Zukunftsforscher Horx „Wir kommen in ein asiatisches Zeitalter“

Das Jahr 2012 steht im Zeichen von Fernost - meint zumindest der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. „Wir kommen von einem amerikanischen in ein asiatisches Zeitalter“, sagt der 56-Jährige in einem Interview.
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Trendforscher Mattias Horx erwartet ein asiatisches Jahrhundert. Quelle: dpa

Trendforscher Mattias Horx erwartet ein asiatisches Jahrhundert.

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Der renommierte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx (56) wirft einen Blick auf 2012. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur erklärt der Soziologe und Publizist den gesellschaftlichen Wandel von morgen.

Herr Horx, was wird die Deutschen 2012 beschäftigen und belästigen?

Matthias Horx: Das, was es auch heute tut: die Euro-Krise, der blöde Nachbar, die neuesten Apple-Produkte, Rückenschmerzen, Burnout. Und natürlich das Wetter. Die Zukunft hält sich nicht an Jahreszahlen.

Welche neuen Trends sehen Sie?

Es gibt verschiedene: etwa soziokulturelle Trends, Mode- und Konsumtrends und viele mehr. Am spannendsten sind die Megatrends, die langfristigen Konstanten des Wandels: Globalisierung, digitale Vernetzung, Individualisierung, Feminisierung, Alterung, neue Arbeitsformen, die neue Rolle der Frauen, die Bildungsentwicklung.

Ein Beispiel für einen soziokulturellen Trend?

Auf der soziokulturellen Ebene ist der stärkste Trend derzeit „Retro“. Die Mode, die Musik, die Gedanken - alles dreht sich um eine Idealisierung der Vergangenheit, die angeblich besser war als die Gegenwart. Das wird weitergehen. Die Zukunft und das Nach-Vorne-Schauende stehen nicht so hoch im Kurs.

Was schwappt aus den asiatischen Metropolen oder den USA herüber?

Generell: Wir kommen von einem amerikanischen in ein asiatisches Zeitalter. Während die US-Kultur die Welt ein halbes Jahrhundert prägte, ist jetzt das asiatische Kulturelement im Vormarsch: in den Glaubensformen (Buddhismus), in der Küche, in der Denkweise des Ganzheitlichen. „Alles hängt mit allem zusammen.“ Dieser Trend wird sich weiter verstärken.

Wie ermitteln Sie Trends? Nicht mit dem Blick in die Glaskugel, oder?

Moderne Zukunftsforschung ist eine Synthese aus Systemanalyse, Spieltheorie, Kognitionspsychologie, Evolutionstheorie und Verhaltensökonomik. Dazu gehört eine Menge Statistik, aber auch die empirische Beobachtung gesellschaftlicher Zustände, bei denen man Veränderungsbewegungen eben als „Trends“ bezeichnet.

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11 Kommentare zu "Zukunftsforscher Horx: „Wir kommen in ein asiatisches Zeitalter“"

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  • Genau, das ist Fakt.
    Hier kommentieren jedoch viele, die es gerade mal schaffen von ihrem Fernsehsessel zum Stammtisch zu "Reisen" und wieder zurück. Dazu einmal pro Jahr nach Mallorca, um deutsches Bier zu trinken, eine Bratwurst dazu zu essen und um sich vor allem auf Deutsch unterhalten zu können.
    Dann aber der festen Überzeugung sind, sich in der Welt auszukennen! Einfach lächerlich.

  • Wir kommen nicht nur in ein asiatisches Zeitalter, sondern in ein BRIKS Zeitalter, was die wirtschaftliche Entwicklung betrifft. Asiatisches Zeitalter, was die Philosophie betriff6t, ist wohl richtiger und auch erstrebenswert!

    Insofern ist die Menschheit auf dem richtigen Weg. Nur wird sie durch den nachhaltigen Widerstand der Globalisten immer wieder ausgebremst. Allerdings, aufzuhalten wird diesen Kräften nicht gelingen. Zu welchen Verwerfungen das aber noch führen wird, ist kaum vorhersehbar, dass es welche geben wird ist jedoch absolut sicher und das was wir heute beobachten wird man einst in den Geschichtsbüchern, als die ersten Anfänge einer grundlegenden Veränderung beschreiben.

  • Hallo Zyniker, ich habe bereits wesentlich durchdachtere Aussagen von Horx gesehen. Er hatte beispielsweise die sehr destruktive Oekoreligion angeprangert.

    Insgesamt passt Horx seine Aussagen ein wenig dem Publikum an (Er sagt was der Kunde erwartet). In einem Qualitätsmedium wird er demzufolge gut tun nur politisch korrekte Aussagen zu machen.

    Vandale

  • Hallo Arminius, das "Deutsche Zeitalter" ist in der Tat als Verlierer zuende gegangen.

    Aufgrund der Ideologie des Radikalfeminismus werden seit gut 40 Jahren kaum mehr Kinder geboren. Dies hat zunächst den Wohlstand angeheizt als die Betreuungs- und Erziehungslast entfiel. Mittlerweile dominiert die Altenlast. In der Konsequenz wird die Noch- Bevölkerungsmehrheit in 2 Generationen nur mehr in ländlichen Gegenden überwiegen. Ob die neuen eingewanderten Bevölkerungsgruppen sehr erfolgreich sein werden....s. Sarrazin

    Hinsichtlich des technischen Standes, der Nettorealeinkommen und des Energieverbrauchs hatte Deutschland je nach Veröffentlichung 1981, bzw. 1991 seinen Höhepunkt erreicht. Eine dumpfe, dem Mittelalter zugewandte Oekoreligion hat einen leichten Rückgang dieser Parameter bewirkt. Mit dem Klimaschwindel und der Atomstrahlenangst zeigt der Pfeil Richtung einer vorindustriellen Verarmung.

    Vandale

  • „Wir kommen in ein asiatisches Zeitalter“
    und kommt irgendwann das deutsche Zeitalter?
    oder sind wir dazu verurteilt die ewige Verlierer zu bleiben?

  • Schaut euch mal diesen sogenannten "Forscher" genauer an:

    http://www.youtube.com/watch?v=vPEUo4YZdg0

  • Das amerikanische Zeitalter geht zu Ende. Schade ist es irgendwie nicht.

  • Die Aussage "Wir kommen in ein asiatisches Zeitalter" ist aus meiner Sicht zutreffend. Wer mal vor Ort war, sich die Dinge dort angeschaut hat, und die Situation und Weiterentwicklung von Europa verfolgt, und nachdenkt, wird unweigerlich zu diesem Ergebnis kommen.

    Der sonstige Inhalt des Artikels ist allerdings unbedeutend.

  • Einzelne fehlgedeutete Aspekte ziehen den Artikel "runter". Beispielsweise "modernes Retro" wurde nicht kapiert. Der Satz "Die Zukunft und das Nach-Vorne-Schauende stehen nicht so hoch im Kurs." ist in Bezug RETRO Quatsch. RETRO der modernen Interpretation, heißt hochmodernes Inneres in "Gehäuse" zu packen, die retrohaft aussehen. RETRO ist ein Aspekt des Außendesigns, aber ganz sicher nicht des Innenlebens. Hier steht die Zukunft (Innenleben) im Fokus und nicht die Vergangenheit. Also wurde es nicht verstanden.

    Das Zeitalter ist sicher ein asiatisches Zeitalter, aber auch Asiaten mögen originäre Bezüge. Ein "Made in Germany, France, Italy, Spain ..." muss nur reanimiert und genutzt werden. Nicht jedes Unternehmen nutzt es allerdings. Etliche meinen die Identität allein in der Marke zu suchen und was weiß ich wo fertigen zu müssen. Diese Unternehmen gehen einen hochrisikoreichen Weg, sie werden austauschbar. Warum sollen Kunden diese "Made in China-Produkte" überteuert kaufen, wenn ein chinesisches Unternehmen mit internationalem Topmanagment es preiswerter und besser liefern kann. Wenn Kunden es merken, spüren und hinterfragen, kann man diese Strategie der reinen Markenideologie "vergessen (um es wohlformuliert zu sagen" ... man kann auch sagen, nicht jeder Hersteller hat den Knall gehört.

    Lokale Landesbezüge sind "nicht kopierbar"- sind muss man allerdings pflegen und kultivieren, auch das kapieren manche Markenhersteller besser und andere schlechter.
    Die ... die es schlechter verstehen, werden irgendwann aufwachen und feststellen, dass ihre Marke abrutscht und sie sich nun in einem reinen Verdrängungswettbewerb befinden. Die eigene Marke wurde schlicht überschätzt und ganze Käufergruppen unterschätzt. Marken können auch sterben, wenn sie unpfleglich beahndelt werden.

  • Mit Verlaub, aber ein dümmeres Geschwafel habe Ich selten gelesen. Unoriginelles Wiederholen von Allgemeinplätzen und pseudo-wissenschaftliche Phrasendrescherei kombiniert mit geschäftstüchtigem Geltungsbedürfnis und schon hat man einen idealtypischen Vertreter unserer modernen Mediengesellschaft.

    Weihnachtliche Grüße
    L

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