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MarktgeschehenAktien weekly: DAX festigt sich in enger Handelspanne. Sorgen um die Auswirkungen einer möglicherweise von Italien ausgelösten Eurokrise

Der deutsche Leitindex DAX notierte in der Berichtswoche weiter in seiner Mitte Mai eingeschlagenen Handelspanne von 12.600- 12.800 Punkte. Der Eurostoxx 50 dagegen gab um rund 2 % auf 3.484 Punkte nach, wohingegen die US-amerikanischen Märkte um 2 % auf 2.786 Zähler zulegen konnten. Ein Ausbruch der Märkte aus der engen Handelspanne dürfte wohl durch sich gegenseitig neutralisierenden politischen und konjunkturellen Nachrichtenflüsse verhindert worden sein. So dürfte die positive Bewegung als sich nach der Regierungsbildung in Italien, der neue Finanzminister Giovanni Tria einen Verbleib des Landes in der Eurozone ankündigte durch den Eklat beim G7-Gipfel die politischen Streitigkeiten auf internationale Ebene konterkariert worden sein.

Auch die von den Märkten antizipierte Leitzinsanhebung der Fed auf nun 1,75 – 2,00 % bei der gestrigen Zinssitzung (13.6.) sowie die Hinweise durch den US-Notenbankchef Jerome Powell auf zwei weitere Zinsschritte in 2018, also insgesamt vier Zinsanhebungen im diesem Jahr, hat an den Märkten keine größeren Spuren hinterlassen. Zugleich wurde der Hinweis aus dem Statement entfernt, wonach die Leitzinsen im Falle einer Verlangsamung der Wachstumsdynamik weiter niedrig bleiben würden. Außerdem wurden die Projektionen für Wachstum, Inflations- und Arbeitsmarktentwicklung leicht angepasst, um dem optimistischen Bild der Fed zur US-Wirtschaft Rechnung zu tragen. Zudem äußerte sich Powell knapp zu den Spannungen zwischen den USA mit deren Handelspartnern, wie sie beispielsweise in der vergangenen Woche beim G7-Gipfel im kanadischen La Malbaie auftraten. Laut Powell spiegeln sich die Sorgen um die US-Handelspolitik derzeit nicht in den Wirtschaftsindikatoren wider; das Wachstum sei stark, die Arbeitslosigkeit niedrig. In Gesprächen mit Unternehmen sei jedoch die wachsende Besorgnis spürbar nach, manche Firmen würden Investitionsentscheidungen aufgrund der Unsicherheit zurückstellen. Vor diesem Hintergrund erwarten die Märkte die für morgen (15.6.) angekündigte Liste des US-Präsidenten mit Importgütern (Umfang etwa 50 Mrd. US-Dollar) aus China, die mit Zöllen von 25 % belegt werden sollen. Kommt es zu Gegenmaßnahmen der chinesischen Regierung im gleichen Umfang, ist mit einer Eskalation des Handelskonflikts zu rechnen, der dann wohl auch in einem Handelskrieg enden könnte. Für das Wachstum der Weltwirtschaft wäre dies auf jeden Fall negativ, womit wohl auch ein kräftiger Rücksetzer an den Märkten zu beobachten sein dürfte. Allerdings könnte kurz vor der Zuspitzung eine erneute Einigung auf Verhandlungen zustande kommen, wodurch zunächst Ruhe einkehren dürfte. Dennoch ist die gegenwärtige Situation im Handelskonflikt für die Aktienmärkte nicht sonderlich förderlich, denn die Unsicherheit ist noch immer unbestreitbar groß. Bekanntlich ist Unsicherheit „Gift“ für die Aktienmärkte. Davon dürfte insbesondere der DAX, aufgrund der Exportlastigkeit deutscher Unternehmen, hart getroffen werden.

Unterdessen hat die amerikanische Technologiewerte-Börse NASDAQ 100 in den vergangenen Tagen ein neues Allzeithoch bei 7.728 Punkten markiert. Dies ist einerseits angesichts der herrschenden Unsicherheit bemerkenswert, andererseits ein wichtiges Signal, dass der nunmehr seit Mitte 2009 anhaltende Bullenmarkt noch weiter anhalten dürfte und gegenwärtig nur eine „Delle“ im anhaltenden Aufschwung erfährt. Unterstützt wird diese Entwicklung bei den Technologiewerten von einem starken Gewinnmomentum der gelisteten Unternehmen.

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