Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Werner Görg im Interview „Weniger Sexappeal als ein Porsche“

Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Werner Görg, Chef der Gothaer-Versicherung, über die Anlagestrategie seines Konzerns, die Euro-Krise und die Not seiner Kunden, für das Alter vorzusorgen.
8 Kommentare
Werner Görg, Chef der Gothaer. Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt

Werner Görg, Chef der Gothaer.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

KölnHandelsblatt: Die Euro-Krise verunsichert die Anleger, Verbraucherschützer halten die Lebensversicherung gar für überholt. Sind die Kunden überhaupt noch bereit, für das Alter vorzusorgen?
Die Kritik der Verbraucherschützer hinterlässt natürlich ihre Spuren. Besonders in einer Niedrigzinsphase ist der Sexappeal eines solchen Versicherungsproduktes vielleicht nicht mit dem eines Porsches vergleichbar. Aber eines ist ganz klar: Wer auf eine private Altersvorsorge verzichtet, wird im Alter finanzielle Abstriche machen müssen.

Die Deutschen legen bei Lebensversicherungen großen Wert auf Garantien. Erwarten Sie, dass der Garantiezins gesenkt wird?
Ich sehe zurzeit keinen Grund, ihn von 1,75 Prozent weiter abzusenken, und glaube im Übrigen auch, dass wir auch in Zukunft garantieverzinste Produkte weiter im Portfolio haben werden.

Banken und Staaten werden gerettet, und die Versicherer und Sparer leiden unter den niedrigen Zinsen. Ärgert Sie das?
Wir haben diese politisch gegebenen Rahmenbedingungen als Teil unserer Lebensumstände so zu nehmen, wie sie sind. Versicherungsvorstand zu sein ist ja kein Wunschkonzert. Es ist wie bei Kindern: Es wird gewickelt, was kommt.

Vielen geht die Regulierung der Banken nicht weit genug. Der Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard fordert, das Investment-Banking vom klassischen Bankgeschäft zu trennen. Stimmen Sie dem zu?
Das ist etwas, was ich als Verantwortlicher für ein Versicherungsunternehmen und auch als Staatsbürger uneingeschränkt unterstütze. Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen das Investment-Banking in den letzten zehn Jahren gestiftet hat, vermag ich auch bei längerem Nachdenken nicht zu erkennen. Es ergibt keinen Sinn, ein Kreditinstitut zu einer Größe heranwachsen zu lassen, dass es dann unter die Rubrik "too big to fail" fällt.

Es wird über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone diskutiert. Was erwarten Sie?
Wir gehen zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass Griechenland in der Euro-Zone und auch in der Europäischen Union verbleibt.

Welche Folgen hätte ein Austritt Griechenlands für Ihr Haus?
Wir sind in Griechenland nur noch in sehr bescheidenem Ausmaß engagiert, und demzufolge würde uns ein Austritt aus dem Euro-Raum oder aus der Europäischen Union nicht mehr treffen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
„Wir investieren in eine ganze Reihe von Kapitalanlageprodukten“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

8 Kommentare zu "Werner Görg im Interview: „Weniger Sexappeal als ein Porsche“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Herr Görg kann nicht mehr unterscheiden zwischen der angeblichen Not seiner Kunden für das Alter vorzusorgen und dem Wissen der Bürger das es bessere Anlagemöglichkeiten gibt, wie das staatlich geförderte Schneeballsystem "Kapitalbildende Lebensversicherung", wo er dann mitgeteilt bekommt das man durch die LV nicht mal die Inflationsrate erwirtschaftet und das durch Provisionen, Verwaltung, Dividenden an die Aktionäre, Steuer an den Fiskus, der Versicherungsnehmer bzw. die versicherte Person über Jahre und Jahrzehnte nur ausgenommen wird und den Angestellten und Vertriebsmitarbeitern der Versicherungen ein schönes Leben finanziert hat. Ein sehr guter Artikel dazu erschien auf der Internetseite von wissensmanufaktur.net
    "Kapitalvernichtende Lebensversicherung".
    Im übrigen habe ich im vorigen Jahr meine "Kapitalvernichtende Lebensversicherung" nach 18 Jahren bei der Gothaer zurückgekauft, nachdem die Ablaufleistung von Jahr zu Jahr dramatisch zurückgegangen ist. Bei der Abwicklung der LV bei der Gothaer ging es drunter und drüber, da wusste die linke nicht was die rechte tat, um nicht zu sagen es herrschte das blanke Chaos. Nach 18 Jahren bekamm ich nicht einmal meine eingezahlten Beiträge zurück und ich hätte noch weitere 20 Jahre Beitrag zahlen sollen. Soviel zu der LV bei der Gothaer.

  • Ich verstehe nicht, aus welcher Motivation heraus Görg sein eigenes Produkt schlechtredet. Wieso soll eine Lebensversicherung weniger Sexappeal haben, als ein Porsche? Als Kapitalanlage betrachtet (und darum geht es hier ja wohl) verliert ein Porsche mit der Zeit an Wert, während der Wert einer Lebensversicherung im Laufe der Zeit steigt. Und genau wie einen Porsche kann ich meine Lebensversicherung jederzeit auf dem Zweitmarkt beleihen oder verkaufen - ein ganz normales Asset eben!

  • Was für ein schwaches Interview!!

    "Wir haben diese politisch gegebenen Rahmenbedingungen als Teil unserer Lebensumstände so zu nehmen, wie sie sind."
    Wer, wenn nicht die Eliten (welche Eliten??) kann denn die Umstände ändern?
    Zur Kapitalanlage:
    Noch vor 2 Jahren setzte die Gothaer auf Griechenland und hatte angeblich kein weiters PIIGS-Engagement. Jetzt setzen sie auf u.a. auf Frankreich.Kein Wunder, dass sie in Vergleichstest (z.B. Wirtschaftswoche) in der Kapitalanlage auf den hintersten Plätzen landen.

  • Was für ein schwaches Interview!!

    Wir haben diese politisch gegebenen Rahmenbedingungen als Teil unserer Lebensumstände so zu nehmen, wie sie sind.

    Wer, wenn nicht die Eliten(welche Eliten??) kann denn die Umstände ändern?

    Zur Kapitalanlage:
    Noch vor 2 Jahren setzte die Gothaer auf Griechenland und hatte angeblich kein weiters PIIGS-Engagement. Jetzt setzen sie auf Frankreich.
    Kein Wunder, dass sie in Vergleichstest (z.B. Wirtschaftswoche) inj der Kapitalanlage auf den hintersten Plätzen landen.

  • Danke für Ihren treffenden Kommentar! Ein langfristiges finanz. Engagement für diesen korrupten und immer autoritäreren (EU-)Staat lohnt wirklich nicht. Also: So wenig wie möglich arbeiten und Carpe Diem!

  • ..die setzen jetzt auf wieder auf EU-Staatsanleihen! Ich lach mich schlapp! Bald werdet Ihr Versicherer Euer blaues Wunder erleben..von wegen Altersvorsorge. Ein Schneeballsystem haltet Ihr künstlich am Laufen. Wehe wenn die Bürger aufwachen..

  • Sparen lohnt nicht: Vermögensteuer kommt, Abgeltungssteuer wird erhöht, Renten werden vollbesteuert => wir zahlen die Zeche für Merkels Euroimperium. Unsere Sozialsystem sind längst durch die EU geplündert, wir merken es bloss noch nicht. Alles eine Frage der Zeit. Und im Alter ist eh alles weg.Das Steuersystem ist ohnehin so aufgebaut, dass die "Sandwich" Generation in die Röhre gucken wird (heute 40-45 Jährigen) Vorsorge:lohnt nicht. Da man als Ottonormalbürger sowieso im mittelschlechtem Altenheim landen wird, weil die Rente und das Angesparte niemals reichen wird, wozu vorsorgen, der Weg endet immer gleich? Saus und Braus hingegen für die Politikerkaste. Vorsorgen ist daher unlogisch. Daher Geld ausgeben und hinterher den Staat für die "Altersvorsorge", wenn man das dann noch so nennen darf, aufkommen lassen. Wer nichts mehr hat, dem kann nichts mehr genommen werden. Wer mit 70 pleite ist, hat dann alles richtig gemacht. Danke Dolce Vita Länder, jetzt wissen wir bescheid.

  • 1.75% Garantiezins bei über 2% Inflation (Tendenz steigend) ist natürlich eine Supi-Anlage!

    Das ist den Versicherern aber egal, für die zählt nur die Abschlussprovision. Ob der Versicherte sich in 10 oder 20 Jahren noch was von seinen Auszahlungen kaufen kann, steht in keiner Police...