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TI 2.0 Gematik-Gesellschafter müssen bei jeder Neuerung zustimmen

Das Datennetz des Gesundheitswesens soll erneuert werden. Die Gematik-Gesellschafter fordern bei der TI 2.0 einen stärkeren Fokus auf den Bedarf in den Praxen.
13.10.2021 - 18:21 Uhr Kommentieren
Die TI 2.0 soll die Versorgung der Patienten erleichtern, fordern die Gematik-Gesellschafter. Quelle: IMAGO / photothek
In der Praxis

Die TI 2.0 soll die Versorgung der Patienten erleichtern, fordern die Gematik-Gesellschafter.

(Foto: IMAGO / photothek)

Berlin Das deutsche Netz für Gesundheitsdaten, die Telematikinfrastruktur (TI), soll stabiler und sicherer werden. Die zuständige Betreibergesellschaft Gematik gab diese Woche Pläne zur Modernisierung unter dem Namen TI 2.0 bekannt.

Der Gesetzgeber hatte die Gematik damit beauftragt. Die Gesellschafter der Gematik stimmten den Plänen einstimmig zu. Sie stellen aber Forderungen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fürchtet, dass auf die Ärzte technischer Aufwand, mehr Verantwortung und höhere Kosten zukommen.

„Wir haben dem Beschluss der TI 2.0 deshalb nur unter einer Bedingung zugestimmt“, sagt KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel im Gespräch mit Handelsblatt Inside. „Jeder wesentliche Schritt muss mit der Gesellschafterversammlung abgestimmt werden.“

Kriedel verlangt zudem, dass bei einem Übergang die Belange der Patienten und Praxen berücksichtigt werden. „Wir haben Sorge, dass die Versorgung wegen eines übereilten technischen Vorgehens leidet.“ Die TI sei das Netz, über das in Zukunft sämtliche Gesundheitsdaten verschickt werden. „Wir erwarten von der Gematik völlige Betriebssicherheit.“

Die Bundesärztekammer pocht auch auf Rücksicht auf die Arbeit in den Praxen. „Die Gematik steht nach wie vor in der Verantwortung, diese Anwendung in der Versorgung reibungslos zu etablieren“, sagt der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zu Handelsblatt Inside.

Es sei dringend geboten, den tatsächlichen Bedarf in Praxen in den Mittelpunkt zu stellen, so der Bundesärztekammer-Präsident weiter. Die Telematikinfrastruktur müsse für alle Patientengruppen nutzbar sein, auch für ältere und schwer kranke Menschen.

GKV-Spitzenverband begrüßt stärkere Einbindung

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-SV) fordert ebenso eine stärkere Einbindung bei Entscheidungen. „Aus unserer Sicht ist es dabei wichtig, dass es ein Governance-Verfahren gibt, das es den Gesellschaftern erlaubt, Anpassungen aktiv mitzugestalten“, sagt ein Sprecher des GKV-SV. Dies sei nun auch Teil des Beschlusses.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) betont, dass auf Akzeptanz bei anderen Leistungserbringern und den Kostenträgern geachtet werden sollte. „Die Gematik ist unter den Rahmenbedingungen der TI 2.0 mehr denn je aufgefordert, Sorgfalt bei Planung, Spezifikation und Umsetzung der Vorhaben an den Tag zu legen“, sagt ein Sprecher des DAV.

Die Gematik, die für den Betrieb der Telematikinfrastruktur zuständig ist, ist mehrheitlich in der Hand des Bundes. Weitere Gesellschafter sind der GKV-Spitzenverband, der Verband der privaten Krankenversicherungen, die Bundesärztekammer, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Bundeszahnärztekammer, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, der Deutsche Apothekerverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Mehr: Gesellschafter laufen Sturm gegen TI-Pläne – Leyck Dieken kontert

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