Kairo

An einer Straße nahe der Pyramiden von Gizeh soll ein Sprengsatz explodiert sein.

(Foto: dpa)

Gizeh und Sinai Ägyptische Polizei tötet nach Anschlag 40 mutmaßliche Terroristen

Nach dem Attentat mit vier Toten nahe der Pyramiden von Gizeh hat die ägyptische Polizei sofort reagiert. An drei Orten erschossen die Sicherheitskräfte 40 Personen.
Update: 29.12.2018 - 14:21 Uhr Kommentieren
Drei Touristen und der Reiseführer kamen bei dem Anschlag ums Leben. Quelle: AFP
Anschlag auf Reisebus

Drei Touristen und der Reiseführer kamen bei dem Anschlag ums Leben.

(Foto: AFP)

Kairo Einen Tag nach einem tödlichen Anschlag auf einen Bus mit vietnamesischen Touristen in Gizeh haben die ägyptischen Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben 40 mutmaßliche Terroristen getötet.

Die Verdächtigen seien in abgestimmten Einsätzen „in drei Terroristenverstecken“ in Gizeh und im Norden der Sinai-Halbinsel getötet worden, teilte das Innenministerium am Samstag mit. Es sei zu Schusswechseln gekommen. Das staatliche Fernsehen veröffentlichte Bilder der erschossenen mutmaßlichen Terroristen. Darauf werden die Getöteten mit Handfeuerwaffen gezeigt.

Wie das Innenministerium mitteilte, planten die Verdächtigen eine Serie von Anschlägen auf staatliche Institutionen, Tourismuseinrichtungen, Sicherheitskräfte und Kirchen. Bei zwei Razzien in Gizeh seien jeweils 14 und 16 Personen getötet worden, zehn weitere seien in der Provinzhauptstadt Al-Arisch auf der Sinai-Halbinsel getötet worden, berichtete die ägyptische Zeitung Al-Ahram. Offen blieb jedoch, ob es eine direkte Verbindung zu dem Anschlag auf den Touristenbus gibt.

Am Freitagabend waren bei einer Bombenexplosion nahe der Pyramiden von Gizeh im Süden der Hauptstadt Kairo drei vietnamesische Touristen und ihr ägyptischer Reiseführer getötet worden. Zwölf weitere Menschen wurden bei dem Anschlag auf den Touristenbus nach staatlichen Angaben verletzt.

Das ägyptische Innenministerium hatte zunächst von zwei Toten und rund einem Dutzend Verletzten gesprochen. Zwei weitere Businsassen seien später ihren Verletzungen erlegen, berichteten mehrere ägyptische Medien am Abend übereinstimmend. Ministerpräsident Mustafa Madbuli hatte zuvor die Verletzten im Krankenhaus besucht und dabei von drei Toten gesprochen.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär 2013 ist die Sicherheitslage in Ägypten fragil. Immer wieder kommt es zu Anschlägen. Häufig sind Sicherheitskräfte oder Kopten das Ziel. Aber auch Touristen waren bereits Ziel von Angriffen. Im Juli vergangenen Jahres wurden zwei deutsche Frauen bei einer Messerattacke in Hurghada ermordet.

Vor allem auf der Sinai-Halbinsel kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Aber auch in der Hauptstadt Kairo oder in anderen Teilen des Landes ereignen sich immer wieder Anschläge. Zuletzt starben bei einem Anschlag auf koptische Pilger Anfang November sieben Menschen.

Die Touristenzahlen waren nach den Umbrüchen des sogenannten Arabischen Frühlings 2011 stark gesunken, erholten sich zuletzt aber leicht. Das Auswärtige Amt warnt dennoch vor einem erhöhten Risiko terroristischer Anschläge.

  • dpa
  • ap
  • rtr
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