CEIB-Analyse: Novartis führt bei KI-Einsatz in Pharmaforschung
Die meisten Unternehmen sind laut einer CEIB-Analyse bei dem Gebrauch von KI zur Entwicklung von Medikamenten noch zurückhaltend.
Foto: REUTERSDüsseldorf. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will Pharmaunternehmen den Zugang zu Daten erleichtern. Zwei Digitalgesetze sollen dafür die Voraussetzungen schaffen, die nun vom Bundeskabinett beschlossen worden sind.
Um den Datenaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen zu ermöglichen, plant der Minister beispielsweise die Einrichtung eines Forschungsdatenzentrums. Weniger Kompetenzen für Datenschützer und weniger bürokratische Hürden sollen den Zugang zu Gesundheitsdaten für die Forschung erleichtern.
Dann, so der Bundesgesundheitsminister, könne Künstliche Intelligenz (KI) die Entwicklung von Medikamenten hierzulande wieder an die Weltspitze bringen. Seit den vergangenen 15 Jahren ist der einst führende Pharmastandort bei der Produktivität ins Mittelmaß gerutscht.
Weltweit kündigen Pharmaunternehmen an, mit Hilfe von KI die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen. Eine Analyse vom Center for International Economics and Business und International Trade and European Integration (CIEB) der Universität Basel zeigt nun aber, dass die meisten Unternehmen dabei noch zurückhaltend sind.
Die Wissenschaftler haben medizinische Publikationen in der Wissenschaftsdatenbank Scopus für die Jahre 2020 bis 2022 ausgewertet. In der Kategorie „Pharma“ fanden sie mehrere Tausend Berichte, die sie auf zehn Schlagworte wie „Deep Learning“ oder „Machine Intelligence“ untersuchten. „Uns war es wichtig, durch die Auswahl der Schlagworte auszuschließen, dass es sich um rein statistische Rechenmodelle handelt“, sagt Christian Rutzer, stellvertretender Leiter des CIEB.