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Vorsorge Welche Versicherungen für Kinder verpflichtend sind – und welche überflüssig

Eltern müssen nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Nachwuchs in vielen Fällen versichern. Ein Überblick, welche Policen für Kinder sinnvoll sind.
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Manche Versicherungen für Kinder sind verpflichtend, andere wiederum überflüssig. Quelle: dpa
Mädchen schaukelt

Manche Versicherungen für Kinder sind verpflichtend, andere wiederum überflüssig.

(Foto: dpa)

FrankfurtSmartphones und Tablets üben schon auf die Kleinsten eine magische Anziehungskraft aus. Schnell ist es passiert: Der Einjährige schnappt das Mobilgerät des Besuchs und wirft es auf den Boden. Das kaputte Display auszutauschen ist nicht billig.

Noch aufregender wird es für die Eltern, wenn die Kinder mobiler werden und auf Lauf- und Fahrrädern die Gehwege unsicher machen. Eine Delle in einem geparkten Auto wird für die Eltern in der Regel noch viel teurer.

Die Beispiele zeigen: Eine Haftpflichtversicherung macht für Familien Sinn – wie auch so manch andere Versicherung. „Wer ein Kind bekommt, sollte sich bereits vor der Geburt Gedanken zu Versicherungen machen. Dann lässt sich vieles schnell regeln, wenn das Baby auf der Welt ist“, rät Elke Weidenbach, Referentin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Welche Versicherungen für Kinder verpflichtend, sinnvoll oder auch überflüssig sind, zeigt der folgende Überblick.

Die private Haftpflichtversicherung ist nicht verpflichtend, zählt aber trotzdem zu den wichtigsten Versicherungen für Familien. Sie regelt Schäden, die eine Person einem Dritten zufügt. Über Familienversicherungen sind in der Regel alle im Haushalt lebenden Bewohner versichert. „Eltern sollten ihre Versicherung jedoch sicherheitshalber über die Geburt ihres Kindes informieren“, rät Weidenbach.

Zu bedenken ist, dass Kinder bis zu ihrem vollendeten siebten Lebensjahr nicht deliktfähig sind, im Straßenverkehr erhöht sich die Altersgrenze auf das vollendete zehnte Lebensjahr. Das heißt, sie können für Schäden, die sie verursacht haben, nicht verantwortlich gemacht werden. Und auch die Eltern haften nur dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) rät, trotzdem eine Versicherung zu wählen, bei der Schäden durch deliktunfähige Kinder zumindest bis 20.000 Euro versichert sind, damit es nicht zum Streit mit dem Nachbarn kommt, wenn die Kleinen dessen Auto zerkratzen.

Eine Versicherungspflicht besteht indes bei der Krankenversicherung. „Gesetzlich Versicherte können ihr Kind in der Regel im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichern“, erklärt Verbraucherschützerin Weidenbach. „In der privaten Krankenversicherung ist dagegen ein beitragspflichtiger eigener Vertragsteil notwendig.“

Ist ein Elternteil privat versichert und der andere gesetzlich pflichtversichert, könne das Kind in der gesetzlichen Krankenversicherung nur dann im Rahmen der beitragsfreien Familienversicherung mitversichert werden, wenn das Einkommen des privat Versicherten unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Eine Kinderinvaliditätsversicherung gilt grundsätzlich als sinnvoller als eine Unfallversicherung. Denn die Wahrscheinlichkeit, wegen einer Krankheit invalide zu werden, ist deutlich höher als wegen eines Unfalls. „Am besten sind im Rahmen der Kinderinvaliditätsversicherung Verträge, die im Versicherungsfall eine Einmalzahlung und regelmäßige Rentenzahlungen gewähren“, erklärt Weidenbach.

Entsprechend teuer seien jedoch solche Policen: Gute Unfallversicherungen gibt es für etwa 100 Euro im Jahr, Invaliditätsversicherungen kosten das Vierfache. Wer sich keine Invaliditätsversicherung leisten kann oder will, kann mit einer Unfallversicherung wenigstens einen Teil des Risikos absichern. Laut BdV sollte die Grundsumme mindestens 100.000 Euro betragen.

Angebote, die Sparpläne mit diversen Versicherungen verbinden, sind dagegen weniger ratsam. „Eltern sollten für ihre Kinder keine Rundum-sorglos-Pakete abschließen“, sagt Weidenbach. Einzelne, zweckgebundene Versicherungen seien in der Summe nicht teurer, böten meistens aber einen höheren Versicherungsschutz.

Eltern sollten vor allem auch ihre eigenen Versicherungen überprüfen. Ein genauerer Blick lohnt dabei auf die Absicherung der Familie über Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen. Dem BdV zufolge sind diese Versicherungen für beide Elternteile wichtig, nicht nur für den Hauptverdiener. Denn auch wenn der Elternteil, der sich vorwiegend um Haushalt und Kinder kümmert, ausfällt, müsse jemand bezahlt werden, der diese Leistungen übernimmt.

Laut Stiftung Warentest gibt es eine Risikolebensversicherung für Paare – die im Todesfall einmal zahlt – mit einer Versicherungssumme von 250.000 Euro ab etwa 600 Euro Jahresbeitrag, wenn beide Partner 35 Jahre alt sind.

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