Fintech-Plattform Erstmals steigt ein chinesischer Versicherungsgigant bei einem deutschen Start-up ein

Finleap betätigt sich als Geburtshelfer für deutsche Unternehmen. Jetzt steigt ein chinesischer Versicherungs-Riese beim Berliner Unternehmen ein.
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Ramin Niroumand ist der Gründer und Vorstandschef von Finleap. Quelle: FinLeap
Ramin Nimourand

Ramin Niroumand ist der Gründer und Vorstandschef von Finleap.

(Foto: FinLeap)

Berlin, FrankfurtDie Fintech-Plattform Finleap hat sich frisches Kapital gesichert. Mit 41,5 Millionen Euro beteiligt sich das große chinesische Versicherungsunternehmen Ping An an dem Berliner Unternehmen. Erstmals bändelt damit ein großer Versicherer aus China mit einem deutschen Start-up an. Ping An ist das nach Marktkapitalisierung größte Versicherungsunternehmen der Welt.

Die Investition belegt, dass einige deutsche Fintechs inzwischen im Ausland große Aufmerksamkeit finden. Der chinesische Versicherer investiert jedes Jahr hohe Summen in digitale Start-up-Unternehmen. Ping An hatte zuletzt angekündigt, sich auch nach Investitionsmöglichkeiten in Deutschland umzuschauen. Im ersten Halbjahr 2018 erzielte Ping An rund 85 Milliarden Dollar Umsatz – mehr als der deutsche Rivale Allianz.

Die Asiaten werden nun einer der Minderheitsaktionäre der Berliner, zu deren Investoren bereits die deutschen Versicherer Hannover Rück, Signal Iduna, die niederländische Bank NIBC sowie die Risikokapital-Finanziers MS&AD Ventures und SBI Group gehören. Über die genaue Aufteilung der Anteile machte Finleap keine Angaben.

Ping An wird jedoch mit Donald Lacey, Geschäftsführer des investierenden Fonds von Ping An, den Vorsitzenden des Finleap-Beirats stellen. „Unser Anspruch ist es, die Entwicklung neuer Portfolio-Unternehmen in ganz Europa zu beschleunigen, indem wir die umfangreichen Technologien von Ping An insbesondere aus den Bereichen Künstliche Intelligenz und Blockchain einbringen“, lässt sich Lacey zitieren.

Die Kapitalspritze des chinesischen Versicherers rangiert im Mittelfeld der Wagniskapitalinvestitionen in deutsche Fintechs in diesem Jahr. Die Smartphone-Bank N26 erhielt beispielsweise 130 Millionen Euro, die Geldanlage-Plattform Deposit Solutions 88 Millionen Euro, die Finleap-Tochter Solarisbank erhielt knapp 57 Millionen Euro, das Kreditportal Smava rund 53 Millionen Euro im laufenden Jahr.

Finleap betätigt sich als eine Art Geburtshelfer für junge Fintech-Unternehmen. Die Plattform gründet Unternehmen, stattet diese mit Geld zwischen 0,5 Millionen und fünf Millionen Euro aus und bietet Know-how. Gelingt der Start, werden Co-Investoren gesucht. Bislang hat Finleap schon rund 16 Unternehmen auf den Markt gebracht, darunter Schwergewichte wie die Solarisbank, den Versicherungsmakler Clark, den Sachversicherer Element und die digitale Plattform für Vermögensverwalter Elinvar.

Investoren werden internationaler

Mit Pin An verbreitert Finleap nun die Basis seiner strategischen Investoren. Die letzte Kapitalerhöhung fand 2017 statt und spülte 39 Millionen Euro in die Kassen von Finleap. Seit Gründung im Jahr 2014 hat das Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro eingesammelt.

„Wir haben in der Vergangenheit schon viel erreicht, aber natürlich können wir von einem Weltmarktführer, dessen DNA 100 Prozent digital ist und der an der Spitze der Innovation agiert, noch viel lernen“, sagte Ramin Niroumand, Gründer und Vorstandschef von Finleap, anlässlich des Einstiegs der Chinesen. Der Chief Innovation Officer der Ping An Group, Jonathan Larsen, geht davon aus, dass Finleap künftig eine „noch bedeutendere Rolle bei der Ablösung traditioneller Finanzdienstleistungen in ganz Europa“ spielen werde.

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