Zinsvergleich Bankkonten schlagen Versicherungsdepots

Kunden parken jedes Jahr Milliardenbeträge bei ihren Lebensversicherern. Ein Vergleich jedoch zeigt: Sowohl über drei, zwölf Monate und 36 Monate bringen viele Sparprodukte der Banken deutlich mehr Zinsen.
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Wer lockt mit den besten Zinsen für kurzfristige Geldanlagen? Die Versicherer wollen mithalten, doch Toprenditen bieten sie selten. Quelle: plainPicture

Wer lockt mit den besten Zinsen für kurzfristige Geldanlagen? Die Versicherer wollen mithalten, doch Toprenditen bieten sie selten.

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DüsseldorfIm Wettbewerb um kurzfristige Geldanlagen sind viele Versicherer höchstens Durchschnitt. Die Topkonditionen der Banken sind meist ein gutes Stück besser. Dieses Ergebnis ergab ein Zinsvergleich des Handelsblatts. Betrachtet wurden Laufzeiten von drei Monaten, einem Jahr und drei Jahren. Denn gerade in diesen Segmenten versuchen die Versicherer, den Banken Geld abzuwerben. 

Im vergangenen Jahr floss das große Geld nicht so üppig in die Kassen der Versicherer wie 2010. Dies zeigen erste Zahlen, die das Versicherungsjournal gerade veröffentlicht hat. Danach ist der Boom im Geschäft mit großen Summen, den Einmalbeiträgen, vorerst beendet. Die Lebensversicherer sammelten hier nur noch 22 Milliarden Euro ein, rund fünf Milliarden Euro weniger als 2010. Dennoch sind die Zahlen weiter vorzeigbar. Denn das absolute Niveau ist immer noch höher als 2009 und in allen Vorjahren. 

Dieses hohe Niveau ist überraschend, weil viele Banken bessere Konditionen für die kurzfristige Geldanlage bieten. Dies stellt auch die Ratingagentur Assekurata fest. Wettbewerbsfähig seien die Lebensversicherer nur verglichen mit dem Marktniveau am Geldmarkt, also dem Durchschnitt der Angebote. Aus der Sicht der Analysten ist das sogar gut, weil die Versicherer sich offenbar nicht zu „Übertreibungen“ verleiten ließen. 

Aus Kundensicht ist es jedoch schlecht, weil sie bei den Versicherern nur mit durchschnittlichen Renditen rechnen dürfen. Wer mehr möchte, muss sich auf die Suche begeben und Internetportale wie die Seiten der FMH Finanzberatung aus Frankfurt nutzen. Dort findet er Angebote mit höheren Renditen. 

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn man die Sparprodukte mit Anlagecharakter aus der Versicherungsbranche betrachtet. Diese sogenannten Kapitalisierungsgeschäfte sind umstritten, weil Kritiker fürchten, die Versicherer könnten durch gute Konditionen für neue Kunde die treuen Altkunden benachteiligen. Deshalb legte die Finanzaufsicht Bafin der Branche hier einige Schranken auf. 

Die Folge davon: Wenn ein Anleger sein Geld nach einem Jahr aus einem Versicherungsvertrag herauszieht, muss er mit Verlusten rechnen. Assekurata stellte jedenfalls fest, dass die Beitragsrenditen bei 26 von 39 betrachteten Versicherern negativ waren. In der Spitze ging das bis zu minus acht Prozent. 

WGV Leben führt die Rangliste der Versicherer an
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10 Kommentare zu "Zinsvergleich: Bankkonten schlagen Versicherungsdepots"

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  • Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, müßte man eine Kapital-LV vergleichen mit einer Kombination aus Risiko-LV + Bankprodukt. Und man muß den Vergleich nach Abgeltungs-steuer anstellen!

  • @Melanie78

    "Es gibt Versicherungsmakler, die einen hervorragenden Job machen und es gibt die, die mit Vorsicht zu genießen sind. "

    Woher wissen Sie das? Und wenn ja - welchen JOb machen Sie denn?


    "Zum Thema Zinsvergleich und Bankkonten schlagen Versicherungsdepots. Hier liegen die Bankkonten, also Tagesgeld sowie Festgeld durch ansehnliche Rendite-Ausschüttungen faktisch klar vorn, ist halt meine Perspektive. Bei den Versicherungsdepots ist es wirklich so eine verzwickte Sache. Ist eh nicht ganz so einfach hier einen Vergleich zu ziehen."

    Gute Frau Melnie: Sie schreiben von ansehnlichen Rendite-Ausschüttungen, das klingt interessant. Ich frage mich nur: warum diese ansehnlichen Ausschüttungen unter der Inflationsrate angesetzt sind und wie sich "ansehnliche Rendite" mit einem Niveau unter der tatsächlichen Inflationsrate verstehen lässt... bitte helfen Sie mir!

    Übrigens: Ihr Name "Melanie" klingt niedlich, sicher sind Sie auch blond oder haben solche Strähnchen und Lichter...

  • Hallo liebe Leute,

    wir sollten hier besser nicht pauschalisieren. Es gibt Versicherungsmakler, die einen hervorragenden Job machen und es gibt die, die mit Vorsicht zu genießen sind. Pauschalisierungen helfen uns nicht weiter.

    Zum Thema Zinsvergleich und Bankkonten schlagen Versicherungsdepots. Hier liegen die Bankkonten, also Tagesgeld sowie Festgeld durch ansehnliche Rendite-Ausschüttungen faktisch klar vorn, ist halt meine Perspektive. Bei den Versicherungsdepots ist es wirklich so eine verzwickte Sache. Ist eh nicht ganz so einfach hier einen Vergleich zu ziehen.

    Bei uns in der Firma bevorzugen die meisten Kollegen eher einen klärenden Zinsvergleich (wie z.B. unter http://www.zinsvergleiche.net oder ähnlich gelagerten Zins-Portalen) für renditestarke Tagesgeld- oder besser noch Festgeldkonten. Die Kollegen sind sich bei uns darüber einig, dass Festgeldanlagen derzeit mehr einbringen. Das ist bei uns so in etwa der Tenor.

  • @Bmehrens

    LV soll überlicherweise bei vorzeitigem Tod die Familie absichern.
    .
    Ja? Dann sind 70% aller bestehenden Verträge falsch installiert - wollen Sie noch mals in sich gehen und Ihre Antwort überdenken?
    .
    Wenn ich im Jahr Euro 5tsd spare und nach 3 J.
    z.B. einen Unfalltod erleide, hat die Familie 15.000 + Zinsen.
    .
    Ja, die hat sie dann "sicher".


    Wenn ich eine LV abgeschlossen hatte, sind etwa 300.000,00 fällig. Sparen und LV - "Rendite" kaum vergleichbar.
    .
    Und wenn Sie ins Spielkasino mit dem Geld gegangen wären und hätten die Bank "geknackt" wären es vielleiciht Millionen...

    Tatsache ist: LV und Bankanlage lassen sich pratisch nicht vergleichen. Schon eher mit einer Rente oder/mit einem Fonds samt Garantien.

    Die Frage ist nur: Warum verkaufen Banken und Spasskassen vorwiegend Versicherungsverträge? (und in der Regel meist falsch oder unzulässig (oder gar nicht) mit Beratung?

    Übrigens, ca. 40% aller LV's hebelen die VG's über Vorvertraglichkeit aus, warum denken Sie wird soviel gegen die AachenMünchner und die Bayern Versicherung und nicht zu vergessen gegen die ALLIANZ geklagt...

  • Völlig sinnfreier Vergleich - genauso könnte man Erdnüsse mit Erdbeeren vergleichen. Wer schreibt der bleibt??!

  • Was für ein unqualifizierter Beitrag!!! Wie der Name schon sagt, dient die Versicherung der Absicherung von finanziellen Problemen bei persönlichen Schicksalsschlägen. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, wie vielen Menschen im Jahr der finanzielle Ruin dank einer Versicherung erspart bleibt. Wenn hier jemand verurteilt werden soll, dann die Versicherungsbetrüger, die nicht die Versicherungsgesellschaft sondern die anderen Versicherten in die Pfanne hauen!

  • Wer spart schon mit einem Versicherer ?
    Ich geb dem Alkoholiker ja auch nicht den Schlüssel zu meinem Weinkeller.
    Tricksen, Täuschen, Hinhalten, für Dumm verkaufen - das bekommen Sie sicher bei einer Versicherung.

  • ...tja, wenn Trauer Freude bringt... ...nur weiter so... ;-)

  • stimmt genau

  • LV soll überlicherweise bei vorzeitigem Tod die Familie absichern. Wenn ich im Jahr Euro 5tsd spare und nach 3 J.
    z.B. einen Unfalltod erleide, hat die Familie 15.000 + Zinsen. Wenn ich eine LV abgeschlossen hatte, sind etwa 300.000,00 fällig. Sparen und LV - "Rendite" kaum vergleichbar.

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