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Handelsblatt Wirtschaftsclub Hamburger Hafen will Endpunkt der Seidenstraße werden

HHLA-Chefin Angela Titzrath teilt ihre Visionen für den deutschen Welthafen mit Mitgliedern des Handelsblatt Clubs. Dazu gehört auch eine enge Kooperation mit China.
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Hamburger Hafen will Endpunkt der Seidenstraße werden Quelle: Johannes Arlt für Handelsblatt
Handelsblatt Club

Thomas Tuma, stellvertretender Chefredakteur des Handelsblattes, trifft HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath im Alten Mädchen in Hamburg.

(Foto: Johannes Arlt für Handelsblatt)

HamburgFür Angela Titzrath war es ein Heimspiel: Wenige Stunden vor dem Treffen mit Mitgliedern des Handelsblatt Wirtschaftsclubs hatte die Chefin des Hamburger Hafenbetreibers HHLA die Zahlen für 2018 vorgelegt – und dabei der Aktie zu einem kleinen Freudensprung verholfen. Der Umsatz wuchs trotz der Flaute im Heimathafen Hamburg um drei Prozent auf 1,29 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis (Ebit) sogar um 18 Prozent auf 204 Millionen Euro.

Entsprechend zuversichtlich antwortete die Managerin am Donnerstagabend auf die Fragen der Clubmitglieder und vom stellvertretenden Handelsblatt-Chefredakteur Thomas Tuma. „Wir wollen rund um die Neue Seidenstraße weiterwachsen, die China gerade Richtung Westen baut“, kündigte Titzrath an.

Dabei geht es um neue Landwege von China nach Europa per Schiene, aber auch um Seeanbindungen. „China propagiert die Neue Seidenstraße nicht nur, es setzt das Projekt auch um. Davon wollen und können wir als HHLA, als Hafen, als Stadt profitieren“, sagte Titzrath. Großreedereien aus dem Land seien schon lange Partner der HHLA.

Allerdings warnte die ehemalige Daimler-Managerin auch vor Naivität im Umgang mit den Chinesen. Moderator Tuma verstand das als Seitenhieb gegen die Hansestadt, dem weitaus größten Aktionär des Terminalbetreibers. In einem Ideenwettbewerb hatte die Stadt den Plan durchgespielt, chinesischen Investoren den Bau eines neuen Terminals zu erlauben. Titzrath kritisierte das: „Für einen weiteren Containerterminal im Hamburger Hafen sehe ich keinen Bedarf. Wir verfügen noch über genügend Ausbaukapazitäten. Auf der Fläche sollten stattdessen industrielle Zukunftstechnologien angesiedelt werden.“

Die Clubmitglieder fragten auch nach technologischen Ideen. Auch hier konnte Titzrath liefern. Schließlich hatte die 52-Jährige erst vor wenigen Monaten eine Kooperation mit dem Transportsystem-Entwickler Hyperloop TT angekündigt. Dieser will eine Idee des Tesla-Gründers Elon Musk weiterentwickeln: eine schallschnelle Magnetschwebebahn in einem Tunnel.

Das sei kein PR-Gag, sagte Titzrath: „Die Visionen von heute sind die Innovationen von morgen.“ Drei Millionen Euro investierte die HHLA, um einen Modellbahnhof zu bauen, in dem Container automatisiert in ein Modell eines Hyperloops geschoben werden. Es sei doch großartig, dass das in Hamburg passiere, sagte sie unter dem Applaus der Zuhörer.

Der Hamburger Hafen könne sich auch über solche Highlights als Knoten der Neuen Seidenstraße profilieren. „Er ist systemrelevant, immerhin wird ein Viertel des deutschen Exports über den Seeweg abgewickelt. Unser Ruf als Exportnation ist also wesentlich davon abhängig, wie gut dieser Hafen funktioniert“, sagte sie.

Deutschland brauche dafür den freien Welthandel. „Wenn sich da wie derzeit die Gewichte verschieben, kann das auch Transportströme verändern. Wenn China in den USA künftig weniger absetzen kann, wird das Land aus meiner Erfahrung nicht seine Fabriken runterfahren, sondern nach neuen Absatzmärkten suchen“, sah Titzrath eine Chance für die HHLA. „Da kann Europa zur Stelle sein – auch am Ende der Neuen Seidenstraße.“

Mit dazu beitragen sollen auch die von HHLA betriebenen Terminals in Odessa in der Ukraine und in Tallinn in Estland. Dafür brauche es die Einigkeit der Europäer – auch nach dem Brexit. „Nur ein großes, starkes Europa wird in der Welt gehört. Da würde uns ohne die Briten wirklich viel verloren gehen“, mahnte Titzrath.

Das Interview, das der stellvertretende Handelsblatt-Chefredakteur Thomas Tuma und die Clubmitglieder mit der Managerin führten, wird kommende Woche im Wortlaut erscheinen. Darin äußert sie sich auch zur Elbvertiefung und zur ihren Erfahrungen als Frau in der bislang männerdominierten Logistik-Branche.

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