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MarktgeschehenAktien weekly: Europäische Aktienmärkte können sich dem eskalierenden Handelskonflikt nicht entziehen

Nachdem die Aktienmärkte sich zu Beginn der Handelswoche sichtbar erholten und der Dax zwischenzeitlich ein Dreiwochenhoch erreichte, wurde diese Rallye durch die jüngste Eskalation im Handelskonflikt jäh beendet. Die Vereinigten Staaten veröffentlichen am späten Dienstagabend eine Liste mit mehr als 6000 Gütern aus China mit einem Importwert von mehr als 200 Mrd. US-Dollar, die nach Wunsch von US-Präsident Donald Trump mit Zöllen von 10 % belegt werden sollen. Sollten die USA ihre angedrohten Zölle im geplanten Umfang umsetzen, würde das bedeuten, dass rund die Hälfte der in die USA importierten chinesischen Güter davon betroffen sind. Hierzulande gab der Dax in der Folge um 1,5 % auf 12 417 Punkte nach (aktueller Stand: 12.440 Punkte). Die Kursverluste an den amerikanischen Aktienmärkten waren dagegen weniger stark ausgeprägt. So konnte der S&P 500 die Berichtswoche sogar per Saldo mit einem Plus von 1,6 % auf 2774 Punkte abschließen. In anderen Asset-Klassen war eine stärkere Risk-Off-Bewegung zu beobachten. Besonders hart hatten es in den vergangenen Tagen die Rohstoffmärkte zu spüren bekommen, wovon vor allem Industriemetalle in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Für die Märkte wird nun in den kommenden Handelssitzungen die wichtigste Frage sein, ob sich der Fokus der Marktteilnehmer nach dem erneuten Schock wieder auf Konjunktur- und Unternehmensdaten richtet. Am morgigen Freitag (13.07.) nimmt die Halbjahresberichtssaison, insbesondere in den USA, mit den bekannten Publikumsgesellschaften, wie die drei Großbanken JP Morgan, Citi und Wells Fargo, Fahrt auf. Insgesamt dürften die Marktteilnehmer der Berichtssaison überaus positiv entgegenblicken. Die Unternehmen dürften im zweiten Quartal – so die allgemeine Erwartung – dank der zu Jahresbeginn geltenden Steuersenkungen im Vergleich zum Vorjahr mehr verdient haben. Nach Konsensschätzungen (Quelle: Bloomberg) ist für den US-Leitindex S&P 500 mit einem zweistelligen Gewinnwachstum zu rechnen. Für den deutschen Leitindex Dax wird die Berichtssaison in der kommenden Woche durch das Index-Schwergewicht SAP eröffnet werden. Für den Software-Konzern wird ein solides Wachstum bei den Gewinnen je Aktie prognostiziert.

Eine Analyse der Dax-Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, dass die Kursverluste vor allem Makro- und weniger unternehmensspezifischen Faktoren zuzuschreiben sind. Dies war zuletzt im Juni 2016, also unmittelbar nach dem Brexit-Referendum zu beobachten. Um dies zu analysieren, haben wir uns an einer Fed-Studie orientiert und dabei die täglichen Veränderungen mehrerer Aktienindizes und Rohstoffpreise untersucht. Die Motivation dahinter ist, dass bei Vorliegen von Kursänderungen aller Assets in gleicher Richtung der gemeinsame Treiber bei der Nachfrageseite auszumachen ist. Bewegen sich dagegen die verschiedenen Indizes in entgegengesetzte Richtungen, dann sind unternehmensspezifische, respektive indexspezifische Faktoren für die Kursentwicklung verantwortlich. Obwohl unvollkommen, scheint diese Zerlegung gut zu erfassen, was den Markt bewegt. Daher scheint es nicht unwahrscheinlich, dass trotz als optimistischer Erwartungen hinsichtlich der Unternehmenszahlen kaum positive Impulse für den Dax ausgehen dürften, sollte der Handelskonflikt weiterhin die Schlagzeilen an den Märkten bestimmen.


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