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University Innovation Challenge Von der Uni an den Markt: Handelsblatt und Goethe-Universität prämieren die besten Ideen von Hochschul-Gründern

Universitäre Forschung im deutschsprachigen Raum sprüht vor Innovationskraft und Unternehmergeist. Viele neue Ideen entstehen in Hörsälen, Seminarräumen und Laboren der Hochschulen. Daher entwickeln immer mehr Universitäten Inkubatoren, in denen Forschungsergebnisse und innovative Ideen in Start-ups verwandelt werden.
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Hier werden brillante Ideen mit dem Wissen um Vermarktung, Skalierung und Partnersuche kombiniert. Innovationen und Start-up-Kultur werden zum Schlüsselthema unserer Volkswirtschaft. Die schnelle Umsetzung von der Idee zum Unternehmen sichert unsere Zukunftsfähigkeit. Start-ups sind der Mittelstand von morgen und damit Rückgrat für das Wachstum der Wirtschaft.

Mit der University Innovation Challenge (UIC) zeichnen das Handelsblatt und die Goethe-Universität Frankfurt zukunftsweisende Lösungen aus. Zwölf Finalisten in sechs Kategorien stehen bereits fest. Die Sieger werden nach den Live-Pitches auf der Preisverleihung am 13. November in Frankfurt gekürt. Voraussetzung für die Bewerbung war: Die Geschäftsidee befindet sich noch in universitärer Forschung oder wurde von einem Start-up mit universitärem Hintergrund entwickelt.

Das Feld der Finalisten zeigt eine weite Bandbreite von Ideen: von der Dienstleistung eines Auto-Abos bis hin zum kühnen Plan, einen kommerziellen Kleinsatelliten mit einer Nutzlast zum Mond zu schicken. Medizinische Anwendungen wie die KI-gestützte Auswertung von radiologischen Bildern könnten Leben retten, ebenso ein großes Sensorennetz für bessere Luft.

Die Beispiele zeigen, dass es den Hochschulen immer besser gelingt, Ideen ihrer Studenten und Absolventen in die Praxis zu überführen.

/// FUTURE ENGINEERING ///

 /// Plasmion: Elektronische Nase /// .

Plasmion hat eine neuartige „elektronische Nasen"-Technologie für eine der modernsten gängigen Laboranalysemethoden, der Massenspektrometrie, entwickelt und patentiert.
Mithilfe der Technik und ihres speziellen Designs ist es erstmals möglich, Proben in festem, flüssigem oder gasförmigem Zustand ohne Probenvorbereitung und in Echtzeit auf geringste Spuren von Verunreinigungen zu untersuchen. Einsatz findet die Technologie damit sowohl in der medizinischen Diagnostik, der Umwelt- und Lebensmittelanalytik als auch im Bereich des Emissionsmonitorings. Die Gründer von der TU München haben ein Exist-Stipendium.

/// Levity Space Systems: Satellit zum Mond // .

Die Gründer von Levity Space Systems haben ein ambitioniertes Ziel: den ersten kommerziellen Kleinsatelliten in einer Mondumlaufbahn. So wollen sie eine kostengünstige Lösung etablieren, um Nutzlasten zum Mond zu befördern.

Dafür entwickelt Levity Space Systems einen Satelliten, der durch die Nutzung eines neu entwickelten und effizienten, elektrischen Antriebs andere Kleinsatelliten oder Landegeräte ins Weltall befördern kann. Am Mond angekommen, klinkt der Levity-Satellit die Nutzlast aus und agiert anschließend als eine Relais-Antenne für diese, um Daten auch über große Entfernungen zu übermitteln.

Dabei wollen die Gründer nutzen, dass die Ariane-Rakete ab 2021 Kleinsatelliten bei ihren Starts für wenige Millionen Euro mit an Bord nehmen soll.

Die Gründer haben ihren Bachelor in Luft-und Raumfahrttechnik an der RWTH Aachen abgelegt.

Während des Studiums waren die Professoren der Raumfahrttechnik offen für Gespräche über raumfahrtspezifische Geschäftsmodelle und beraten das Team bis heute, stellen Kontakte her und überprüfen technische Aspekte. Bei der Finanzierung des Projekts haben der Fachbereich sowie die Professoren das Gründerteam unterstützt, etwa beim Akquirieren des Förderprogramms „Start-up Hochschulausgründung“.

/// FUTURE CONNECTIVITY FOR SUSTAINABILITY ///

/// HawaDawa: Saubere Luft // .

HawaDawa konnte bereits auf dem Münchener Oktoberfest im Bierzelt einen Erfolg feiern: Der Start-up-Kongress Bits & Pretzels verlieh der Gründung aus dem Umfeld der TU München seinen diesjährigen Preis. Gründer Karim Tarraf und seine Mitstreiter treffen den Zeitgeist: HawaDawa will Kommunen kostengünstig Daten über die Luftqualität bereitstellen und damit eine Beratung anbieten, wie die Umwelt verbessert werden kann.

Die Vision des Teams ist es, Luftqualitäts- und Umweltdaten in den Mainstream der internationalen Entscheidungsfindung in den Bereichen Verkehr, Mobilität, Versicherung, Gesundheit, Stadt und Logistik zu integrieren. Letztlich soll das Gesundheits- und Umweltrisiken einer längeren Luftverschmutzung reduzieren. Um diese Idee zu vermitteln, versucht sich HawaDawa auch als eine Art Thinktank in seinem Feld zu etablieren - etwa über einen Blog.

Die TU München gab HawaDawa Zugang zu einem breiten Netzwerk von Unternehmen, Investoren, Branchenexperten und Partnern. Darüber bot die Uni den Gründern eine Plattform für die Zusammenarbeit mit Start-ups. Über Messen und Konferenzen will Tarraf weitere Kontakte zu relevanten Unternehmen knüpfen.  Dabei hilft ihm auch die recht große Medienpräsenz, beflügelt von Auszeichnungen wie auf dem Oktoberfest.

/// m-Bee: Aus für den Wechselrichter // .

m-Bee bietet verbundene Batteriemodule für stationäre Energiespeicher an.  Damit können Aufbau und Wartungsarbeiten reduziert und Kapazitäten erhöht werden. Mit m-Bee werden bisher statisch verbundene Batteriemodule erstmalig zu dynamisch vernetzten und aktiven Komponenten. Die heute üblichen, zentralen Wechselrichter werden durch ihr modulares System obsolet.

Bis März 2020 ist m-Bee durch das Förderprogramm „Exist-Forschungstransfer“ voll finanziert; die nötigen Patente wurden durch die Technische Universität München und die Universität der Bundeswehr München angemeldet und bereits international erteilt.

/// FUTURE LIFE SCIENCE ///

 /// UriCell: Nierenzellen als dem Urin // .

UriCell will Forschern Nierenzellen besser anbieten als mit der üblichen Methode, Zellen aus Biopsien erkrankter Organe zu nutzen. UriCell verwendet dafür Urin als nicht invasives Biomaterial zur Erzeugung von personalisierten humanen Nierenzellprodukten. Die Nierenzellprodukte eignen sich für Medikamententests, Toxikologiestudien sowie für diagnostische Zwecke. „Der universitäre Hintergrund des Gründungsteams war für die Entwicklung von UriCell von entscheidender Bedeutung“, meinen die Gründer, die von der Universität Düsseldorf stammen und an der dortigen Uniklinik forschen.

/// Deep C: Helfer beim Radiologen // .
Deep C hat eine klare Vision: Leben zu retten, indem medizinischen Fehlern durch den Einsatz von Deep-Learning-Technologie vorgebeugt wird. Die gefundene Lösung spiegelt die gemeinsame Arbeit von Ärzten, Datenwissenschaftlern, Softwareentwicklern und Wirtschaftsexperten wider.

Häufig tritt nach Meinung der Gründer ein medizinischer Fehler auf, weil ein Befund übersehen wird, nicht weil er vom Arzt falsch interpretiert wird. Die Deep-C-Lösung ist einzigartig: Während sich aktuelle medizinische KI-Lösungen auf die Klassifizierung von Krankheiten konzentrieren und bei der Interpretation spezifischer Krankheiten helfen, erkennt diese KI jegliche Art verdächtiger Befunde in medizinischen Daten, meldet sie an die Ärzte zurück und führt sie zu den auffälligen Regionen, die sie dann näher betrachten können.

In ihrem ersten Produkt nutzen die Gründer die Technologie, um verdächtige Regionen in CT-Aufnahmen des Gehirns hervorzuheben. Deep C lernt, wie der gesunde Normalzustand aussieht, und hebt alle Abweichungen davon hervor.

Aktuell wird der Prototyp im Münchener Universitätsklinikum Rechts der Isar in der Neuroradiologie getestet.

Der Handelsblatt Expertencall
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