutz".

Ein Problem haben Kunden der klassischen BU-Versicherung und der Dread-Disease-Variante gleichermaßen: Wer vor der Vertragsunterschrift Depressionen oder Rückenleiden als Vorerkrankung benennt, muss bei der BU mit bis zu dreistelligen Aufschlägen rechnen - bei der Dread- Disease-Police kann er diese Krankheiten dann gar nicht mehr absichern.

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