Corona-Warn-App: Renommierte IT-Sicherheitsexpertin kritisiert neue Buchungsfunktion
Durch eine neue Funktion soll der 3G-Nachweis während der Ticketbuchung für eine Veranstaltung oder einen Flug in der Corona-Warn-App ermöglicht werden.
Foto: imago images/Political-MomentsUm eine Veranstaltung zu besuchen, muss 3G oder 2G nachgewiesen werden. Das passiert bislang vor Ort: Der Impfnachweis in der Corona-Warn-App wird gescannt, der Name durch den Personalausweis kontrolliert und das entsprechende Ticket vorgelegt. Nun hat das Projektteam aus dem Robert-Koch-Institut, der Deutschen Telekom und SAP eine neue Version der Corona-Warn-App (CWA) vorgelegt, in der Nutzer künftig bereits während einer Buchung einen Nachweis erbringen können.
Noch sei die Funktion „Zertifikatsprüfung bei Buchung“ nicht aktiv, teilt eine Sprecherin des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) Handelsblatt Inside mit. „Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit ist aktuell im Gespräch mit dem RKI und dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) über die Anforderungen an einen solchen Validierungsservice und seine Anbieter“, schreibt die BfDI-Sprecherin außerdem. Die renommierte IT-Sicherheitsexpertin Bianca Kastl kritisiert das angedachte technische Verfahren dahinter scharf. Bei der Luca-App hatte sie bereits Sicherheitslücken aufgedeckt.
In 20 Sprachen kann die Covid-19-App heruntergeladen und zur Kontaktnachverfolgung angewendet werden. Nutzer werden alarmiert, wenn sie mit einer Person in Kontakt gekommen sind, die infiziert ist oder in Verdacht steht, infiziert zu sein. Bei der App-Entwicklung wurden zahlreiche Experten einbezogen. Bei der nun angedachten Weiterentwicklung hingegen nicht, sagt Kastl. „Auf den ausführlichen Austausch mit der digitalen Zivilgesellschaft wurde verzichtet“, erklärt sie.